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STROMVERBRAUCH:
Globaler Energiehunger nimmt zu
Der Weltenergieverbrauch ist 2024 stärker als in der vergangenen Dekade gestiegen. Von Klimaanlagen, Rechenzentren und der Elektromobilität ging eine wachsende Stromnachfrage aus.
Der globale Energieverbrauch hat im vergangenen Jahr um 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zugenommen und ist auf 648 Exajoule (EJ) gestiegen. Er blieb damit zwar hinter der weltweiten Wirtschaftsleistung, die 2024 um 3,2 Prozent zulegte, zurück, der Anstieg des Energieverbrauchs in der Dekade 2013 bis 2023 von durchschnittlich 1,3 Prozent wurde aber deutlich überschritten.
Es war insbesondere Stromverbrauch, der die weltweite Energienachfrage antrieb. Dies geht aus der jüngsten Ausgabe des „Global Energy Review“ hervor, den die International Energy Agency (IEA) am 24. März vorgelegt hat. Der globale Stromverbrauch ist im vergangenen Jahr um nahezu 1,1 Billion kWh entsprechend 4,3 Prozent gestiegen. Das war mehr als doppelt so viel wie der durchschnittliche Zuwachs in der letzten Dekade. Auf China entfiel mehr als die Hälfte des Anstiegs. Aber auch in den Industriestaaten erreichte der Stromverbrauch neue Rekorde. Entscheidende Treiber waren die wachsende Nachfrage für Klimatisierung, der zunehmende Verbrauch der Industrie, die Elektrifizierung des Transportsektors und die Dynamik im Sektor Datenzentren. Der Stromverbrauch in Gebäuden machte nahezu 60 Prozent des gesamten 2024 verzeichneten Wachstums aus.
Die globale Stromerzeugung wird von der IEA für 2024 mit 31,2 Billionen kWh beziffert. 80 Prozent des gegenüber 2023 realisierten Wachstums der Stromerzeugung wurde durch erneuerbare Energien und Kernenergie abgedeckt. Diese beiden Energiequellen trugen zusammen erstmals mehr als 40 Prozent zur weltweiten Stromerzeugung bei, darunter erneuerbare Energien mit 32 Prozent und Kernenergie mit 9 Prozent. Trotzdem hielt Kohle auch 2024 mit 34,5 Prozent noch den größten Anteil an der weltweiten Stromerzeugung. Auf Erdgas entfielen 22 Prozent und auf Öl (einschließlich Sonstige) rund 2,5 Prozent.
Die Neuinstallationen erneuerbarer Energien erreichten im 22. Jahr in Folge ein Rekordniveau. Der Zubau an erneuerbaren Kapazitäten betrug insgesamt rund 700.000 MW, davon fast 80 Prozent Photovoltaik. Die Stromerzeugung aus Solar-PV und Wind legte 2024 mit einer Rekordmenge von 670 Milliarden kWh zu. Aus Erdgas wurden 2024 etwa 170 Milliarden kWh und aus Kohle 90 Milliarden kWh mehr Strom erzeugt als 2023.
In absoluten Größen fiel der Zuwachs im Energieverbrauch in China am stärksten aus, auch wenn die Wachstumsrate 2024 mit 2,9 Prozent deutlich unter dem Durchschnitt der vergangenen Jahre von 4,3 Prozent notierte. Der zweitstärkste absolute Zuwachs wurde bei einem Plus von 4,9 Prozent in Indien verzeichnet. An dritter Stelle rangierten die USA. Dort legte der Verbrauch um 1,7 Prozent gegenüber 2023 zu. Auf diese drei Staaten entfiel mit einem Anteil von 48,3 Prozent fast die Hälfte des globalen Energieverbrauchs. In der EU-27 erhöhte sich der Energieverbrauch erstmals seit 2017, abgesehen von dem Post-Covid-Rebound im Jahr 2021, und zwar mit 0,5 Prozent im Vergleich zu 2023. Damit war die EU-27 mit 8,0 Prozent am globalen Energieverbrauch beteiligt. Die Industriestaaten kehrten nach einer Reihe von Jahren mit einem rückläufigen Energieverbrauch 2024 erstmals wieder auf einen Wachstumspfad zurück. Trotzdem machten die Entwicklungs- und Schwellenländer mehr als 80 Prozent des Nachfrageanstiegs aus.
Der stärkste Anstieg unter den fossilen Energien wurde 2024 bei Erdgas mit einem Plus von 2,7 Prozent verzeichnet. Kohle legte um 1,2 Prozent und Öl um 0,8 Prozent zu. Der Anteil von Öl am gesamten Energieverbrauch verringerte sich auf 29,8 Prozent und unterschritt damit erstmals während der vergangenen fünfzig Jahre die Marke von 30 Prozent. 1973 hatte der Anteil von Öl am weltweiten Energieverbrauch den Spitzenwert von 46 Prozent erreicht.
Stärker als die fossilen Energien legten Kernenergie und vor allem die erneuerbaren Energien zu. Für Kernenergie wurde ein Anstieg von 3,7 Prozent und für die erneuerbaren Energien von 5,8 Prozent im Vorjahresvergleich ermittelt. Trotzdem waren die fossilen Energien auch 2024 noch mit 80 Prozent am weltweiten Primärenergieverbrauch beteiligt. Die erneuerbaren Energien kamen auf 15 Prozent und die Kernenergie auf 5 Prozent.
Neuer Rekordstand bei weltweiten CO2-Emissionen
Die energiebedingten CO2-Emissionen werden für 2024 – unter Einschluss der Emissionen aus Industrieprozessen – von der IEA auf 37,6 Milliarden Tonnen beziffert. Das waren 0,8 Prozent mehr als 2023. Davon entfielen 34 Prozent auf China, 12 Prozent auf die USA, 8 Prozent auf Indien und 6 Prozent auf die EU-27. Die CO2-Emissionen pro Kopf der Bevölkerung waren in China 2024 mit 8,9 Tonnen um 16 Prozent höher als im Durchschnitt der Industriestaaten und fast doppelt so hoch wie im weltweiten Durchschnitt, der 4,6 Tonnen beträgt. Für die USA errechnet sich auf Basis der Zahlen der IEA für 2024 eine Pro-Kopf-Emission an CO2 von 13,2 Tonnen und für die EU-27 von 5,3 Tonnen.
Es war insbesondere Stromverbrauch, der die weltweite Energienachfrage antrieb. Dies geht aus der jüngsten Ausgabe des „Global Energy Review“ hervor, den die International Energy Agency (IEA) am 24. März vorgelegt hat. Der globale Stromverbrauch ist im vergangenen Jahr um nahezu 1,1 Billion kWh entsprechend 4,3 Prozent gestiegen. Das war mehr als doppelt so viel wie der durchschnittliche Zuwachs in der letzten Dekade. Auf China entfiel mehr als die Hälfte des Anstiegs. Aber auch in den Industriestaaten erreichte der Stromverbrauch neue Rekorde. Entscheidende Treiber waren die wachsende Nachfrage für Klimatisierung, der zunehmende Verbrauch der Industrie, die Elektrifizierung des Transportsektors und die Dynamik im Sektor Datenzentren. Der Stromverbrauch in Gebäuden machte nahezu 60 Prozent des gesamten 2024 verzeichneten Wachstums aus.
Die globale Stromerzeugung wird von der IEA für 2024 mit 31,2 Billionen kWh beziffert. 80 Prozent des gegenüber 2023 realisierten Wachstums der Stromerzeugung wurde durch erneuerbare Energien und Kernenergie abgedeckt. Diese beiden Energiequellen trugen zusammen erstmals mehr als 40 Prozent zur weltweiten Stromerzeugung bei, darunter erneuerbare Energien mit 32 Prozent und Kernenergie mit 9 Prozent. Trotzdem hielt Kohle auch 2024 mit 34,5 Prozent noch den größten Anteil an der weltweiten Stromerzeugung. Auf Erdgas entfielen 22 Prozent und auf Öl (einschließlich Sonstige) rund 2,5 Prozent.
Die Neuinstallationen erneuerbarer Energien erreichten im 22. Jahr in Folge ein Rekordniveau. Der Zubau an erneuerbaren Kapazitäten betrug insgesamt rund 700.000 MW, davon fast 80 Prozent Photovoltaik. Die Stromerzeugung aus Solar-PV und Wind legte 2024 mit einer Rekordmenge von 670 Milliarden kWh zu. Aus Erdgas wurden 2024 etwa 170 Milliarden kWh und aus Kohle 90 Milliarden kWh mehr Strom erzeugt als 2023.
In absoluten Größen fiel der Zuwachs im Energieverbrauch in China am stärksten aus, auch wenn die Wachstumsrate 2024 mit 2,9 Prozent deutlich unter dem Durchschnitt der vergangenen Jahre von 4,3 Prozent notierte. Der zweitstärkste absolute Zuwachs wurde bei einem Plus von 4,9 Prozent in Indien verzeichnet. An dritter Stelle rangierten die USA. Dort legte der Verbrauch um 1,7 Prozent gegenüber 2023 zu. Auf diese drei Staaten entfiel mit einem Anteil von 48,3 Prozent fast die Hälfte des globalen Energieverbrauchs. In der EU-27 erhöhte sich der Energieverbrauch erstmals seit 2017, abgesehen von dem Post-Covid-Rebound im Jahr 2021, und zwar mit 0,5 Prozent im Vergleich zu 2023. Damit war die EU-27 mit 8,0 Prozent am globalen Energieverbrauch beteiligt. Die Industriestaaten kehrten nach einer Reihe von Jahren mit einem rückläufigen Energieverbrauch 2024 erstmals wieder auf einen Wachstumspfad zurück. Trotzdem machten die Entwicklungs- und Schwellenländer mehr als 80 Prozent des Nachfrageanstiegs aus.
Der stärkste Anstieg unter den fossilen Energien wurde 2024 bei Erdgas mit einem Plus von 2,7 Prozent verzeichnet. Kohle legte um 1,2 Prozent und Öl um 0,8 Prozent zu. Der Anteil von Öl am gesamten Energieverbrauch verringerte sich auf 29,8 Prozent und unterschritt damit erstmals während der vergangenen fünfzig Jahre die Marke von 30 Prozent. 1973 hatte der Anteil von Öl am weltweiten Energieverbrauch den Spitzenwert von 46 Prozent erreicht.
Stärker als die fossilen Energien legten Kernenergie und vor allem die erneuerbaren Energien zu. Für Kernenergie wurde ein Anstieg von 3,7 Prozent und für die erneuerbaren Energien von 5,8 Prozent im Vorjahresvergleich ermittelt. Trotzdem waren die fossilen Energien auch 2024 noch mit 80 Prozent am weltweiten Primärenergieverbrauch beteiligt. Die erneuerbaren Energien kamen auf 15 Prozent und die Kernenergie auf 5 Prozent.
Neuer Rekordstand bei weltweiten CO2-Emissionen
Die energiebedingten CO2-Emissionen werden für 2024 – unter Einschluss der Emissionen aus Industrieprozessen – von der IEA auf 37,6 Milliarden Tonnen beziffert. Das waren 0,8 Prozent mehr als 2023. Davon entfielen 34 Prozent auf China, 12 Prozent auf die USA, 8 Prozent auf Indien und 6 Prozent auf die EU-27. Die CO2-Emissionen pro Kopf der Bevölkerung waren in China 2024 mit 8,9 Tonnen um 16 Prozent höher als im Durchschnitt der Industriestaaten und fast doppelt so hoch wie im weltweiten Durchschnitt, der 4,6 Tonnen beträgt. Für die USA errechnet sich auf Basis der Zahlen der IEA für 2024 eine Pro-Kopf-Emission an CO2 von 13,2 Tonnen und für die EU-27 von 5,3 Tonnen.
Hans-Wilhelm Schiffer
© 2025 Energie & Management GmbH
Montag, 24.03.2025, 13:57 Uhr
Montag, 24.03.2025, 13:57 Uhr
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