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Enerige & Management > Strombeschaffung - Kommunen sparen mit digitalem Ausschreibungsverfahren
Quelle: Jonas Rosenberger
STROMBESCHAFFUNG:
Kommunen sparen mit digitalem Ausschreibungsverfahren
In Bayern haben über  480 Kommunen erstmals gemeinsam ihren Strom über die Plattform „enPORTAL connect“ ausgeschrieben. Das Verfahren gilt als Beispiel für modernes Energiemanagement.
 
Über 480 Städte und Gemeinden in Bayern haben an der ersten vollständig digitalen Bündelausschreibung für Strom teilgenommen. Durchgeführt wurde sie von der „enPORTAL GmbH“ aus Pronstorf (Schleswig-Holstein). Beauftragt wurde der IT-Dienstleister für digitale Lösungen im Energiebereich Anfang dieses Jahres von der Kommunal-GmbH, einer Tochtergesellschaft des Bayerischen Gemeindetags. Insgesamt wurden 36 Bündel mit 18.999 Abnahmestellen und einem Ausschreibungsvolumen von 250 Millionen kWh Strom gebildet.

Wie Enportal in einer Mitteilung vom 23. Oktober erklärt, stieß das Verfahren auf breites Interesse: 346 Lieferanten reichten Teilnahmeanträge ein, 257 Angebote gingen ein. Durch den Wettbewerb konnten die Kommunen ihre Energiekosten deutlich senken − verglichen mit der letzten Ausschreibung sanken die Preise teils um bis zu 78 Prozent.

Die Ausschreibung ist nach Angaben des Unternehmens ein Wendepunkt im kommunalen Energiemanagement. Angesichts volatiler Märkte und steigender Anforderungen an Nachhaltigkeit werde die Bedeutung digitaler Prozesse weiter zunehmen. Die Plattform „enPORTAL connect“ ermögliche Kommunen eine rechtssichere, transparente und ressourcenschonende Abwicklung ihrer Energieausschreibungen.

Enportal-Geschäftsführer Clemens Graf von Wedel sieht darin einen wichtigen Fortschritt: Noch nie hätten so viele bayerische Kommunen ihre Stromverträge gebündelt und digital ausgeschrieben. Das zeige den wachsenden Bedarf an effizienten Lösungen für den öffentlichen Sektor.

Vorteile für Kommunen

Das neue Verfahren bringe zahlreiche Vorteile: Die digitale Abwicklung beschleunige die Ausschreibungen und senke die Kosten. Gleichzeitig sorge die Bündelung für eine höhere Marktdurchdringung und bessere Konditionen bei der Strombeschaffung. Die Plattform sei, so heißt es weiter, speziell auf die Anforderungen öffentlicher Auftraggeber zugeschnitten worden − mit automatisierten Prüfmechanismen, einer intuitiven Benutzeroberfläche und einem integrierten Energiedatenmanagement.

Das erfolgreiche Pilotprojekt versteht Enportal als Signal an andere öffentliche Auftraggeber und Sektorenauftraggeber. Die Digitalisierung biete große Potenziale für mehr Markttransparenz und eine nachhaltige Energieversorgung.

Der IT-Dienstleister wurde im Jahr 2008 gegründet und betreibt mit „enPORTAL connect“ eine Energieplattform in Deutschland. Nach eigenen Angaben wird sie von über 700 Energieversorger für Energieeinkauf, Datenmanagement und Preisprognosen genutzt. Das betreute Energievolumen liegt bei über 35 Milliarden kWh Strom und Gas pro Jahr.
 

Davina Spohn
Redakteurin
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Donnerstag, 23.10.2025, 14:41 Uhr

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