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Enerige & Management > IT - Schneller überbaubare Netzanschlusspunkte finden
Hubert Aiwanger und Egon Leo Westphal mit dem Online-Tool. Quelle: Bayernwerk / Michael Hitzek
IT:
Schneller überbaubare Netzanschlusspunkte finden
Netzanschlüsse sind ein kostbares Gut. Daher ist eine Doppelnutzung bestehender Knoten im Verteilnetz ratsam. Das Bayernwerk stellt ein Online-Tool für Erneuerbaren-Projektierer bereit.
 
„SNAP“ lautet das Zauberwort, das der Verteilnetzbetreiber Bayernwerk für mehr Tempo bei der Energiewende anwendet. Das Akronym steht für „schnelle Netzanschlussprüfung“, die mit einem nun ergänzten Online-Werkzeug gelingen soll.

Bayernwerk-Chef Egon Leo Westphal schaltete die erweiterte Software gemeinsam mit Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) frei. Beide versprechen sich viel von der IT-Lösung: vor allem einen schnellen Überblick, welcher vorhandene Netzanschlusspunkt für ein zusätzliches Erneuerbaren-Projekt erreichbar ist, und dazu vermiedene Kosten in Millionenhöhe.

Das Prinzip ist nicht neu – und wird republikweit geschätzt: Wo bereits ein Öko-Kraftwerk ans Netz angeschlossen ist, hat der Leitungsknoten meist noch Kapazität für eine weitere Anlage. Überbauung heißt das im Fachjargon. In der Praxis passen zum Beispiel Windkraft- und Solaranlage gut zueinander, weil beide nicht immer gleichzeitig ihre volle Einspeiseleistung einbringen.

Snap soll als Online-Plattform nun Projektentwicklern zügig eine Übersicht verschaffen, wo sie ihre Anlage systemdienlich und ohne große Investitionen ansiedeln können – oder darüber, wo in dem ausgesuchten Gebiet gegebenenfalls noch ein freier Netzanschluss möglich ist. Anschlusspunkte so zu optimieren, darin „schlummert ein wahrer Kapazitätsschatz“, so Egon Leo Westphal.

Die Bayernwerk AG habe eine Analyse für das eigene Verteilnetz vorgenommen, so der CEO, und darin ein Potenzial von 4.900 MW mittels Überbauung anschließbarer Leistung ermittelt. Westphal spielt den Ball ins Feld von Hubert Aiwanger, wenn er erklärt, diese Leistung entspreche den im Freistaat bis 2030 geplanten 1.000 neuen Windrädern. Dieses Ziel hatte die bayerische Landesregierung ausgegeben. Entsprechend lobt der Minister das neue Snap-Tool, weil es eine der „pragmatischen und intelligenten Lösungen“ zur gemeinsamen Nutzung und Überbauung vorhandener Anschlusspunkte sei. Westphal ergänzt, die Optimierung der Punkte spare Planungszeit und Geld. Verteilnetzbetreiber müssten weniger von den teuren, neuen Anschlussstellen bauen. Auf rund 750 Millionen Euro schätzt Westphal das theoretische Einsparpotenzial.

Snap verspricht den Interessierten nun eine tagesaktuelle und unverbindliche Auskunft über den nächstgelegenen Anschlusspunkt im regionalen Verteilnetz. Das ging schon länger, nun aber gibt es weitere Funktionen. Zur Anzeige kommen auch die Anlagen im Bayernwerk-Netz, die sich theoretisch überbauen lassen. Dazu lassen sich Flurkarten einblenden, auch die Suche in einem gewünschten Umkreis ist möglich. Schließlich besteht auch eine Schnittstelle zum Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur, das die Kontaktdaten von Eigentümern der Netzanschlüsse bereithält.
 

Volker Stephan
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Mittwoch, 13.08.2025, 17:23 Uhr

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