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Quelle: Fotolia / sasel77
WÄRME:
Heizbedarf im Westen höher
Der Wärmemonitor des DIW zeigt, dass es sowohl beim Heizbedarf als auch bei den Kosten große regionale Unterschiede gibt. In die Analyse mit einbezogen wurde erstmals die Fernwärme.
Die Haushalte hierzulande zahlten im vergangenen Jahr – trotz Gaspreisbremse – für das Heizen rund 31 Prozent mehr als noch 2022. Das zeigt der Wärmemonitor 2023 des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin)
auf Basis der Heizkostenabrechnungen des Energie- und Immobiliendienstleisters Ista. Insgesamt lagen Heizkostenabrechnungen
von 170.000 Zwei- und Mehrparteienhäusern vor.
Um die potenzielle Umstellung der Wärmeerzeugung auf nachhaltige Quellen abzubilden, umfasst die Analyse der Heizenergiepreise laut dem DIW im diesjährigen Wärmemonitor neben Öl und Gas nun auch erstmals die Fernwärme. Deutlich zeigt sich demnach, dass die Bandbreite der Fernwärmepreise im Vergleich zu Gas und Öl wesentlich größer ist. Zudem liegen die Preise pro Kilowattstunde im Schnitt deutlich über den Preisen für Gas und Öl. Allerdings ist der Heizbedarf bei der Fernwärme pro Quadratmeter niedriger als für Öl und Gas: Im Jahr 2023 lag er für Fernwärme mit 97 kWh pro Quadratmeter um 24 Prozent unter dem Bedarf für Öl (127 kWh) und 19 Prozent unter dem Bedarf für Gas (120 kWh) pro Quadratmeter. Preis- und Bedarfsunterschiede bei Fernwärme entstehen unter anderem dadurch, dass bei Fernwärme Wärme direkt geliefert wird, während es bei Gas und Heizöl durch die Wärmeerzeugung im Haus zu Umwandlungsverlusten kommt.
Große regionale Unterschiede − je nach Sanierungsstand
Deutliche Unterschiede gab es auch bei den abgerechneten Heizenergiepreisen zwischen den Ländern. Bremen heizte im Mittel für 11,08 Cent/kWh am günstigsten, gefolgt von Baden-Württemberg mit 11,15 Cent/kWh, während Berlin und Brandenburg mit mittleren Preisen von 12,87 und 12,80 Cent/kWh die höchsten Heizenergiepreise hatten. Auch bei den Preisen fielen auf Raumordnungsebene die Unterschiede deutlich stärker aus. Haushalte in Prignitz-Oberhavel und Schleswig-Holstein Mitte zahlten mit 14,60 und 13,93 Cent/kWh die höchsten mittleren Preise. Altmark in Sachsen-Anhalt heizte mit den günstigsten Preisen von 8,84 Cent/kWh, gefolgt von Bodensee-Oberschwaben mit 9,03 Cent/kWh.
Regional zeigten sich auch große Unterschiede beim Heizenergiebedarf: Insbesondere die Haushalte im Osten − von Mecklenburg-Vorpommern bis einschließlich Bayern − hatten einen deutlich geringeren Heizbedarf. Lag er in den ostdeutschen Ländern bei 111 kWh pro Quadratmeter, brauchten die Haushalte in Westdeutschland im Schnitt 121 kWh. Grund ist vermutlich die höhere Sanierungsrate in den ostdeutschen Bundesländern. Am meisten heizten die saarländischen Haushalte, am wenigsten die Haushalte in Mecklenburg-Vorpommern. Insgesamt ist der Heizenergiebedarf hingegen gesunken. Im Durchschnitt lag der temperaturbereinigte Verbrauch bei 118 kWh je Quadratmeter beheizter Wohnfläche, was einer Reduktion von 3,8 Prozent in Vergleich zum Vorjahr (123 kWh) und von 9 Prozent im Vergleich zum Jahr 2021 (130 kWh) entspricht.
Die Kombination aus höheren Heizenergiepreisen und Aufrufen, in der Heizperiode 2022/2023 so viel Energie wie möglich zu sparen, sowie die konkreten Maßnahmen zur Heizenergieeinsparung (hydraulischer Ausgleich, weitere Effizienzmaßnahmen, Anpassung der Vorlauftemperaturen) zeigten auch 2023 Wirkung. Allerdings konnte der Anstieg der Preise nicht durch die Einsparungen beim Bedarf kompensiert werden.
Parallel zum Heizbedarf sanken auch die CO2-Emissionen − um gut 4 Prozent nach knapp 6 Prozent im Vorjahr. „Die Dynamik bei den CO2-Einsparungen reicht nicht, um die Klimaziele im Gebäudesektor bis 2030 zu erreichen. Dazu müssten sie von derzeit 102 Millionen in sechs Jahren auf 67 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente sinken,“ sagt Studienautor Till Köveker. Selbst bei hohem Preisdruck wie in den vergangenen zwei Jahren haben die Einsparungen der Haushalte nicht ausgereicht, um genügend Kohlendioxidemissionen einzusparen.
„Im Interesse der privaten Haushaltsbudgets und des Klimaschutzes gleichermaßen sind jetzt langfristige Investitionen gefragt, wie energieeffiziente Gebäudesanierungen und Heizungswechsel, vor allem zu erneuerbaren Energien“, ergänzt Studienautorin Sophie M. Behr.
Der 16-seitige „Wärmemonitor 2023“ ist auf der Internetseite des DIW downloadbar.
Um die potenzielle Umstellung der Wärmeerzeugung auf nachhaltige Quellen abzubilden, umfasst die Analyse der Heizenergiepreise laut dem DIW im diesjährigen Wärmemonitor neben Öl und Gas nun auch erstmals die Fernwärme. Deutlich zeigt sich demnach, dass die Bandbreite der Fernwärmepreise im Vergleich zu Gas und Öl wesentlich größer ist. Zudem liegen die Preise pro Kilowattstunde im Schnitt deutlich über den Preisen für Gas und Öl. Allerdings ist der Heizbedarf bei der Fernwärme pro Quadratmeter niedriger als für Öl und Gas: Im Jahr 2023 lag er für Fernwärme mit 97 kWh pro Quadratmeter um 24 Prozent unter dem Bedarf für Öl (127 kWh) und 19 Prozent unter dem Bedarf für Gas (120 kWh) pro Quadratmeter. Preis- und Bedarfsunterschiede bei Fernwärme entstehen unter anderem dadurch, dass bei Fernwärme Wärme direkt geliefert wird, während es bei Gas und Heizöl durch die Wärmeerzeugung im Haus zu Umwandlungsverlusten kommt.
Große regionale Unterschiede − je nach Sanierungsstand
Deutliche Unterschiede gab es auch bei den abgerechneten Heizenergiepreisen zwischen den Ländern. Bremen heizte im Mittel für 11,08 Cent/kWh am günstigsten, gefolgt von Baden-Württemberg mit 11,15 Cent/kWh, während Berlin und Brandenburg mit mittleren Preisen von 12,87 und 12,80 Cent/kWh die höchsten Heizenergiepreise hatten. Auch bei den Preisen fielen auf Raumordnungsebene die Unterschiede deutlich stärker aus. Haushalte in Prignitz-Oberhavel und Schleswig-Holstein Mitte zahlten mit 14,60 und 13,93 Cent/kWh die höchsten mittleren Preise. Altmark in Sachsen-Anhalt heizte mit den günstigsten Preisen von 8,84 Cent/kWh, gefolgt von Bodensee-Oberschwaben mit 9,03 Cent/kWh.
Regional zeigten sich auch große Unterschiede beim Heizenergiebedarf: Insbesondere die Haushalte im Osten − von Mecklenburg-Vorpommern bis einschließlich Bayern − hatten einen deutlich geringeren Heizbedarf. Lag er in den ostdeutschen Ländern bei 111 kWh pro Quadratmeter, brauchten die Haushalte in Westdeutschland im Schnitt 121 kWh. Grund ist vermutlich die höhere Sanierungsrate in den ostdeutschen Bundesländern. Am meisten heizten die saarländischen Haushalte, am wenigsten die Haushalte in Mecklenburg-Vorpommern. Insgesamt ist der Heizenergiebedarf hingegen gesunken. Im Durchschnitt lag der temperaturbereinigte Verbrauch bei 118 kWh je Quadratmeter beheizter Wohnfläche, was einer Reduktion von 3,8 Prozent in Vergleich zum Vorjahr (123 kWh) und von 9 Prozent im Vergleich zum Jahr 2021 (130 kWh) entspricht.
Die Kombination aus höheren Heizenergiepreisen und Aufrufen, in der Heizperiode 2022/2023 so viel Energie wie möglich zu sparen, sowie die konkreten Maßnahmen zur Heizenergieeinsparung (hydraulischer Ausgleich, weitere Effizienzmaßnahmen, Anpassung der Vorlauftemperaturen) zeigten auch 2023 Wirkung. Allerdings konnte der Anstieg der Preise nicht durch die Einsparungen beim Bedarf kompensiert werden.
Parallel zum Heizbedarf sanken auch die CO2-Emissionen − um gut 4 Prozent nach knapp 6 Prozent im Vorjahr. „Die Dynamik bei den CO2-Einsparungen reicht nicht, um die Klimaziele im Gebäudesektor bis 2030 zu erreichen. Dazu müssten sie von derzeit 102 Millionen in sechs Jahren auf 67 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente sinken,“ sagt Studienautor Till Köveker. Selbst bei hohem Preisdruck wie in den vergangenen zwei Jahren haben die Einsparungen der Haushalte nicht ausgereicht, um genügend Kohlendioxidemissionen einzusparen.
„Im Interesse der privaten Haushaltsbudgets und des Klimaschutzes gleichermaßen sind jetzt langfristige Investitionen gefragt, wie energieeffiziente Gebäudesanierungen und Heizungswechsel, vor allem zu erneuerbaren Energien“, ergänzt Studienautorin Sophie M. Behr.
Der 16-seitige „Wärmemonitor 2023“ ist auf der Internetseite des DIW downloadbar.
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Mittwoch, 06.11.2024, 15:10 Uhr
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