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Enerige & Management > Windkraft - Nordrhein-Westfalen ist neues Windland Nummer 1
Quelle: Shutterstock / Jacques Tarnero
WINDKRAFT:
Nordrhein-Westfalen ist neues Windland Nummer 1
In Nordrhein-Westfalen wurde im Jahr 2025 zum ersten Mal die Marke von 1.000 MW beim Zubau neuer Windkraftanlagen überschritten.
 
Windenergie-Boom im bevölkerungsreichsten Bundesland: 259 Windenergieanlagen mit einer Bruttoleistung von 1.346 MW sind im vergangenen Jahr in Nordrhein-Westfalen neu errichtet worden. Das meldete der Landesverband Erneuerbare Energien Nordrhein-Westfalen (LEE NRW) mit Sitz in Düsseldorf nach einer vorläufigen Auswertung des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur.

Der Bruttozubau liegt fast 80 Prozent über dem Vorjahreswert. Da in den zurückliegenden zwölf Monaten zugleich ältere Anlagen abgebaut wurden, beläuft sich der Nettozuwachs auf 1.288 MW. „Damit ist NRW im vergangenen Jahr sowohl beim Brutto- als auch beim Nettozubau vor Niedersachsen und Schleswig-Holstein bundesweit die Nummer 1“, schreibt der Verband.

Für das laufende Jahr erwartet der LEE NRW einen weiteren Anstieg der Windenergieleistung von über 1.500 MW. Als Grundlage nennt er vorliegende Genehmigungen für Windräder mit einem Volumen von mehr als 6.000 MW Leistung.

LEE-NRW-Geschäftsführer Christian Vossler zeigt sich mit der Entwicklung zufrieden: „Die Zahlen sehen in der Tat super aus. Der letztjährige Zuwachs beweist eindrucksvoll, was beim Windenergieausbau möglich ist, wenn Politik, die Windenergiebranche und die Genehmigungsbehörden ein gemeinsames Ziel haben.“

Gleichzeitig verweist der Verband auf wachsende Probleme für die Branche. Zu den Dauerbrennern zählen nach Angaben des LEE NRW marode Autobahnen und Brücken, die den Transport der voluminösen Bauteile für Windenergieanlagen erschweren, verzögern und verteuern.

Als Haupthindernis für den weiteren Ausbau bezeichnet der Verband den fehlenden Netzausbau. Aus Sicht des LEE NRW entwickeln sich unzureichende Netze und deren schleppender Ausbau zunehmend zur Achillesferse der Windenergie. Während von der Antragstellung bis zur Inbetriebnahme eines Windparks derzeit rund dreieinhalb Jahre vergehen, dauere der Netzausbau aktuell weit über zehn Jahre. So könne die Energiewende nicht funktionieren, heißt es aus Düsseldorf.

Zunehmend Sorgen bereiten LEE-Geschäftsführer Vossler zudem Signale aus der Bundespolitik: „Wenn die zuständige Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche und ihr ehemaliger Chef, der Eon-Vorstandsvorsitzende Leonhard Birnbaum, gemeinsam fordern, den Ausbau der erneuerbaren Energien an den verschleppten Netzausbau anzupassen, dann ist das ein kräftiger Tritt auf das Bremspedal, der den von der Politik versprochenen wirtschaftlichen Aufschwung verzögert.“
Die installierte Leistung der Windenergie in Nordrhein-Westfalen im Zeitraum 2012 bis 2025
(zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken)
Quelle: LEE NRW
 

Stefan Sagmeister
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