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Enerige & Management > Stromnetz - RWE baut 400-MW-Batteriespeicher
Quelle: RWE
STROMNETZ:
RWE baut 400-MW-Batteriespeicher
Wo in Lingen bis 2021 Acrylfasern produziert wurden, entsteht jetzt der größte Batteriespeicher Niedersachsens. 
 
Auf der früheren Betriebsfläche der Dralon GmbH, nordöstlich des Gaskraftwerks Emsland, errichtet RWE einen 400-MW-Batteriespeicher. Die geplante Anlage wird ihre Maximalleistung mindestens zwei Stunden lang erbringen können, die Speicherkapazität beträgt mehr als 800 MWh. Eine entsprechende Investitionsentscheidung hat das Energieunternehmen jetzt getroffen. Die Anlage soll 2028 in Betrieb gehen.

Nikolaus Valerius, CEO RWE Generation SE: „Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien wächst der Bedarf an gesicherter Leistung. Hierbei ergänzen sich neue Gaskraftwerke und Batteriespeicher ideal: Während Gaskraftwerke einspringen, wenn Wind und Sonne über Stunden und Tage als Energielieferanten ausfallen, überbrücken Batterien vor allem kurzfristige Lücken oder Lastspitzen. Der neue Batteriespeicher in Lingen kann je nach Bedarf binnen weniger Millisekunden Leistung aufnehmen oder einspeisen. Damit leistet er einen wichtigen Beitrag zur Netzstabilität und zu verlässlichen Strompreisen.“

Bedeutender Energiestandort

Dieter Krone, Oberbürgermeister der Stadt Lingen (Ems): „Die Energiewende in Deutschland braucht leistungsfähige und verlässliche Speicherkapazitäten – und Lingen übernimmt dabei eine zentrale Rolle. Der Bau des Batteriespeichers sorgt dafür, dass das Stromnetz stabil bleibt und kurzfristige Schwankungen effizient ausgeglichen werden können. Mit diesen zukunftsweisenden Entwicklungen erfolgt ein weiterer wichtiger Schritt für die Transformation des Energiestandorts Lingen. Gemeinsam mit der bestehenden Infrastruktur und den weiteren Investitionen im Bereich Grüner Wasserstoff entsteht in Lingen einer der bedeutendsten Energiestandorte Deutschlands.“

Der Batteriespeicher soll unter anderem Regelenergie zur Stabilisierung des Stromnetzes bereitstellen. Er ist technisch auch auf das Erbringen neuer Netzdienstleistungen wie zum Beispiel Momentanreserve (Trägheit) ausgelegt. Der Batteriepark wird mehr als 200 Lithium-Ionen-Batterie-Einheiten beherbergen. Über 100 Wechselrichter 50 Mittelspannungs- und zwei Hochspannungstransformatoren sowie zwei Schaltfelder vervollständigen die Anlage. Die Anbindung ans Stromnetz erfolgt über die Umspannanlage Hilgenberg, die Amprion weniger als 50 Meter entfernt errichtet. 

Bevor das Fundament für den neuen Batteriepark gegossen werden kann, muss ein 8,5 Hektar großes Areal im südlichen Teil des Industriegebiets baureif gemacht werden. Für alle Arbeiten liegen die entsprechenden Genehmigungen vor. Der Beginn der Arbeiten ist für 2. Februar vorgesehen. 

Deutlicher Ausbau der Kapazitäten geplant 

RWE entwickelt, baut und betreibt Batteriespeichersysteme in den USA, in Europa und Australien. Zum Ende des dritten Quartals 2025 hat das Unternehmen nach eigenen Angaben Batteriespeicher mit einer Gesamtleistung von rund 1.200 MW betrieben. Mehr als 2.700 MW sind im Bau. Ein weiterer deutlicher Ausbau der Kapazitäten weltweit sei geplant.
 

Günter Drewnitzky
Redakteur
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