
Ein Rechenzentrum, wie Mainova es in Langen (Hessen) plant. Quelle: Mainova
IT:
Nachhaltige Rechenzentren als Impulse für die Wirtschaft
Digitalisierung ist ein Wachstumsmarkt. Um Potenziale zu heben und international anschlussfähig zu bleiben, benötige Deutschland eine Rechenzentrumsstrategie, fordert die Dena.
Rasant wachsende Schlüsseltechnologien in der Digitalwirtschaft machen immer mehr und leistungsfähigere Rechenzentren erforderlich.
Die Deutsche Energie-Agentur (Dena) sieht für Deutschland auf diesem Gebiet enormes Potenzial und empfiehlt in Verbindung
mit der Energiewende den dezentralen Bau nachhaltiger Datenzentren.
Dies ist ein zentrales Ergebnis aus einem jetzt veröffentlichten Gutachten, das das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) bei der Dena in Auftrag gegeben hatte. Um die Entwicklung strukturiert voranbringen zu können, sei eine Rechenzentrumsstrategie der Bundesregierung nötig, so die Dena. Sie müsse auf konkreten digitalpolitischen und digitalwirtschaftlichen Handlungsempfehlungen aufsetzen.
Die kommende Regierung könne in diesem Sinne für bessere Rahmenbedingungen sorgen, sagt Dena-Chefin Corinna Enders laut einer Mitteilung. Ihre Forderung: „Deutschland braucht eine klare Strategie für den Ausbau digitaler Infrastruktur, um die Entwicklung des Energiesystems mit Sicherheitsfragen und Wirtschaftswachstum zu verbinden.“
In Europa führend, auf dem Weltmarkt schwindet die Bedeutung
Die Dena kommt bei ihrer von Partnern unterstützen Untersuchung zu einer zweischneidigen Bestandsaufnahme. So sei Deutschland aktuell mit über 2.000 Rechenzentren und einer IT-Anschlussleistung von mehr als 2.700 MW der führende Rechenzentrumsstandort in Europa. Bis 2030 sei von einem Anstieg des Strombedarfs in diesem Bereich auf 31 Milliarden kWh auszugehen, bis 2045 auf 80 Milliarden kWh – und somit einer Vervierfachung gegenüber dem aktuellen Verbrauch.
Trotz der europäischen Führungsposition nehme andererseits der Anteil Deutschlands an den weltweiten IT-Kapazitäten ab. 2024 kamen Deutschlands Rechenzentren-Server noch auf knapp 2,5 Prozent der gesamten Leistung, nach 3,5 Prozent im Jahr 2015. Die Dena schreibt dies fehlenden Clouddiensten zu, Deutschland sei hier ein Importland. Künstliche Intelligenz (KI) werde zudem die Entwicklung vor allem in China und den USA treiben.
Die Dena hat klare Vorstellungen für den Ausbau von Rechenzentren. Er solle nicht bei den derzeitigen Hotspots stattfinden, die die Agentur in Frankfurt und der Rhein-Main-Region identifiziert. Dies führe ohnehin schon zu einer starken Belastung der lokalen Stromnetze. Daher sollen neue Rechenzentren in ganz Deutschland entstehen, bevorzugt am Ort „hoher erneuerbarer Stromproduktion“.
Je Megawatt bis zu 150 neue Arbeitsplätze
Neuansiedlungen von Zentren haben laut Dena wichtige Effekte auch für den Arbeitsmarkt. Dies erfolge durch den Zuzug von Anbietern der IT-Infrastruktur, von Unternehmen der Digitalwirtschaft und der Forschungsinfrastruktur. In einem 1-MW-Rechenzentrum seien drei bis neun Menschen beschäftigt. Zuarbeitende Unternehmen der Peripherie benötigten je Megawatt weitere 35 bis 140 Mitarbeitende.
Die Dena empfiehlt eine gezielte Standortpolitik und eine kluge Einbindung von Rechenzentren in das Energiesystem. So gedacht, würden nachhaltige Rechenzentren den Wirtschaftsstandort Deutschland und die digitale Souveränität im Land stärken. Dies verlange die Bereitstellung geeigneter Flächen ebenso wie eine verzahnte Planung von Strom-, Wärme- und Glasfasernetzen.
Nachhaltige Rechenzentren wären demnach eingebunden in ein System aus Unterbrechungsfreier Stromversorgung (USV), Pufferspeichern, Abwärmenutzung in lokalen Wärmenetzen oder in die Nutzung von Flexibilitätsoptionen zur Netz- und Strompreisstabilisierung.
Die Dena hat für das Gutachten mit Borderstep Institut, Universität Stuttgart, SDIA, EY Law, Fraunhofer ISI und BBH-Gruppe zusammengearbeitet. Das Papier „Stand und Entwicklung des Rechenzentrumsstandorts Deutschland “ steht auf der Internetseite des Bundeswirtschaftsministeriums als PDF bereit.
Dies ist ein zentrales Ergebnis aus einem jetzt veröffentlichten Gutachten, das das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) bei der Dena in Auftrag gegeben hatte. Um die Entwicklung strukturiert voranbringen zu können, sei eine Rechenzentrumsstrategie der Bundesregierung nötig, so die Dena. Sie müsse auf konkreten digitalpolitischen und digitalwirtschaftlichen Handlungsempfehlungen aufsetzen.
Die kommende Regierung könne in diesem Sinne für bessere Rahmenbedingungen sorgen, sagt Dena-Chefin Corinna Enders laut einer Mitteilung. Ihre Forderung: „Deutschland braucht eine klare Strategie für den Ausbau digitaler Infrastruktur, um die Entwicklung des Energiesystems mit Sicherheitsfragen und Wirtschaftswachstum zu verbinden.“
In Europa führend, auf dem Weltmarkt schwindet die Bedeutung
Die Dena kommt bei ihrer von Partnern unterstützen Untersuchung zu einer zweischneidigen Bestandsaufnahme. So sei Deutschland aktuell mit über 2.000 Rechenzentren und einer IT-Anschlussleistung von mehr als 2.700 MW der führende Rechenzentrumsstandort in Europa. Bis 2030 sei von einem Anstieg des Strombedarfs in diesem Bereich auf 31 Milliarden kWh auszugehen, bis 2045 auf 80 Milliarden kWh – und somit einer Vervierfachung gegenüber dem aktuellen Verbrauch.
Trotz der europäischen Führungsposition nehme andererseits der Anteil Deutschlands an den weltweiten IT-Kapazitäten ab. 2024 kamen Deutschlands Rechenzentren-Server noch auf knapp 2,5 Prozent der gesamten Leistung, nach 3,5 Prozent im Jahr 2015. Die Dena schreibt dies fehlenden Clouddiensten zu, Deutschland sei hier ein Importland. Künstliche Intelligenz (KI) werde zudem die Entwicklung vor allem in China und den USA treiben.
Die Dena hat klare Vorstellungen für den Ausbau von Rechenzentren. Er solle nicht bei den derzeitigen Hotspots stattfinden, die die Agentur in Frankfurt und der Rhein-Main-Region identifiziert. Dies führe ohnehin schon zu einer starken Belastung der lokalen Stromnetze. Daher sollen neue Rechenzentren in ganz Deutschland entstehen, bevorzugt am Ort „hoher erneuerbarer Stromproduktion“.
Je Megawatt bis zu 150 neue Arbeitsplätze
Neuansiedlungen von Zentren haben laut Dena wichtige Effekte auch für den Arbeitsmarkt. Dies erfolge durch den Zuzug von Anbietern der IT-Infrastruktur, von Unternehmen der Digitalwirtschaft und der Forschungsinfrastruktur. In einem 1-MW-Rechenzentrum seien drei bis neun Menschen beschäftigt. Zuarbeitende Unternehmen der Peripherie benötigten je Megawatt weitere 35 bis 140 Mitarbeitende.
Die Dena empfiehlt eine gezielte Standortpolitik und eine kluge Einbindung von Rechenzentren in das Energiesystem. So gedacht, würden nachhaltige Rechenzentren den Wirtschaftsstandort Deutschland und die digitale Souveränität im Land stärken. Dies verlange die Bereitstellung geeigneter Flächen ebenso wie eine verzahnte Planung von Strom-, Wärme- und Glasfasernetzen.
Nachhaltige Rechenzentren wären demnach eingebunden in ein System aus Unterbrechungsfreier Stromversorgung (USV), Pufferspeichern, Abwärmenutzung in lokalen Wärmenetzen oder in die Nutzung von Flexibilitätsoptionen zur Netz- und Strompreisstabilisierung.
Die Dena hat für das Gutachten mit Borderstep Institut, Universität Stuttgart, SDIA, EY Law, Fraunhofer ISI und BBH-Gruppe zusammengearbeitet. Das Papier „Stand und Entwicklung des Rechenzentrumsstandorts Deutschland “ steht auf der Internetseite des Bundeswirtschaftsministeriums als PDF bereit.
Volker Stephan
© 2025 Energie & Management GmbH
Donnerstag, 13.03.2025, 12:59 Uhr
Donnerstag, 13.03.2025, 12:59 Uhr
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