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KLIMASCHUTZ:
Finanzielle Hürden bremsen Netto-Null-Ziele aus
Hohe Kosten und politische Unsicherheiten bremsen die Energiewende. Laut einer Studie erwartet die Hälfte der Führungskräfte der Energiebranche Netto-Null-Emissionen erst nach 2070.
Die Energiewirtschaft steht vor erheblichen Herausforderungen, wenn es um das Erreichen von Netto-Null-Emissionen geht. Eine
aktuelle Befragung von Bain & Company zeigt, dass die Skepsis in der Branche zunimmt, die Klimaziele zu erreichen. Während
früher viele Unternehmen noch eine Klimaneutralität bis 2050 für realistisch hielten, erwartet mittlerweile fast die Hälfte
der befragten Führungskräfte, dass dieses Ziel erst nach 2070 erreicht wird. Damit verschiebt sich der Zeitrahmen deutlich
nach hinten.
Bain & Company ist eine international tätige Unternehmensberatung mit Hauptsitz in Boston, USA. Sie unterstützt Unternehmen aus verschiedenen Branchen bei strategischen Entscheidungen, mit besonderem Fokus auf Transformation und Effizienzsteigerung. In der Energiewirtschaft analysiert Bain & Company regelmäßig Markttrends und Herausforderungen der Dekarbonisierung.
Trotz der wachsenden Skepsis setzen viele Unternehmen verstärkt auf technologische Innovationen. Insbesondere künstliche Intelligenz (KI) und digitale Lösungen könnten ihrer Ansicht nach helfen, die Effizienz von Projekten zu steigern und Investitionen gezielter einzusetzen. Bain & Company prognostiziert, dass in den nächsten Jahren vermehrt Kapital in Enterprise-Resource-Planning (ERP)-Systeme und KI-gestützte Analyseverfahren fließen wird. Mehr als 60 Prozent der Unternehmen planen, ihre Softwareinfrastruktur grundlegend zu erneuern.
KI als weitere Herausforderung
Ein weiteres Problem für die Energiewirtschaft ist der rasant wachsende Energiebedarf durch den Boom künstlicher Intelligenz. Bain & Company schätzt, dass sich der Energieverbrauch von Rechenzentren bis 2027 mehr als verdoppeln könnte. Dies erfordert massive Investitionen in neue Kapazitäten, die sich auf zwei Billionen US-Dollar (umgerechnet etwa 1,8 Billionen Euro) belaufen könnten.
Zur Bewältigung dieser Herausforderung setzen Energieversorger auf unterschiedliche Strategien: den Ausbau erneuerbarer Energien, die Verlängerung der Laufzeiten bestehender Kraftwerke und in manchen Regionen außerhalb Deutschlands auch den Ausbau der Kernenergie. Gleichzeitig versuchen sie, steigende Kosten durch höhere Strompreise oder Co-Investitionen an Rechenzentrumsbetreiber weiterzugeben.
Politischer Rahmen als zentraler Unsicherheitsfaktor
Neben finanziellen Hürden bleibt der politische Rahmen eine zentrale Unsicherheit. Führungskräfte beklagen unklare regulatorische Vorgaben und langwierige Genehmigungsprozesse für neue Infrastrukturprojekte. Auch der Fachkräftemangel erschwert die Umsetzung von Transformationsmaßnahmen, insbesondere in den Bereichen Netzmodernisierung und erneuerbare Energien.
Laut der Studie herrscht Uneinigkeit über die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Energiewende. Während einige Unternehmen weiterhin auf Subventionen setzen, sehen andere den Marktmechanismus als entscheidend an. Ein zunehmend diskutierter Ansatz ist der Ausbau von CO2-Bepreisungsmodellen, um klimafreundliche Investitionen wirtschaftlicher zu machen.
Neben der Erzeugung klimafreundlicher Energie gewinnt laut dem US-Beratungshaus auch die Energieeffizienz an Bedeutung. Die Unternehmen würden verstärkt in smarte Netze investieren, in Lastmanagement-Technologien und Speichersysteme, um die Integration erneuerbarer Energien zu erleichtern. Vornehmlich die Kombination aus Solar- und Batteriesystemen gilt weithin als vielversprechend, um Schwankungen in der Stromproduktion auszugleichen.
Gleichzeitig steigt das Interesse an alternativen Dekarbonisierungstechnologien wie Wasserstoff und synthetischen Kraftstoffen. Allerdings bleibt laut Bain & Company unklar, in welchem Umfang diese Technologien kurzfristig skalierbar sind und welche wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hierfür nötig sind.
Die Studie zeigt, dass die Energiewirtschaft Netto-Null-Ziele grundsätzlich nicht aus den Augen verliert, aber wirtschaftliche Realitäten eine entscheidende Rolle spielen. Die Berater betonen: Ohne stabile politische Rahmenbedingungen und klare Investitionsanreize könnte sich der Wandel weiter verzögern. In diesem Kontext gewinnen digitale Technologien an Bedeutung, um bestehende Ressourcen effizienter einzusetzen und die Transformation voranzutreiben.
Die Studie „Energy Executive Agenda 2025: New Challenges, New Innovations“ ist mit ihren Ergebnissen auf der Internetseite von Bain & Company einsehbar.
Bain & Company ist eine international tätige Unternehmensberatung mit Hauptsitz in Boston, USA. Sie unterstützt Unternehmen aus verschiedenen Branchen bei strategischen Entscheidungen, mit besonderem Fokus auf Transformation und Effizienzsteigerung. In der Energiewirtschaft analysiert Bain & Company regelmäßig Markttrends und Herausforderungen der Dekarbonisierung.
Trotz der wachsenden Skepsis setzen viele Unternehmen verstärkt auf technologische Innovationen. Insbesondere künstliche Intelligenz (KI) und digitale Lösungen könnten ihrer Ansicht nach helfen, die Effizienz von Projekten zu steigern und Investitionen gezielter einzusetzen. Bain & Company prognostiziert, dass in den nächsten Jahren vermehrt Kapital in Enterprise-Resource-Planning (ERP)-Systeme und KI-gestützte Analyseverfahren fließen wird. Mehr als 60 Prozent der Unternehmen planen, ihre Softwareinfrastruktur grundlegend zu erneuern.
KI als weitere Herausforderung
Ein weiteres Problem für die Energiewirtschaft ist der rasant wachsende Energiebedarf durch den Boom künstlicher Intelligenz. Bain & Company schätzt, dass sich der Energieverbrauch von Rechenzentren bis 2027 mehr als verdoppeln könnte. Dies erfordert massive Investitionen in neue Kapazitäten, die sich auf zwei Billionen US-Dollar (umgerechnet etwa 1,8 Billionen Euro) belaufen könnten.
Zur Bewältigung dieser Herausforderung setzen Energieversorger auf unterschiedliche Strategien: den Ausbau erneuerbarer Energien, die Verlängerung der Laufzeiten bestehender Kraftwerke und in manchen Regionen außerhalb Deutschlands auch den Ausbau der Kernenergie. Gleichzeitig versuchen sie, steigende Kosten durch höhere Strompreise oder Co-Investitionen an Rechenzentrumsbetreiber weiterzugeben.
Politischer Rahmen als zentraler Unsicherheitsfaktor
Neben finanziellen Hürden bleibt der politische Rahmen eine zentrale Unsicherheit. Führungskräfte beklagen unklare regulatorische Vorgaben und langwierige Genehmigungsprozesse für neue Infrastrukturprojekte. Auch der Fachkräftemangel erschwert die Umsetzung von Transformationsmaßnahmen, insbesondere in den Bereichen Netzmodernisierung und erneuerbare Energien.
Laut der Studie herrscht Uneinigkeit über die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Energiewende. Während einige Unternehmen weiterhin auf Subventionen setzen, sehen andere den Marktmechanismus als entscheidend an. Ein zunehmend diskutierter Ansatz ist der Ausbau von CO2-Bepreisungsmodellen, um klimafreundliche Investitionen wirtschaftlicher zu machen.
Neben der Erzeugung klimafreundlicher Energie gewinnt laut dem US-Beratungshaus auch die Energieeffizienz an Bedeutung. Die Unternehmen würden verstärkt in smarte Netze investieren, in Lastmanagement-Technologien und Speichersysteme, um die Integration erneuerbarer Energien zu erleichtern. Vornehmlich die Kombination aus Solar- und Batteriesystemen gilt weithin als vielversprechend, um Schwankungen in der Stromproduktion auszugleichen.
Gleichzeitig steigt das Interesse an alternativen Dekarbonisierungstechnologien wie Wasserstoff und synthetischen Kraftstoffen. Allerdings bleibt laut Bain & Company unklar, in welchem Umfang diese Technologien kurzfristig skalierbar sind und welche wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hierfür nötig sind.
Die Studie zeigt, dass die Energiewirtschaft Netto-Null-Ziele grundsätzlich nicht aus den Augen verliert, aber wirtschaftliche Realitäten eine entscheidende Rolle spielen. Die Berater betonen: Ohne stabile politische Rahmenbedingungen und klare Investitionsanreize könnte sich der Wandel weiter verzögern. In diesem Kontext gewinnen digitale Technologien an Bedeutung, um bestehende Ressourcen effizienter einzusetzen und die Transformation voranzutreiben.
Die Studie „Energy Executive Agenda 2025: New Challenges, New Innovations“ ist mit ihren Ergebnissen auf der Internetseite von Bain & Company einsehbar.

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Mittwoch, 19.03.2025, 16:23 Uhr
Mittwoch, 19.03.2025, 16:23 Uhr
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