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Enerige & Management > Wasserkraft - Kleine Wasserkraft sieht sich durch die Politik bedroht
Quelle: Jonas Rosenberger
WASSERKRAFT:
Kleine Wasserkraft sieht sich durch die Politik bedroht
Die geplante Abschaffung der Einspeisevergütung für Wasserkraftanlagen mit einer Leistung unter 25 kW würde die Betreiber spürbar treffen, warnt der zugehörige Verband.
 
 
Der Referentenentwurf zur Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG 2027) aus dem Bundeswirtschaftsministerium sorgt bei den Betreibern der sogenannten kleinen Wasserkraft für Verunsicherung. Hintergrund ist die angekündigte Abschaffung der Einspeisevergütung für Anlagen mit einer Leistung von unter 25 kW.

„Die Abschaffung der Einspeisevergütung für Anlagen kleiner 25 kW gefährdet über 50 Prozent der kleinen Wasserkraft in Deutschland“, heißt es in einer Mitteilung des Bundesverbandes Deutscher Wasserkraftwerke (BDW). Der Verband weist zugleich darauf hin, dass eine alleinige Betrachtung der installierten Leistung die tatsächliche Bedeutung dieser Anlagen nicht ausreichend widerspiegele, da weder Stromerzeugung noch Systemwirkung vollständig erfasst würden.

Aus Sicht des BDW leisten gerade kontinuierlich einspeisende Technologien wie die Wasserkraft einen Beitrag zur Systemstabilität. Aufgrund ihrer hohen Volllaststunden stellen sie rund um die Uhr Strom bereit. „Es ist enttäuschend, dass der Förderstopp für kleine Wasserkraftanlagen unverändert in den Referentenentwurf übernommen wurde“, erklärt Hans-Peter Lang, Präsident des BDW. Der Verband fordert, den geplanten Förderstopp für Anlagen unter 25 kW wieder aus dem Gesetzentwurf zu streichen.

Die Branche argumentiert zudem mit der Rolle kleiner, dezentraler Anlagen für die Versorgungssicherheit. Diese seien „lokal verankert, technisch robust und könnten auch unter schwierigen Rahmenbedingungen kontinuierlich Strom erzeugen“. Vor dem Hintergrund zunehmender Unsicherheiten im Energiesystem würden sie damit einen Beitrag zur Krisenvorsorge leisten.

Verband befürchtet Stilllegung von Anlagen

Kritisch bewertet wird auch die wirtschaftliche Perspektive. Mit dem Wegfall der Einspeisevergütung entfalle für viele Betreiber die Grundlage für Modernisierung, Reaktivierung oder Neubau in dieser Leistungsklasse. Langfristig könnte dies zu einer schrittweisen Stilllegung eines Teils der bestehenden Infrastruktur führen.

Nach Angaben des Umweltbundesamtes wurden im Jahr 2025 in Deutschland rund 8.300 Wasserkraftanlagen betrieben, davon speisten etwa 7.300 in das öffentliche Netz ein. Ihr Anteil am Bruttostromverbrauch lag je nach Wasserführung zwischen 2,9 und 3,8 Prozent. Der Anlagenbestand wird zu etwa 95 Prozent von kleinen Wasserkraftanlagen mit einer Leistung von bis zu 1 MW geprägt. Ihr Beitrag zur Stromerzeugung ist jedoch vergleichsweise gering, da über 90 Prozent des Wasserkraftstroms aus großen Anlagen stammen.
 

Stefan Sagmeister
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