Einig: (v.l.) Robert Scherer (BM Meersburg), Thomas Pehle (Land BW) und Marius Wöhler (Stadtwerk am See). Quelle: Seewärme Meersburg
FERNWÄRME:
Seewärme-Gesellschaft zieht Ankerkunden an Land
Der Bodensee nimmt, der Bodensee gibt – Wärme. Das Stadtwerk am See will an einem dieser Punkte ansetzen und den Wärmeabfluss aus einem Motorenwerk in sein Fernwärmenetz umleiten.
Das Stadtwerk am See hat eine besondere Beziehung zum Bodensee. Der Versorger vom Südrand Baden-Württembergs mit Sitz in Friedrichshafen
entzieht dem Gewässer perspektivisch Energie für seine Wärmenetze. Davon profitiert künftig auch das Land Baden-Württemberg,
das Liegenschaften in Meersburg mit Seewärme heizen möchte.
Auf der anderen Seite ist das Stadtwerk an jedem Grad Celsius interessiert, das nicht künstlich in den Bodensee gelangt. Ein MTU-Motorenwerk von Rolls-Royce Power Systems (RRPS) leitet seine Abluft bislang in den See. Diese Wärmeenergie will das Stadtwerk am See künftig für seine Zwecke nutzen.
Ab den frühen 2030er-Jahren könnte die MTU-Abwärme ein neues Nahwärmenetz versorgen, das im Friedrichshafener Ortsteil Fischbach entstehen soll. So will es der Ausschuss für Planen, Bauen und Umwelt (PBU) der Stadt, der einen entsprechenden Gemeinderatsbeschluss einstimmig befürwortet. Der Rat will am 19. Oktober das Nahwärmenetz verabschieden.
Zunächst will die Stadt kommunale Gebäude anschließen und perspektivisch 433 Tonnen Treibhausgase pro Jahr einsparen. Damit wären rund sechs Prozent der schädlichen Emissionen getilgt, die Friedrichshafen bis 2040 auf dem Weg zur Klimaneutralität loswerden will. Das Stadtwerk am See könnte Contracting-Partner für die Fischbach-Wärmeversorgung werden, darüber ist allerdings später gesondert zu entscheiden.
13 Gebäude sollen über den Bodensee geheizt werden
Unterdessen stellt das Stadtwerk am See in Zukunft über eine Tochtergesellschaft natürliche Seewärme für insgesamt 13 Gebäude des Landes zur Verfügung. Das Land Baden-Württemberg sei als Referenzkunde besonders wichtig, um das Projekt zu realisieren, sagt die Geschäftsführung der Seewärme Meersburg GmbH, Heike Sonntag und Mark Kreuscher, laut einer Mitteilung.
Seit Ende August 2026 liegen sowohl die Baugenehmigung als auch die wasserrechtliche Erlaubnis vor. Eine Landesförderung fehlt nun noch, um mit dem Bau der Energiezentrale mit Wärmepumpe und Wärmetauscher am Freibad Meersbur zu beginnen. In der Seewärme Meersburg arbeiten Stadtwerk am See und Stadt Meersburg seit 2023 zusammen.
Für Thomas Pehle, Leiter von Vermögen und Bau Baden-Württemberg in Ravensburg, ist der geschlossene Vertrag eine „Win-win-Situation“: Das Land erhalte eine zum Großteil aus erneuerbarer Seewärme gespeiste Wärmeversorgung und die Seewärme Meersburg gewinne einen großen und zuverlässigen Kunden. Vermögen und Bau will jährlich etwa 300 Tonnen CO2 über diese Lösung einsparen. Wärme aus dem Bodensee soll dann Gebäuden wie dem Schloss Meersburg, dem Droste-Hülshoff-Gymnasium oder dem Staatsweingut zugute kommen. (vs)
Auf der anderen Seite ist das Stadtwerk an jedem Grad Celsius interessiert, das nicht künstlich in den Bodensee gelangt. Ein MTU-Motorenwerk von Rolls-Royce Power Systems (RRPS) leitet seine Abluft bislang in den See. Diese Wärmeenergie will das Stadtwerk am See künftig für seine Zwecke nutzen.
Ab den frühen 2030er-Jahren könnte die MTU-Abwärme ein neues Nahwärmenetz versorgen, das im Friedrichshafener Ortsteil Fischbach entstehen soll. So will es der Ausschuss für Planen, Bauen und Umwelt (PBU) der Stadt, der einen entsprechenden Gemeinderatsbeschluss einstimmig befürwortet. Der Rat will am 19. Oktober das Nahwärmenetz verabschieden.
Zunächst will die Stadt kommunale Gebäude anschließen und perspektivisch 433 Tonnen Treibhausgase pro Jahr einsparen. Damit wären rund sechs Prozent der schädlichen Emissionen getilgt, die Friedrichshafen bis 2040 auf dem Weg zur Klimaneutralität loswerden will. Das Stadtwerk am See könnte Contracting-Partner für die Fischbach-Wärmeversorgung werden, darüber ist allerdings später gesondert zu entscheiden.
13 Gebäude sollen über den Bodensee geheizt werden
Unterdessen stellt das Stadtwerk am See in Zukunft über eine Tochtergesellschaft natürliche Seewärme für insgesamt 13 Gebäude des Landes zur Verfügung. Das Land Baden-Württemberg sei als Referenzkunde besonders wichtig, um das Projekt zu realisieren, sagt die Geschäftsführung der Seewärme Meersburg GmbH, Heike Sonntag und Mark Kreuscher, laut einer Mitteilung.
Seit Ende August 2026 liegen sowohl die Baugenehmigung als auch die wasserrechtliche Erlaubnis vor. Eine Landesförderung fehlt nun noch, um mit dem Bau der Energiezentrale mit Wärmepumpe und Wärmetauscher am Freibad Meersbur zu beginnen. In der Seewärme Meersburg arbeiten Stadtwerk am See und Stadt Meersburg seit 2023 zusammen.
Für Thomas Pehle, Leiter von Vermögen und Bau Baden-Württemberg in Ravensburg, ist der geschlossene Vertrag eine „Win-win-Situation“: Das Land erhalte eine zum Großteil aus erneuerbarer Seewärme gespeiste Wärmeversorgung und die Seewärme Meersburg gewinne einen großen und zuverlässigen Kunden. Vermögen und Bau will jährlich etwa 300 Tonnen CO2 über diese Lösung einsparen. Wärme aus dem Bodensee soll dann Gebäuden wie dem Schloss Meersburg, dem Droste-Hülshoff-Gymnasium oder dem Staatsweingut zugute kommen. (vs)
Volker Stephan
© 2026 Energie & Management GmbH
Dienstag, 13.10.2026, 16:16 Uhr
Dienstag, 13.10.2026, 16:16 Uhr
Mehr zum Thema
teilen
teilen
teilen
teilen
SWB-Gruppe stellt Wärmeversorgung in Lehe um