• Eine Viertelstunde für mehr als 600 Euro
  • Gorleben soll weitere 20 Jahre Zwischenlösung sein
  • Frankreich übertrifft Deutschland bei negativen Preisen
  • Krefeld kehrt „auf Normalniveau“ zurück
  • Warnung vor Stromnetzausbau a la „Nähmaschine“
  • BSW-Solar warnt vor Hürden beim Ausbau von Großspeichern
  • Drei neue Gesichter im Beirat des BMWE
  • Stadtwerk an ungewöhnlicher Speichertechnik beteiligt
  • Stadtwerke Bielefeld starten Sparprogramm und steigern Gewinn
  • SF6-freie 420-kV-Schaltanlage besteht Prüfung
Enerige & Management > Stromspeicher - Höchste Investitionen in Batteriespeicher 
Quelle: Shutterstock / Vladimir Koletic
STROMSPEICHER:
Höchste Investitionen in Batteriespeicher 
Bei Investitionen in Batteriespeicher in Deutschland ist nach Angaben des Bundesverbands BSW-Solar im ersten Quartal 2026 ein neuer Höchststand erreicht worden.
 
Von Januar bis März seien mehr als zwei Gigawattstunden (GWh) neue Speicherkapazität in Betrieb genommen worden, hieß es in einer Mitteilung am Sonntag. Der Zubau stationärer Batteriespeicher lag demnach rund 67 Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraums.

BSW-Solar beruft sich auf eine eigene Auswertung von Daten der Bundesnetzagentur.

Demnach ist der Batteriespeicher-Bestand in Deutschland auf insgesamt 28 Millionen kWh gewachsen, verteilt auf 2,5 Millionen Anlagen. Diese Speicherkapazität reiche rechnerisch aus, um den durchschnittlichen Tagesstromverbrauch von drei Millionen Privathaushalten in Deutschland zu speichern. „Batteriespeicher können den Bedarf an teuren Reserve-Gaskraftwerken deutlich reduzieren“, erklärte der Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar, Carsten Körnig. Der bereits installierte Bestand stationärer Batteriespeicher entspreche der Tagesstromproduktion von mehr als zwei der von der Bundesregierung geplanten neuen Reserve-Gaskraftwerke. Diese sollen einen Ausgleich wetterbedingter Schwankungen bei der Produktion von Solar- und Windstrom ermöglichen.

BSW: Benachteiligung gegenüber Gaskraftwerken droht
Körnig warnte vor Plänen von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), die fossile Gaskraftwerke zum Nachteil von Batteriespeichern bevorzugen würden. „Batteriespeicher dürfen in den kommenden Kraftwerksauktionen nicht durch ungeeignete Ausschreibungskriterien gegenüber Gaskraftwerken benachteiligt werden“, forderte der BSW-Solar-Hauptgeschäftsführer. „Stattdessen sollten Speicher gezielt gestärkt werden.“

Körnig bezog sich auf den Gesetzentwurf des Bundeswirtschaftsministeriums für ein Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz. „Batteriespeicher sind ein zentraler Baustein für ein kosteneffizientes, resilientes und klimaneutrales Energiesystem“, hob er hervor. „Im Vergleich zu Erdgaskraftwerken sind sie schneller errichtet, verursachen keine direkten CO2-Emissionen und senken Systemkosten, indem sie erneuerbare Energien effizient integrieren und Netzengpässe reduzieren.“

Dafür müssten weiter Marktbarrieren abgebaut werden, forderte BSW-Solar weiter. Dazu zählten Vereinfachungen für Speicher, die an Standorten von Solar- oder Windkraftanlagen errichtet werden, beschleunigte Netzanschlussverfahren sowie Netzentgeltregelungen, die den Batteriespeicher-Betrieb nicht verteuern. Bei Netzengpässen und negativen Strompreisen sollten Solaranlagen nicht mehr abgeregelt werden, sondern die Speicherung des Stroms in lokalen Batterien ermöglicht werden, verlangte der Verband.

Am 2. Mai hatte BSW-Solar mitgeteilt, dass der Ausbau der Solarenergie in Deutschland sich im ersten Quartal 2026 deutlich verlangsamt habe (siehe separate Meldung).
 

Christine Büttner
© 2026 Energie & Management GmbH
Montag, 04.05.2026, 15:07 Uhr

Mehr zum Thema