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Enerige & Management > Regenerative - Jahrzehnt-Erlös aus Erneuerbaren in einem Februar
Quelle: Fotolia / Jürgen Fälchle
REGENERATIVE:
Jahrzehnt-Erlös aus Erneuerbaren in einem Februar
Noch nie seit 13 Jahren ist in einem Februar so viel am Markt aus gefördertem Ökostrom eingenommen worden wie in diesem Jahr. Auf Zuschüsse ist das EEG-Konto dennoch weiter angewiesen.
 
Die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) haben im Februar 2025 treuhänderisch 243 Millionen Euro aus der Pflichtvermarktung geförderten Ökostroms eingenommen – so viel wie seit dem Februar 2012 nicht mehr. Das ergibt der EEG-Kontoabschluss, den die ÜNB bereits am 11. März auf ihrer Transparenzseite veröffentlicht haben, wobei sie zunächst aus Versehen das Datum vom Vormonat, „11. Februar“, stehen ließen.

Bei einem Vergleich mit den Kontobewegungen der vorigen Februare durch diese Redaktion ergibt sich, dass zuletzt im Februar 2012 mehr eingenommen wurde, nämlich 255 Millionen Euro. Die Auszahlungen der EEG-Umlage summierten sich diesen Februar auf 754 Millionen Euro. Setzt man sie ausschließlich mit den Markterlösen ins Verhältnis, entspricht dies einem rekordverdächtig hohen Kostendeckungsgrad von gut 32 Prozent. Sonst liegt er zwischen weniger als 6 und 11 Prozent.

Die Entwicklung hatte sich schon mit den erhöhten Marktwerten der erneuerbaren Haupttechnologien abgezeichnet, die im Februar alle drei deutlich zweistellig in Ct/kWh ausgefallen waren (wir berichteten). Dies ist nur im Winter und bei einem hohen allgemeinen Spotmarkt-Niveau zu erreichen, da dann die PV-Anlagen schwächer einspeisen und sie so die Stundenpreise ihrer Erzeugungszeiten weniger kannibalisieren.

Kontostand auf 102 Millionen Euro gesunken

Hohe Marktwerte schonen das EEG-Konto, wenn sie höher liegen als viele individuelle Fördersätze der Anlagenbetreiber und damit die Auszahlung von Marktprämien bei größeren Anlagen überflüssig machen. Für die Auszahlung der Fixvergütungen an die Betreiber der Millionen kleinen privaten PV-Dachanlagen schaffen sie einen gewissen Gegenerlös. Der Erneuerbaren-Anlagenpark schiebt allerdings einen Kostenrucksack von Altanlagen mit hohen Einspeisevergütungen von einem Vielfachen des Marktniveaus mit sich.

Der Klima- und Transformationsfonds (KTF) des Bundes konnte sich im Februar – wie traditionell in dem Wintermonat – mit einem Zuschuss weit unter der Milliardenschwelle begnügen, ohne dass das EEG-Konto ins Soll geriet: 623 Millionen Euro Zuschuss halfen mit, dass der Kontostand im Laufe des Monats nur von plus 875 auf plus 102 Millionen Euro sank. Im Januar hatte der Bund noch gut 1,5 Milliarden Euro überwiesen. Da es noch keinen Haushalt 2025 gibt und die Anlagenbetreiber dennoch auf die Auszahlungen einen Rechtsanspruch haben, gelten die Bundeszuschüsse als „überplanmäßige Ausgabe“.

Die EEG-Kontostände von 2011 bis Februar 2025 stehen auf einer Transparenzseite der ÜNB zum Herunterladen  bereit.
 

Georg Eble
Redakteur
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Montag, 17.03.2025, 15:52 Uhr

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