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Enerige & Management > Stromnetz - N-Ergie startet Projekt zu FCA
Quelle: Fotolia / Silviu G Halmaghi
STROMNETZ:
N-Ergie startet Projekt zu FCA
Flexible Netzanschlussvereinbarungen mit dem Netzbetreiber können das Stromnetz entlasten. Die Nürnberger N-Ergie untersucht mit Forschenden der FFE die Möglichkeiten dazu.
 
Der Verteilnetzbetreiber N-Ergie Netz mit Sitz in Nürnberg startet ein neues Projekt zur „volldynamischen Einspeisung“ erneuerbarer Energien. Ziel ist es, trotz hoher Netzauslastung zusätzliche Erzeugungsanlagen anzuschließen und damit den weiteren Ausbau von Windkraft, Solar und Bioenergie voranzutreiben.

Kernstück des Vorhabens ist eine gemeinsame Studie mit der Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FFE) in München. Untersucht werden neue Formen flexibler Netzanschlussvereinbarungen, Flexible Connection Agreements (FCA). Diese Vereinbarungen erlauben es bereits heute, weitere Anlagen an stark ausgelastete Netze anzuschließen, indem feste Einspeisezeiten ausgeschlossen werden, etwa während der PV-Spitzenerzeugung zur Mittagszeit.

Im Rahmen der Studie soll dieses Prinzip weiterentwickelt werden. Statt starrer Zeitfenster soll künftig eine volldynamische Betriebsweise möglich sein. Dabei orientieren sich Einspeisebeschränkungen nicht mehr an festen Vorgaben, sondern an der tatsächlichen Auslastung des Netzes in Echtzeit. „Ziel der Studie ist es, bis Mitte 2026 den Grundstein für eine volldynamische Betriebsweise zu legen, das heißt weg von festen Ausschlusszeiten hin zur tatsächlichen Netzauslastung“, heißt es bei der N-Ergie Netz.

Hintergrund des Projekts ist der starke Zubau erneuerbarer Energien bei gleichzeitig sinkendem Stromverbrauch. „In den vergangenen vier Jahren wurden an das Netz der N-Ergie rund 55.000 neue PV-Anlagen mit einer Leistung von 1.400 MW angeschlossen“, heißt es dazu vom Unternehmen. Insgesamt stehen heute mehr als 4.400 MW installierter erneuerbarer Leistung einer Jahreshöchstlast von knapp 1.100 MW im N-Ergie-Netz gegenüber.

In sonnenreichen Zeiten führt dieses Ungleichgewicht dazu, dass Anlagen gedrosselt werden müssen, um Leitungen und Transformatoren vor Überlastung zu schützen. Das beeinträchtigt nicht nur bestehende Anlagen, sondern erschwert auch neue Netzanschlüsse. Zwar können kleinere Anlagen häufig weiterhin vor Ort angeschlossen werden, bei größeren Projekten zeigt die gesetzlich vorgeschriebene Prüfung des technisch und wirtschaftlich günstigsten Netzverknüpfungspunkts jedoch zunehmend Grenzen auf.

Mit der Kombination aus Netzausbau und flexibleren Anschlussmodellen will der Netzbetreiber die Voraussetzungen schaffen, damit der Ausbau erneuerbarer Energien auch unter schwierigen Netzbedingungen weitergehen kann.
 

Stefan Sagmeister
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Dienstag, 30.12.2025, 10:41 Uhr

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