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Quelle: Fotolia / kw-on
ENERGIEERZEUGUNG:
Kohleverbrauch steigt weiter
Der globale Kohleverbrauch wird nach den jüngsten Berechnungen der Internationalen Energieagentur in Paris in diesem Jahr einen neuen Höchstwert erreichen.
Mit 8,77 Milliarden Tonnen sei der weltweite Kohleeinsatz erneut um 1 Prozent gestiegen, heißt es im Bericht der Internationalen Energieagentur − kurz IEA − über den globalen Kohlemarkt. Allerdings habe sich das Wachstum im Vergleich zu den Vorjahren deutlich verlangsamt. Im
vergangenen Jahr hatte die IEA für 2024 noch eine Stagnation des Kohleverbrauchs prognostiziert.
Diese erwartet sie jetzt erst ab 2027. Bis dahin würde der Verbrauch noch einmal um 100.000 Tonnen steigen. Die CO2-Emissionen würden deswegen vorerst nicht sinken. Die IEA macht dafür unter anderem den schleppenden Ausbau der CO2-Abscheidung, Speicherung sowie Nutzung (Carbon Capture and Storage / Carbon Capture and Utilization) verantwortlich.
An der Spitze des Kohleverbrauchs steht weiter die Volksrepublik China mit 4,9 Milliarden Tonnen (+ 1 Prozent), gefolgt von Indien mit 1,3 Milliarden Tonnen (+ 5 Prozent). Dagegen ging der Kohleeinsatz in der EU in diesem Jahr um zwölf und in den USA um 5 Prozent zurück. Das reichte aber nicht, um die Zuwächse in den aufstrebenden Ländern Asiens auszugleichen. Sie setzen auch auf die Kohle, um ihren wachsenden Energiebedarf zu decken.
Angetrieben wurde die Nachfrage nach Kohle vor allem von der Energiewirtschaft, die aus der Kohle 10.700 TWh Strom produzierte − ebenfalls ein neuer Höchstwert. Allerdings stieg auch die Nachfrage der Industrie nach Kohle. Jede dritte Tonne Kohle, die 2024 weltweit eingesetzt wurde, wurde in chinesischen Kraftwerken verbrannt.
Obwohl die Volksrepublik auch ihre Kapazitäten zur Erzeugung von Strom aus Wind, Sonne und Wasserkraft kräftig ausbaute, steigt ihr Kohleeinsatz schneller als das chinesische Sozialprodukt. Die IEA sieht die Ursache dafür im kräftigen Wachstum neuer Branchen wie der künstlichen Intelligenz und in der Elektrifizierung von Branchen, die bislang fossile Brennstoffe einsetzen wie Elektrofahrzeuge oder Industriewärme.
Export von Kohle weiter profitabel
Auch die Kohleförderung erreicht 2024 einen neuen Höchstwert mit 9 Milliarden Tonnen (plus 1 Prozent). Die wichtigsten Förderländer sind China, Indien und Indonesien. In China erwartet die IEA angesichts hoher Lagerbestände und stagnierender Nachfrage einen Rückgang der Förderung. In Indien werde die Förderung dagegen durch eine wachsende Nachfrage weiter angetrieben, zumal die Regierung entschlossen sei, weniger Kohle zu importieren. Insgesamt dürfte die weltweite Kohleförderung in den nächsten Jahren auf dem gegenwärtigen Niveau verharren.
Der Kohlepreis war in diesem Jahr weiter rückläufig, lag aber im November mit 120 US-Dollar/Tonne (etwa 115 Euro/Tonne) immer noch um 50 Prozent über dem Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2019, der bei 76 Euro/Tonne lag. Der Export von Kohle sei deswegen weiter profitabel. Eine Ausnahme bilde Russland, das aufgrund der westlichen Sanktionen höhere Tarife für den Transport seiner Kohle und andere Gebühren bezahlen müsse. Viele russische Fördergesellschaften schrieben inzwischen rote Zahlen.
Diese erwartet sie jetzt erst ab 2027. Bis dahin würde der Verbrauch noch einmal um 100.000 Tonnen steigen. Die CO2-Emissionen würden deswegen vorerst nicht sinken. Die IEA macht dafür unter anderem den schleppenden Ausbau der CO2-Abscheidung, Speicherung sowie Nutzung (Carbon Capture and Storage / Carbon Capture and Utilization) verantwortlich.
An der Spitze des Kohleverbrauchs steht weiter die Volksrepublik China mit 4,9 Milliarden Tonnen (+ 1 Prozent), gefolgt von Indien mit 1,3 Milliarden Tonnen (+ 5 Prozent). Dagegen ging der Kohleeinsatz in der EU in diesem Jahr um zwölf und in den USA um 5 Prozent zurück. Das reichte aber nicht, um die Zuwächse in den aufstrebenden Ländern Asiens auszugleichen. Sie setzen auch auf die Kohle, um ihren wachsenden Energiebedarf zu decken.
Angetrieben wurde die Nachfrage nach Kohle vor allem von der Energiewirtschaft, die aus der Kohle 10.700 TWh Strom produzierte − ebenfalls ein neuer Höchstwert. Allerdings stieg auch die Nachfrage der Industrie nach Kohle. Jede dritte Tonne Kohle, die 2024 weltweit eingesetzt wurde, wurde in chinesischen Kraftwerken verbrannt.
Obwohl die Volksrepublik auch ihre Kapazitäten zur Erzeugung von Strom aus Wind, Sonne und Wasserkraft kräftig ausbaute, steigt ihr Kohleeinsatz schneller als das chinesische Sozialprodukt. Die IEA sieht die Ursache dafür im kräftigen Wachstum neuer Branchen wie der künstlichen Intelligenz und in der Elektrifizierung von Branchen, die bislang fossile Brennstoffe einsetzen wie Elektrofahrzeuge oder Industriewärme.
Export von Kohle weiter profitabel
Auch die Kohleförderung erreicht 2024 einen neuen Höchstwert mit 9 Milliarden Tonnen (plus 1 Prozent). Die wichtigsten Förderländer sind China, Indien und Indonesien. In China erwartet die IEA angesichts hoher Lagerbestände und stagnierender Nachfrage einen Rückgang der Förderung. In Indien werde die Förderung dagegen durch eine wachsende Nachfrage weiter angetrieben, zumal die Regierung entschlossen sei, weniger Kohle zu importieren. Insgesamt dürfte die weltweite Kohleförderung in den nächsten Jahren auf dem gegenwärtigen Niveau verharren.
Der Kohlepreis war in diesem Jahr weiter rückläufig, lag aber im November mit 120 US-Dollar/Tonne (etwa 115 Euro/Tonne) immer noch um 50 Prozent über dem Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2019, der bei 76 Euro/Tonne lag. Der Export von Kohle sei deswegen weiter profitabel. Eine Ausnahme bilde Russland, das aufgrund der westlichen Sanktionen höhere Tarife für den Transport seiner Kohle und andere Gebühren bezahlen müsse. Viele russische Fördergesellschaften schrieben inzwischen rote Zahlen.
Tom Weingärtner
© 2025 Energie & Management GmbH
Donnerstag, 19.12.2024, 15:07 Uhr
Donnerstag, 19.12.2024, 15:07 Uhr
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