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Enerige & Management > Wärmenetz - Konstanzer Gemeinderat beschließt Kapital für klimafreundliche Wärme
Quelle: Stefan Sagmeister
WÄRMENETZ:
Konstanzer Gemeinderat beschließt Kapital für klimafreundliche Wärme
Konstanz will den Ausbau erneuerbarer Wärmenetze vorantreiben und stellt den Stadtwerken über 15 Jahre dafür 30 Millionen Euro bereit.
 
Der Gemeinderat der Stadt Konstanz hat am 23. April 2026 beschlossen, die Eigenkapitalbasis der Stadtwerke Konstanz GmbH deutlich zu stärken. Insgesamt sollen über einen Zeitraum von 15 Jahren von 2027 bis 2041 rund 30 Millionen Euro bereitgestellt werden. Damit solle insbesondere der Ausbau klimafreundlicher Wärmenetze in geeigneten Stadtgebieten ermöglicht werden.

Grundlage des Vorhabens ist die kommunale Wärmeplanung, die der Gemeinderat bereits Anfang 2024 verabschiedet hatte. Diese sehe den Neubau überwiegend erneuerbar betriebener Wärmenetze in mehreren Quartieren vor. Die Stadtwerke gehen laut einer Mitteilung der Kommune in diesem Zusammenhang von einem Gesamtinvestitionsvolumen von etwa 550 Millionen Euro in den kommenden 15 Jahren aus. Voraussetzung dafür sei eine stabile Eigenkapitalausstattung.

Nach Angaben der Stadt sollen die Mittel jeweils zur Hälfte als Gesellschafterdarlehen und als Kapitalzuführung bereitgestellt werden. Ergänzend spiele die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) eine zentrale Rolle, über die bis zu 40 Prozent der förderfähigen Kosten gedeckt werden könnten.

Oberbürgermeister Uli Burchardt sieht Wärmenetze als ein zentrales Geschäftsmodell der zukünftigen Wärmeversorgung. Die Investitionen dienten nicht nur dem Klimaschutz, sondern stärkten auch die wirtschaftliche Perspektive des kommunalen Unternehmens. Stadtwerke-Geschäftsführer Gordon Appel wertete den Beschluss als wichtiges Signal für die lokale Wärmewende. Diese sei finanzierbar und solle eine verlässliche sowie bezahlbare Wärmeversorgung für möglichst viele Haushalte ermöglichen.

70 Prozent Fremdkapitalquote

Die Errichtung der Wärmenetze soll über eigens gegründete Projektgesellschaften erfolgen, an denen sich neben den Stadtwerken weitere Partner beteiligen. Rund 70 Prozent der verbleibenden Investitionen sollen über Fremdkapital finanziert werden, etwa durch Bankdarlehen, Förderkredite oder Bürgerbeteiligungsmodelle. Die restlichen 30 Prozent seien als Eigenkapital vorgesehen. Der Anteil der Stadtwerke belaufe sich dabei auf rund 59 Millionen Euro, wovon die Stadt nun 30 Millionen übernehme. Weitere 29 Millionen müssten die Stadtwerke selbst erwirtschaften.

Die Verwaltung kündigte an, konkrete Vertragswerke zu erarbeiten und diese im vierten Quartal 2026 vorzulegen. Erste Mittel sollen im Doppelhaushalt 2027/2028 eingeplant werden. Voraussetzung für die Freigabe der Gelder seien unter anderem Projektbeschlüsse, Förderzusagen sowie belastbare Wirtschaftlichkeits- und Risikoprüfungen.
 

Fritz Wilhelm
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