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Enerige & Management > Lng - Kritik am Chloreinsatz bei der Regasifizierung in Wilhelmshaven
Die Esperanza bei ihrer Ankunft in Wilhelmshaven. Quelle: Andreas Burmann
LNG:
Kritik am Chloreinsatz bei der Regasifizierung in Wilhelmshaven
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat gegen die Betriebsgenehmigung und wasserrechtliche Erlaubnis des LNG-Terminalschiffs „Höegh Esperanza“ in Wilhelmshaven Widerspruch eingelegt.
 
Die Esperanza ist eine sogenannte Floating Storage and Regasification Unit (FSRU), das heißt, sie nimmt das Flüssigerdgas von den Tankern entgegen, speichert es zwischen, wandelt es wieder in gasförmigen Zustand um und speist es ins Gasnetz ein. Sie war im Dezember in Betrieb genommen worden.

Was die DUH besonders stört, ist die Tatsache, dass zur Reinigung der Rohrleitungen, die zur Regasifizierung dienen, Chlor verwendet wird, das ins Meer gelangt. In einer Mitteilung des Vereins ist von mehreren Dutzend Tonnen pro Jahr die Rede. Das Verfahren sei zudem veraltet und müsse durch ein anderes ersetzt werden, das keine Gefahr für die Tier- und Pflanzenwelt im Wattenmeer darstelle. Andere Terminalschiffe würden ohne Chloreinsatz betrieben.

Deshalb fordert die Umwelthilfe, dass die Betriebsgenehmigung für das LNG-Terminal Wilhelmshaven, die bis 2043 erteilt wurde, verkürzt und bis 2032 befristet werden müsse. Auch im Hinblick auf die Pariser Klimaziele dürfe man nicht von einer fossilen Abhängigkeit in die nächste geraten. In dem Zusammenhang kritisiert die DUH darüber hinaus, dass die Importkapazitäten der weiteren in Deutschland geplanten und im Bau befindlichen LNG-Anlagen überdimensioniert seien und mehr als den gesamten jährlichen Gasverbrauch der Bundesrepublik abdecken würden.

Seitens Uniper und der Genehmigungsbehörden hieß es anlässlich der Eröffnungsfeierlichkeiten vor Weihnachten 2022, alle 300 Einwände gegen das LNG-Projekt seien eingehend geprüft worden, alle Umweltstandards würden eingehalten. Niedersachsens Energieminister Christian Meyer (Grüne) hatte in einer Pressemitteilung erklärt, zur Genehmigung gehöre auch ein Minimierungskonzept für die Einleitung der Chlorbiozide. Zudem werde das gewässerökologische Monitoring intensiviert, um Verschlechterungen der Umweltsituation auszuschließen. Auch gebe es eine enge Überwachung der Einleitungen.
 

Günter Drewnitzky
Redakteur
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Mittwoch, 11.01.2023, 13:01 Uhr

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