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Enerige & Management > Windkraft Onshore - Octopus startet vierten Windstrom-Fan-Club
Quelle: Jonas Rosenberger
WINDKRAFT ONSHORE:
Octopus startet vierten Windstrom-Fan-Club
Rund um den Windpark Gomadingen bietet Octopus Energy einen Tarif mit windabhängigen Rabatten an. Das Modell hat der Versorger aus dem britischen Markt übernommen.
 
Octopus Energy hat rund um den neuen Windpark Gomadingen auf der Schwäbischen Alb seinen vierten deutschen „Fan Club“ gestartet. Haushalte in einem Umkreis von 15 Kilometern können dabei einen Stromtarif nutzen, dessen Arbeitspreis abhängig von der örtlichen Windgeschwindigkeit variiert. Voraussetzung ist ein intelligentes Messsystem, das den Verbrauch viertelstündlich erfasst.

Der Name des Modells spielt mit dem englischen Wort „fan“, das sowohl Ventilator als auch Anhänger bedeuten kann. In Großbritannien bezeichnet Octopus Energy damit seit mehreren Jahren Tarife für Haushalte in der Nähe bestimmter Windkraftanlagen. Die Kunden sollen ihren Verbrauch möglichst in Zeiten hoher lokaler Windstromerzeugung verlagern.

In Gomadingen, im schwäbischen Landkreis Reutlingen, gewährt der Anbieter nach eigenen Angaben ab einer Windgeschwindigkeit von 1,5 Metern pro Sekunde einen Rabatt von 20 Prozent auf den Strompreis. Ab 5 Metern pro Sekunde soll sich der Preis um 50 Prozent verringern. Die Rabatte gelten jeweils für die Zeiträume, in denen die entsprechenden Windwerte erreicht werden. Octopus Energy beziffert die durchschnittliche Ersparnis auf etwa 200 Euro im Jahr. Wie hoch sie tatsächlich ausfällt, hängt jedoch vom individuellen Verbrauch und davon ab, in welchem Umfang dieser in windreiche Stunden verschoben wird.

Tarif abhängig von Windgeschwindigkeit

Teilnehmen können Haushalte in festgelegten Postleitzahlgebieten rund um Gomadingen. Dazu zählen unter anderem Metzingen, Pfullingen, Münsingen, Bad Urach, Eningen, Lichtenstein, Trochtelfingen und Engstingen. Kunden ohne Smart Meter will Octopus Energy ein entsprechendes Gerät nach eigenen Angaben kostenlos bereitstellen. Die jeweils geltende Rabattstufe lässt sich über einen sogenannten Wind-Tacho im Internet verfolgen.

Mit dem Tarif versucht das Unternehmen, finanzielle Anreize für einen flexibleren Stromverbrauch zu setzen. Ob und in welchem Umfang das Modell tatsächlich zur Entlastung der Netze beiträgt, hängt allerdings von der Zahl der Teilnehmer, ihrem Verbrauchsverhalten und den jeweiligen Netzbedingungen ab.

Octopus Energy verfolgt entsprechende Pläne in Deutschland bereits seit längerer Zeit. Ende 2023 hatte der Versorger angekündigt, das im britischen Markt entstandene und damals zunächst in Brandenburg erprobte Fan-Club-Modell breiter auszurollen. Geprüft wurden seinerzeit auch Kooperationen mit anderen Windparkbetreibern, also eine Ausweitung über eigene oder von verbundenen Unternehmen finanzierte Anlagen hinaus. Zudem stellte das Unternehmen in Aussicht, gebündelte Flexibilität der Kunden künftig am Strommarkt oder für Systemdienstleistungen zu vermarkten.

Nach Angaben des Unternehmens war das Angebot zunächst als Nachweis gedacht, dass sich lokale Verbrauchsanreize vergleichsweise einfach umsetzen lassen. Zugleich verband Octopus Energy das Konzept mit dem Ziel, die Akzeptanz für Windparks zu erhöhen, indem Anwohner unmittelbar von der Stromerzeugung in ihrer Umgebung profitieren.

Neben Gomadingen bestehen Fan Clubs laut Octopus Energy bereits in Großräschen in Brandenburg, am Standort Gaishecke in Hessen und in Gössersdorf in Bayern. Der Standort auf der Schwäbischen Alb ist damit der vierte deutsche Anwendungsfall des Modells. (fw)
 

Fritz Wilhelm
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