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Enerige & Management > Kernenergie - Liefervertrag für SMR-Strom abgeschlossen
Quelle: Fotolia / s_l
KERNENERGIE:
Liefervertrag für SMR-Strom abgeschlossen
In den Niederlanden wurde eine Absichtserklärung für die Stromabnahme aus einem Small Modular Reactor unterzeichnet.
 
Einen Vertrag über die Lieferung von Strom aus einem Small Modular Nuclear Reactor (SMR) haben die beiden niederländischen Unternehmen Eneco und ULC-Energy unterzeichnet. Festgehalten ist das in einem Letter of Intent, einer Absichtserklärung, wie Eneco in einem Pressestatement mitteilte.

„Die Vereinbarung sieht vor, dass Eneco und ULC-Energy gemeinsam prüfen, ob ein künftiger Stromabnahmevertrag wirtschaftlich und operativ realisierbar wäre“, heißt es weiter. Wenn die Voraussetzungen stimmten, könnte die Stromabnahme frühestens ab 2035 erfolgen. Allerdings: Konkrete Bauentscheidungen oder genehmigte Standorte für SMR-Anlagen in den Niederlanden gibt es bisher nicht.

Eneco ist ein Energieversorger mit Sitz in Rotterdam und versorgt in den Niederlanden nach eigenen Angaben mehr als 2 Millionen Kunden mit Strom, Gas und Wärme. Weiterhin ist das Unternehmen in Belgien und Großbritannien aktiv. In Deutschland ist die Hamburger Lichtblick Teil von Eneco. Eigentümer ist seit 2020 ein Konsortium der japanischen Unternehmen Mitsubishi Corporation und Chubu Electric Power. Zuvor befand sich Eneco im Besitz niederländischer Kommunen.

„Eneco hat stets die Position vertreten, dass im Rahmen der Energiewende keine Energiequelle ausgeschlossen werden sollte, einschließlich der Kernenergie“, heißt es weiter in der Mitteilung. Gleichwohl sehe sich das Unternehmen nicht in der Lage, selbst in die Entwicklung und den Bau von SMR zu investieren. Der Strom aus einem künftigen SMR stelle daher eine Ergänzung des Eneco-Beschaffungsportfolios dar.

ULC-Energy wurde 2021 gegründet und hat seinen Sitz in Amsterdam. „ULC-Energy entwickelt in den Niederlanden SMR-Projekte auf Basis des Rolls-Royce-SMR.“ Dabei handle es sich um einen Druckwasserreaktor mit einer Leistung von 470 MW von Rolls-Royce mit erprobter Technologie, bei dem bis zu 90 Prozent der Bauaktivitäten unter „Fabrikbedingungen“ erfolgen sollen.

Dirk Rabelink, CEO von ULC-Energy, sagte: „Wir begrüßen diese Absichtserklärung mit Eneco. Dass ein großer niederländischer Energieversorger diese Option ernsthaft prüft, ist ein wichtiges Signal für die breitere Umsetzbarkeit von SMR in den Niederlanden.“

Small Modular Reactors gelten als Hoffnungsträger der Kernenergie. Die modular aufgebauten Kleinreaktoren sollen sicherer sein und weniger Atommüll erzeugen. Trotz politischer Unterstützung etwa in der EU gibt es bislang kaum serienreife Anlagen. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) existieren nur in China und Russland Prototypen. In westlichen Staaten befinden sich viele Vorhaben noch in frühen Entwicklungsphasen oder wurden wieder gestoppt.
 

Stefan Sagmeister
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