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Enerige & Management > F&E - Heizen mit Wärme aus dem Sommer
Quelle: Pixabay / Gerd Altmann
F&E:
Heizen mit Wärme aus dem Sommer
Die Gebäudewärme soll klimafreundlicher werden. Ein Weg dorthin ist die Speicherung von Sommerwärme im Boden, um sie im Winter zu nutzen. Doch worauf kommt es an?
 
Kann Sommerwärme tief im Boden gespeichert werden, um sie im Winter zum Heizen zu nutzen? Ja, sagt der Geologische Dienst Nordrhein-Westfalen. Dabei wird Wärme in wasserführenden Schichten, sogenannten Aquiferen, gespeichert und im Winter während der Heizperiode wieder zurückgewonnen. Im niederrheinischen Kempen hat der Landesbetrieb dazu jetzt eine Forschungsbohrung gestartet, die maximal 150 Meter tief gehen soll. 

„Feinsande mit möglichst geringer Wasserbewegung sind für die Wärmespeicherung im Grundwasser besonders gut geeignet“, erklärt Andreas Lenz vom Geologischen Dienst. Erwartet werde, dass solche Sandbereiche im Raum Kempen vorkommen. Bohrungen weiter südöstlich bei Willich und Krefeld-Linn hätten diese Annahme bekräftigt. „Für eine mögliche Wärmespeicherung wäre ein zusammenhängender Sandbereich mit einer Dicke von zehn bis zwanzig Metern optimal“, so der Geologe weiter. „Gleichzeitig sollte oberhalb davon eine wasserundurchlässige Schicht vorhanden sein, damit die eingespeicherte Wärme nicht nach oben entweichen kann.“ 

Wird bei der Bohrung ein geeigneter Bereich entdeckt, ist ein Pumpversuch geplant, wie es weiter heißt. Dabei werde getestet, wie viel Wasser in welcher Zeit dem späteren Speicher entnommen werden kann, so Lenz. Der Experte betont die Bedeutung der Bohrung: Sie liefere wichtige Grundlagen für eine mögliche künftige Nutzung der Wärmespeicherung in Aquiferen in der Region. 

Gebohrt wird nur tagsüber an Werktagen 

Der Bohrplatz befindet sich in einem Gewerbegebiet hinter einem Heizkraftwerk der Stadtwerke Kempen. Störungen von Anwohnern oder Beeinträchtigungen von landwirtschaftlichen Flächen sollen so vermieden werden. Gebohrt wird werktags zwischen sieben Uhr und 17 Uhr. Höchstens sechs Wochen lang soll die Bohrung dauern.

Die Stadtwerke begrüßen die Forschungsbohrung. Die Ergebnisse seien nicht nur für die Region von Bedeutung, sondern auch für die Stadtwerke. „Sie können wertvolle Hinweise für eine zukunftsfähige, nachhaltige Wärmeversorgung liefern“, sagte Geschäftsführer Daniel Banzhaf laut der Mitteilung. 

Die Bohrung ist Teil eines Bohrprogramms zur Erkundung der geothermischen Möglichkeiten in NRW. Ein Masterplan des Landes sieht vor, dass 2045 rund 20 Prozent des Wärmebedarfs durch Erdwärme gedeckt werden.
 

dpa
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Montag, 22.09.2025, 16:30 Uhr

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