
Die Motorfähre "Richmond" fährt mit Bio-Flüssigerdgas - wenn sie fährt. Quelle: Stadtwerke Konstanz
ERDGASFAHRZEUGE:
Manövrierunfähige Pionier-Gasfähre gibt Rätsel auf
Freibier statt Fährfahrt: Das junge LNG-Schiff der Stadtwerke Konstanz dümpelt auf dem Bodensee herum, die Passagiere erhalten Gratis-Kost. Der Ausfall wirft Fragen auf.
Ein Pilotprojekt mit Aussetzern: Die mit Flüssigerdgas (LNG) betriebene Motorfähre „Richmond“ hat ihren Dienst auf dem Bodensee
komplett verweigert. Beide Antriebe fielen nach Angaben der Stadtwerke Konstanz aus. Was als Transfer von einer Viertelstunde
Dauer geplant war, dehnte sich für Besatzung und Passagiere am Sonntag, 9. März, zu einer dreistündigen Geduldsprobe aus.
Das Malheur ereignete sich auf der regulären Route zwischen dem Anleger in Meersburg und Konstanz. Laut einem Sprecher der Stadtwerke Konstanz, die die Autofähre betreiben, nahmen die Menschen an Bord die Angelegenheit geduldig und ohne große Aufregung auf. Das mag nicht zuletzt daran gelegen haben, dass die Besatzung während der Wartezeit Freigetränke, auch alkoholische, und Eis springen ließ.
Das Fährschiff zählt seit rund anderthalb Jahren zur Fährflotte auf dem Drei-Länder-Gewässer und bietet 64 Autos und 700 Passagieren Platz. Neun Monate nach der Inbetriebnahme, im Juli 2024, stellten die Stadtwerke den Betrieb der reinen Gasmotoren-Fähre mit Direktantrieb auf Bio-LNG um. Die beiden Motoren von Rolls-Royce Power Systems verbrennen seither aus Mist und Gülle hergestelltes Flüssigerdgas, arbeiten also weitgehend klimaneutral. Die Stadtwerke beziehen das Bio-LNG aus einer Biogasanlage in Südtirol (Italien).
Rolls Royce: Kein Fehler bei den Motoren
Der städtische Reeder ordnet Pannen wie diese als Lehrgeld ein. Es handele sich bei der Flüssigerdgas-Fähre um ein Pilotprojekt, so der Sprecher des Versorgers. Trotz aller Sorgfalt, mit der das Personal zu Werke gehe, „fehlten Erfahrungswerte“. Damit seien „Probleme wie bei jedem Neubau grundsätzlich nicht auszuschließen“.
Die Fehlerhäufigkeit sei insgesamt „etwas größer“ als bei anderen Antriebsarten, der komplette Ausfall beider Motoren „sehr selten“. Eigentlich ist der zweite Motor der Fähre dafür vorgesehen, beim Ausfall des anderen ersatzweise zu übernehmen.
Die Bergungsaktion zog sich insgesamt über drei Stunden hin, weil die Besatzung eines Ersatzschiffes zunächst aus der Freizeit zu holen war. Als erstes war ein Arbeitsboot bei der „Richmond“, mit Hilfe der Schwesterfähre „Kreuzlingen“ gelang dann die Rückkehr nach Meersburg. Noch am Sonntag, so der Sprecher, funktionierten die Motoren wieder. Die Fähre konnte somit aus eigener Kraft in Konstanz einlaufen.
Aufschluss über den Motorenausfall erhoffen sich die Verantwortlichen in den kommenden Tagen. Für die „Richmond“ war laut Stadtwerke-Sprecher in dieser Woche ohnehin eine turnusgemäße Wartung vorgesehen, für die drei Wochen angesetzt sind. Die erforderliche Reparatur soll möglichst in dieser Zeit erfolgen.
Wie Rolls Royce Power Systems am 13. März mitteilt, habe nach erfolgter Überprüfung bei ihrer mtu-Antriebsanlage „kein technischer Fehler“ vorgelegen. „Die Motoren waren betriebsbereit“, so eine Sprecherin.
Und dann bleiben alle Fähren in den Häfen
Dass am 11. März erneut Fähren auf dem Bodensee liegen blieben, hatte übrigens keine technischen Gründe. Diesmal brachte der Streikaufruf der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi die Motoren gehörig zum Stottern. Die Stadtwerke Konstanz hatten vorsorglich über den eingestellten Schiffsverkehr zwischen Meersburg und Konstanz informiert.
Das Malheur ereignete sich auf der regulären Route zwischen dem Anleger in Meersburg und Konstanz. Laut einem Sprecher der Stadtwerke Konstanz, die die Autofähre betreiben, nahmen die Menschen an Bord die Angelegenheit geduldig und ohne große Aufregung auf. Das mag nicht zuletzt daran gelegen haben, dass die Besatzung während der Wartezeit Freigetränke, auch alkoholische, und Eis springen ließ.
Das Fährschiff zählt seit rund anderthalb Jahren zur Fährflotte auf dem Drei-Länder-Gewässer und bietet 64 Autos und 700 Passagieren Platz. Neun Monate nach der Inbetriebnahme, im Juli 2024, stellten die Stadtwerke den Betrieb der reinen Gasmotoren-Fähre mit Direktantrieb auf Bio-LNG um. Die beiden Motoren von Rolls-Royce Power Systems verbrennen seither aus Mist und Gülle hergestelltes Flüssigerdgas, arbeiten also weitgehend klimaneutral. Die Stadtwerke beziehen das Bio-LNG aus einer Biogasanlage in Südtirol (Italien).
Rolls Royce: Kein Fehler bei den Motoren
Der städtische Reeder ordnet Pannen wie diese als Lehrgeld ein. Es handele sich bei der Flüssigerdgas-Fähre um ein Pilotprojekt, so der Sprecher des Versorgers. Trotz aller Sorgfalt, mit der das Personal zu Werke gehe, „fehlten Erfahrungswerte“. Damit seien „Probleme wie bei jedem Neubau grundsätzlich nicht auszuschließen“.
Die Fehlerhäufigkeit sei insgesamt „etwas größer“ als bei anderen Antriebsarten, der komplette Ausfall beider Motoren „sehr selten“. Eigentlich ist der zweite Motor der Fähre dafür vorgesehen, beim Ausfall des anderen ersatzweise zu übernehmen.
Die Bergungsaktion zog sich insgesamt über drei Stunden hin, weil die Besatzung eines Ersatzschiffes zunächst aus der Freizeit zu holen war. Als erstes war ein Arbeitsboot bei der „Richmond“, mit Hilfe der Schwesterfähre „Kreuzlingen“ gelang dann die Rückkehr nach Meersburg. Noch am Sonntag, so der Sprecher, funktionierten die Motoren wieder. Die Fähre konnte somit aus eigener Kraft in Konstanz einlaufen.
Aufschluss über den Motorenausfall erhoffen sich die Verantwortlichen in den kommenden Tagen. Für die „Richmond“ war laut Stadtwerke-Sprecher in dieser Woche ohnehin eine turnusgemäße Wartung vorgesehen, für die drei Wochen angesetzt sind. Die erforderliche Reparatur soll möglichst in dieser Zeit erfolgen.
Wie Rolls Royce Power Systems am 13. März mitteilt, habe nach erfolgter Überprüfung bei ihrer mtu-Antriebsanlage „kein technischer Fehler“ vorgelegen. „Die Motoren waren betriebsbereit“, so eine Sprecherin.
Und dann bleiben alle Fähren in den Häfen
Dass am 11. März erneut Fähren auf dem Bodensee liegen blieben, hatte übrigens keine technischen Gründe. Diesmal brachte der Streikaufruf der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi die Motoren gehörig zum Stottern. Die Stadtwerke Konstanz hatten vorsorglich über den eingestellten Schiffsverkehr zwischen Meersburg und Konstanz informiert.
Volker Stephan
© 2025 Energie & Management GmbH
Dienstag, 11.03.2025, 16:02 Uhr
Dienstag, 11.03.2025, 16:02 Uhr
Mehr zum Thema