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Enerige & Management > Regenerative - Investor warnt vor geplanter Reform der Netzanschlussverfahren
Quelle: Fotolia / Simon Kraus
REGENERATIVE:
Investor warnt vor geplanter Reform der Netzanschlussverfahren
Vor einem Investitionsstopp bei Wind- und Solarparks warnt die Evangelische Bank. Die geplanten Reformen der Netzanschlussverfahren gefährdeten den Ausbau der erneuerbaren Energien. 
 
Als Investor und Betreiber von Erneuerbare-Energien-Anlagen warnt der Assetmanager der Evangelischen Bank, die EB – Sustainable Investment Management GmbH (EB-SIM), vor den Plänen des Bundeswirtschaftsministeriums zur Reform der Netzanschlussverfahren. Die Vorschläge gefährdeten die Finanzierbarkeit neuer Wind- und Solarparks erheblich und könnten zu einem faktischen Baustopp in vielen Regionen Deutschlands führen, heißt es in einer Mitteilung des Geldhauses. Damit würde das Ziel einer klimaneutralen und geopolitisch unabhängigen Stromversorgung in weite Ferne rücken. 

Das Unternehmen begrüße zwar grundsätzlich das Ziel, die Verfahren für Netzanschlüsse zu vereinheitlichen und transparenter zu machen. Die vorgeschlagenen Maßnahmen würden jedoch weit über das Ziel hinausschießen. 

„Die Regierung will das richtige Problem lösen, wählt aber den falschen Weg. Statt den schleppenden Netzausbau endlich zu beschleunigen, sollen nun die erneuerbaren Energien ausgebremst werden. Das ist, als würde man lange Schlangen an der Supermarktkasse bekämpfen, indem man den Kunden vorschreibt, weniger einzukaufen, anstatt eine weitere Kasse zu öffnen“, erklärt dazu Bernhard Graeber, Geschäftsführer und Leiter Real Assets bei EB-SIM. Dieser Ansatz gefährde die Energiewende und den Wirtschaftsstandort Deutschland. 

Finanzielles Risiko würgt Investitionen ab 

Besonders kritisch sieht die EB-SIM den Vorschlag, dass Betreiber neuer Anlagen künftig entweder gar keine Netzanschlusszusage mehr erhalten oder auf Entschädigungen verzichten sollen, wenn ihre Anlagen wegen Netzengpässen abgeschaltet werden müssen (Redispatch). 

„Keine Bank und kein Investor wird ein Projekt finanzieren, bei dem man nicht weiß, wie oft die Anlage stillsteht und kein Geld verdient. Den Betreibern die Entschädigung für solche Zwangspausen zu streichen, schafft ein unkalkulierbares Risiko“, ist Graeber überzeugt. Seit Jahren bestehe ein sehr starkes Interesse an Investitionen im Bereich der regenerativen Energien, was die Energiewende maßgeblich vorangetrieben habe. Gesetzesentwürfe, wie sie nun aus dem Wirtschaftsministerium gekommen sind, sorgten jedoch für erhebliche Unsicherheit. Und das, obwohl es auch weiterhin sehr attraktive Investitionsmöglichkeiten, insbesondere in der Speichertechnologie, aber auch im Wind- und Freiflächen-PV-Bereich gebe. 

Zudem, so Graeber, bestünden erhebliche Zweifel, ob ein solcher Ausschluss von Entschädigungen mit europäischem Recht vereinbar ist. Dies schaffe zusätzliche Rechtsunsicherheit, die Investoren abschrecke. 

Netzausbau und intelligente Lösungen statt neue Fesseln 

Man unterstütze ausdrücklich die Einführung transparenter und fairer Kriterien für den Netzanschluss sowie ein bundesweit digitales Verfahren, so die EB-SIM. Der Fokus einer echten Reform müsse jedoch darauf liegen, die wirklichen Bremsklötze zu beseitigen. Nur so könnten die Ziele einer klimaneutralen und resilienten Energieinfrastruktur in Deutschland erreicht werden. 

EB-SIM

Die EB – Sustainable Investment Management GmbH ist ein Assetmanager für ethisch-nachhaltige Investments mit dem Motto: „Investments für eine bessere Welt“. Der Fokus liegt auf Multi-Asset- und Erneuerbare-Energien-Investments. Das Unternehmen mit Sitz in Kassel ist eine Tochter der Evangelischen Bank. Die EB-SIM beschäftigt mehr als 80 Mitarbeitende und verwaltet nach eigenen
Angaben ein Vermögen von mehr als 6,5 Milliarden Euro.
 

Günter Drewnitzky
Redakteur
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