• DHL bekommt jetzt auch Onshore-Windkraft-Strom
  • Halles Versorger wickelt beide Erdgas-Tankstellen ab
  • Anteil ausgewählter Energieträger an der Stromerzeugung
  • CO2 fällt vor ETS-Reform unter 80 Euro
  • Storengy mit LNG-Gasspeicher-Produkt
  • Netze BW kämpft nicht länger um das Gasnetz in Kornwestheim
  • GSW nach Angriff auf die IT-Systeme nun wieder online
  • Solar-Ausschreibung bleibt unterzeichnet
  • Verbraucherzentrale: Vertragsstrafe für Voxenergie
  • Gut 3 Prozent Zinsen für Bürgergeld in Willich und Halle
Enerige & Management > Mobilität - Halles Versorger wickelt beide Erdgas-Tankstellen ab
Quelle: Pixabay / Kosta
MOBILITÄT:
Halles Versorger wickelt beide Erdgas-Tankstellen ab
Ein weiteres Stadtwerk trennt sich von Erdgas-Tankstellen. Der Versorger aus Halle an der Saale hat nun den Ausstiegsplan für seine beiden CNG-Zapfanlagen im Stadtgebiet bekanntgegeben.
 
Zwei Erdgas-Tankstellen weniger: Die Energieversorgung Halle GmbH (EVH) hat den Ausstieg aus dem Geschäft mit CNG als Treibstoff angekündigt. Beide Zapfanlagen im Stadtgebiet will der Versorger aus dem Süden Sachsen-Anhalts vom Markt nehmen.

Ein Standort für komprimiertes Erdgas bietet die EVH noch bis zum 17. August an, die andere Tankstelle auf dem Betriebshof der Hallesche Verkehrs-AG bleibt bis zum 15. Januar 2027 weiter in Betrieb. Wie der Versorger, ein Tochterunternehmen der Stadtwerke Halle, mitteilt, seien gesunkene Nachfrage und die Knappheit von Biomethan die wesentlichen Gründe für die Aufgabe.

Zuletzt hatten die Stadtwerke Augsburg sukzessive den Rückzug aus dem CNG-Angebot gemeldet. Auch in Bayern lautete ein Argument, dass perspektivisch kein rentierliches Geschäft mehr in diesem Segment möglich sei (wir berichteten). Die EVH verweist ebenfalls auf die geringere Anzahl an Erdgasfahrzeugen und sinkende Absatzmengen im Markt. Durch ein begrenztes Angebot an Biomethan bei gleichzeitig höheren Gaspreisen schwinde die Attraktivität an der Basis.

Gleichwohl wird an der Saale auch Kritik an der Firmenentscheidung laut. Ein lokaler Unternehmer moniert in einem offenen Brief, dass die Probleme des geringeren Absatzes teils hausgemacht seien. Bestimmte Gruppen wären von vornherein vom Tanken ausgeschlossen, weil sie nicht über die zwingend erforderliche Stadtwerke-Tankkarte verfügten. Außerdem habe der Versorger lange öffentlich für den Umstieg auf Gasantrieb und sein Angebot einer entsprechenden Tank-Infrastruktur geworben.

Auf Anfrage dieser Redaktion äußert die EVH Verständnis für „die Enttäuschung und Kritik der Nutzerinnen und Nutzer von Erdgasfahrzeugen“. Wer in entsprechende Fahrzeuge investiert hat, werde durch die Schließung der beiden Erdgastankstellen vor Veränderungen gestellt. Das sei bedauerlich.

Allerdings, so die Sprecherin weiter, handele es sich nicht um eine kurzfristige Entscheidung. Es habe sich vielmehr seit mehreren Jahren abgezeichnet, dass ein wirtschaftlicher Weiterbetrieb der Anlagen nicht dauerhaft möglich sein werde.

Die „Ersatzinvestitionen“ wollte das Unternehmen nicht mehr stemmen. Künftige Investitionen seien besser aufgehoben in der sicheren Erdgasversorgung im Wärmesektor, dem Ausstieg aus der Erdgasinfrastruktur oder dem Ausbau zukunftsfähiger Energielösungen.

Auch habe die EVH versucht, die Tankstellen durch einen Verkauf zu retten. Gespräche mit mehreren bundesweit tätigen Übernahmekandidaten hätten jedoch nicht zu einer tragfähigen Lösung geführt. Außerdem bestünden in Halle trotz der Schließungen weiterhin Alternativen für Menschen mit Erdgasfahrzeugen. Online-Dienste weisen in der Tat noch zwei Standorte auf, einen an einer Aral-Tankstelle.

Auch der Verweis auf die Mitbewerber kommt nicht überall gut an. In dem offenen Brief heißt es etwa, dass einer dieser Standorte ohnehin häufig überlastet sei. Die Verknappung des Angebots sei also nicht hilfreich. Die EVH dagegen sieht Vorteile in der „Konzentration auf die verbleibenden Standorte anderer Betreiber“. Es sei eine Chance, „deren Wirtschaftlichkeit zu stärken und den Betrieb dort möglichst langfristig zu sichern“.
 

Volker Stephan
© 2026 Energie & Management GmbH
Freitag, 17.07.2026, 08:57 Uhr

Mehr zum Thema