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Enerige & Management > Studie - Erzeugernetzentgelte wären kontraproduktiv
Quelle: Georg Eble
STUDIE:
Erzeugernetzentgelte wären kontraproduktiv
Der Bundesverband Windenergie Offshore begrüßt die im Agnes-Konzept vorgesehenen Regelungen. Erzeugernetzentgelte würden kaum eine produktive Lenkungswirkung entfalten. 
 
Placet des Bundesverbands Windenergie Offshore (BWO) zu den Überlegungen der Bonner Regulierungsbehörde: Die Bundesnetzagentur will bestehende und bereits bezuschlagte Offshore-Windprojekte von geplanten Kapazitätsentgelten ausnehmen und dynamische Erzeugernetzentgelte für Offshore-Wind vorerst nicht weiterverfolgen. Der BWO sieht darin „wichtige Signale für Offshore-Wind und Investitionssicherheit“.

Bestehende Offshore-Windparks sowie Projekte mit bereits erteiltem Ausschreibungszuschlag sollen nach den Plänen der Behörde vom geplanten Kapazitätsentgelt ausgenommen werden. „Ich begrüße ausdrücklich, dass die Bundesnetzagentur beim Vertrauensschutz zentrale Anliegen der Offshore-Wind-Branche aufgreift. Wer bereits investiert oder in Ausschreibungen Gebote abgegeben hat, darf nicht nachträglich mit zusätzlichen, vorher nicht einkalkulierbaren Risiken belastet werden“, kommentiert BWO-Geschäftsführer Stefan Thimm das Konzept zur Festlegung der Allgemeinen Netzentgeltsystematik Strom (Agnes).

Zusätzlicher Kostenfaktor

Erzeugernetzentgelte würden laut einer vom BWO in Auftrag gegebenen Studie bei Offshore-Wind ihre Ziele verfehlen. Im Fokus der Untersuchung sei die Frage gestanden, ob die in Betracht gezogenen Instrumente einen Beitrag zur Entlastung der Stromnetze und zur Senkung der Netzkosten leisten können. Fazit: „Erzeugernetzentgelte, darunter auch Baukostenzuschüsse, können bei Offshore-Wind kaum eine produktive Lenkungswirkung entfalten“, so der BWO. Da Standort, Netzanschluss und Anschlusskapazität von Offshore-Windparks staatlich geplant und vorgegeben werden, könnten zusätzliche Entgelte keine netzdienliche Standortwahl anreizen, sondern wirkten vor allem als zusätzlicher Kostenfaktor für Projekte, heißt es.

Die Studie mache zudem deutlich, dass Erzeugernetzentgelte die Kosten der Offshore-Windenergie erhöhten und damit auch die Gebote in künftigen Differenzvertrags-Ausschreibungen. Da solche Mehrkosten in diesem System letztlich vom Bund getragen werden, würden die Entgelte faktisch zu einer indirekten Netzfinanzierung über den Bundeshaushalt führen, resümiert der BWO. „Die erhoffte Entlastung der Verbraucher wird entsprechend zu einer indirekten Mehrbelastung.“

Die Studie, die das Beratungsunternehmen Neon Neue Energieökonomik erstellte, steht im Internet als Download bereit: Erzeugernetzentgelte Offshore Wind .
 

Manfred Fischer
© 2026 Energie & Management GmbH
Mittwoch, 03.06.2026, 16:50 Uhr

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