• EM-Power Europe 2026: Erneuerbare Energien 24/7? Aber sicher!
  • Heizungsoptimierung wächst in der Nische
  • Strategisches Steuerungsinstrument im Mittelpunkt
  • Philine Wedell neue Geschäftsführerin des Ikem
  • Jetzt die neue E&M-Ausgabe als ePaper lesen!
  • Stromerzeugung aus Steinkohle in Deutschland 1990 bis 2025
  • CO2 deutlich im Minus
  • VKU stemmt sich gegen Abschaffung der vermiedenen Netzentgelte
  • HEMS als Etablierung eines neuen Geschäftsmodells
  • BEE weist auf Unklarheiten bei „AgNes“ hin
Enerige & Management > Finanzierung - Patrizia verlängert Finanzierung für Kavernenanlage
Quelle: Fotolia / nmann77
FINANZIERUNG:
Patrizia verlängert Finanzierung für Kavernenanlage
Der Energiespeicher Storag Etzel nahe Wilhelmshaven erhält neue finanzielle Spielräume. Patrizia und Commerzbank verlängern Darlehen und bereiten die Wasserstoffnutzung vor.
 
Der Investmentmanager Patrizia hat für die unterirdische Speicheranlage Storag Etzel eine Refinanzierung in Höhe von 351 Millionen Euro gesichert. Nach Angaben des Unternehmens mit Hauptsitz in Augsburg verlängert die Finanzierung die Laufzeiten bestehender Darlehen um fünf Jahre.

Bei der Refinanzierung hat die internationale Wirtschaftskanzlei Clifford Chance mit Hauptsitz in London Patrizia rechtlich beraten. Die Refinanzierung ist, wie Patrizia in einer Mitteilung bekannt gibt, Teil eines umfassenderen Finanzierungspakets mit einem Gesamtvolumen von 540 Millionen Euro. Die Commerzbank hat das Konsortium als Konsortialführer strukturiert und arrangiert. Nach Angaben von Patrizia schaffe die verlängerte Finanzierung Planungssicherheit für die nächste Entwicklungsphase der Speicheranlage in Etzel.

Die Anlage Storag Etzel liegt nahe Wilhelmshaven (Niedersachsen) und zählt seit über 50 Jahren zur deutschen Öl- und Gasinfrastruktur. Der Standort verfügt derzeit über 75 in Betrieb befindliche unterirdische Kavernen zur Speicherung von Erdöl und Erdgas. Technisch ist eine Erweiterung auf bis zu 99 Kavernen möglich. Künftig soll die Anlage auch für Wasserstoff nutzbar sein.

Nach Darstellung von Patrizia richtet sich die strategische Entwicklung der Anlage zunehmend auf die Anforderungen der Energiewende aus. Die Rolle des Standorts verschiebt sich damit von einem fossilen Energiespeicher hin zu einer wasserstofffähigen Infrastruktur. Das Unternehmen sieht darin einen Beitrag zur Dekarbonisierung industrieller Prozesse und des Energiesystems in Deutschland und Europa.

Öffentliche Mittel alleine reichen nicht aus

Patrizia hält und verwaltet die Anlage langfristig über den „IVG Cavern Fund“. Dieser Fonds investiert in unterirdische Speicherinfrastruktur und verfolgt einen langfristigen Anlageansatz, wie es aus Augsburg heißt. 

Betrieben wird der Standort gemeinsam mit dem Partner Storag Etzel. Das Unternehmen mit Sitz in Etzel betreibt unterirdische Kavernenspeicher für flüssige und gasförmige Energieträger. Eigentümer und Betreiber haben am Standort bereits Wasserstoffspeichertests mit europäischen Partnern durchgeführt (wir berichteten).

Die Refinanzierung ordnet Patrizia auch in den politischen und wirtschaftlichen Kontext ein. Die Bundesregierung plant Investitionen in Höhe von 500 Milliarden Euro für Klima- und Infrastrukturmaßnahmen. Nach Einschätzung des Unternehmens reichen öffentliche Mittel alleine nicht aus, um die notwendige Modernisierung der Energieinfrastruktur umzusetzen. Privates Kapital spiele daher eine zentrale Rolle bei der Umnutzung bestehender Anlagen.
 

Davina Spohn
Redakteurin
+49 (0) 8152 9311 18
eMail
facebook
© 2026 Energie & Management GmbH
Montag, 15.12.2025, 12:17 Uhr

Mehr zum Thema