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Enerige & Management > Bilanz - Fernwärme legt in Mainz deutlich zu
Quelle: Fotolia / ldprod
BILANZ:
Fernwärme legt in Mainz deutlich zu
Die kommunalen Stadtwerke in Mainz haben ihr Ergebnis halbiert. Trotzdem ist der Vorstand zufrieden.
 
Die Mainzer Stadtwerke AG hat im Geschäftsjahr 2024 einen konsolidierten Umsatz von rund 814 Millionen Euro erzielt. Das entspricht einem Rückgang von rund 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr mit 833 Millionen Euro. Das Unternehmen ist in den Bereichen Energieversorgung und Telekommunikation tätig und betreibt den ÖPNV und ein Bad.

Der Jahresüberschuss lag bei 17,2 Millionen Euro, heißt es vonseiten der kommunalen Holdinggesellschaft. In der Zahl seien unter anderem die Verlustübernahme für den Nahverkehr in Höhe von 27,8 Millionen Euro sowie die Zahlung der Konzessionsabgabe an die Stadt Mainz über 15,1 Millionen Euro berücksichtigt. Im vergangenen Jahr wurde in der Bilanz der Jahresüberschuss mit 38,9 Millionen Euro angegeben.

Der Vorstandsvorsitzende Daniel Gahr ordnete das Ergebnis trotzdem als solides Geschäftsjahr ein: „Klammert man das außergewöhnlich erfolgreiche Jahr 2023 mal aus, dann reiht sich 2024 nahtlos in eine ganze Reihe von guten Ergebnissen der vergangenen Jahre ein.“

Wachstum bei Fernwärme

Ausschlaggebend für den Rückgang waren unter dem Strich vor allem gesunkene Großhandelspreise für Strom und Erdgas sowie ein insgesamt moderater Energieverbrauch infolge milderer Witterungsverhältnisse in Teilen des Jahres.

Deutlich zulegen konnte das Geschäft mit der Fernwärme. Die Mainzer Fernwärme GmbH steigerte ihren Absatz um über elf Prozent auf 417 Millionen kWh. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag die Menge bei 375 Millionen kWh. Haupttreiber waren neue Großabnehmer wie der ZDF-Neubau, die Kommissbrotbäckerei sowie mehrere Neubauquartiere in der Mainzer Neustadt. Die Tochter Mainzer Wärme Plus GmbH versorgte rund 3.500 Kunden über ein 30 Kilometer langes, mit Bioerdgas und Wärmepumpen betriebenes Netz, heißt es im Geschäftsbericht.
  Die Verteilnetztochter Mainzer Netze GmbH, verantwortlich für die Energie- und Wassernetze in Mainz und Teilen des Rhein-Main-Gebiets, nahm 2024 ein neues Umspannwerk in der Mainspitze in Betrieb. Außerdem erhielt sie den Auftrag zum Anschluss eines weiteren Rechenzentrums mit einer elektrischen Leistung von 90 MW.

Große Infrastrukturprojekte

Der Ausbau erneuerbarer Energien wird über die Mainzer Erneuerbare Energien GmbH (MEE) organisiert. Diese betreibt oder hält Anteile an 191 Photovoltaik-, 79 Windkraft- sowie zwölf Wasserkraftanlagen, wie das Unternehmen mitteilt. Die erzeugte Strommenge lag bei rund 594 Millionen kWh.

Die Mainzer Stadtwerke AG sind auch in zwei große Infrastrukturprojekte involviert: Im Zollhafen Mainz wurden 2024 das 10.000 Quadratmeter große „Grünufer Nord“ fertiggestellt und das Baufeld „Hafenblick II“ verkauft. Die letzten beiden Grundstücke sollen 2025 folgen. Auch im Heiligkreuz-Viertel in Mainz-Weisenau geht die Entwicklung zügig voran: Von 25 Grundstücken der Stadtwerke sind 15 vermarktet. „Zum Jahresende 2024 waren im Quartier schon mehr als 1.000 Wohnungen fertiggestellt, weitere Baufelder mit mehr als 700 Wohnungen waren in Planung oder im Bau.“
 

Stefan Sagmeister
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