Mit dem 31.12.2025 stellt die Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch (ASUE) ihre Aktivitäten
ein. Abnehmende Ressourcen, herausfordernde Rahmenbedingungen und eine immer engere Verbändelandschaft haben die Arbeit der
Initiative zunehmend erschwert. Die im Sommer 2021 erfolgte Integration der ASUE in den DVGW konnte den Abwärtstrend nicht
aufhalten, was letzten Endes zu diesem Schritt führte. In ihrer Hochzeit Ende der 2010er Jahre vertrat die ASUE 53 Mitgliedsunternehmen, darunter 16 Gasversorger, 18 Stadtwerke und 10 Anbieter energieeffizienter Gerätetechnik.
Fast fünf Jahrzehnte haben sich die ASUE-Mitglieder und -Mitarbeitende für effiziente und innovative Energieversorgungskonzepte
vor allem auf Basis molekularer Energieträger stark gemacht. Heute sind die Inhalte der ASUE vielerorts im Alltagsgeschäft
von Versorgungsunternehmen und Energieberatung integriert und ihre blauen Broschüren finden sich in manchem Regal.
Energiekrise als Geburtshelfer
Gegründet wurde die ASUE im Jahr 1977. Dem vorangegangen waren verschiedene Entwicklungen und Ereignisse – allen voran die
Energiekrise im Jahr 1973. Seit der überstandenen Nachkriegszeit war bis zu diesem Zeitpunkt Energie, zunächst aus Kohle und
später aus Erdgas, billig.
Leitplanken beim Bau von Gebäuden und der Entwicklung von Verfahren waren eher in Material und Bauphysik zu finden. Die Folge
war, dass sich der mittlere spezifische Energieverbrauch von Neubauten auf bis zu 259 kWh/m²a steigerte – man heizte buchstäblich
in die Umwelt. In heutigen Effizienzhäusern lässt sich dagegen mit derselben Energiemenge die fünffache Fläche warmhalten.
Heizen wirtschaftlicher machen
Zehn namhafte Unternehmen der Gaswirtschaft schlossen sich deshalb zusammen, um einen Verband zu schaffen, der der Öffentlichkeit
die Vorteile von Erdgas als umweltschonendem, fossilen Energieträger deutlich machen und gleichzeitig die Entwicklung praktikabler,
wirtschaftlicher und effizienter Gasanwendungen unterstützen sollte.
Die Gründungsmitglieder hatten dabei neben der Gasbrennwerttechnik vor allem gasbetriebene Wärmepumpen, Blockheizkraftwerke
und Nahwärmenetze im Blick. Auf Basis der ASUE-Unterstützung wurden diese Technologien zunehmend erfolgreich und der spezifische
Wärmeverbrauch von Gebäuden begann zu sinken.
In der Folge verstärkte die ASUE ihr Engagement für die in der Energieversorgung von Gebäuden einsetzbaren Technologien, zu
denen später auch Brennstoffzellen gehörten. Ein Highlight waren die BHKW-Kenndaten, deren dritte Auflage 2014 als umfangreiches
Kompendium der technischen Daten aller in Deutschland verfügbaren BHKW bis heute eine willkommene Berechnungsgrundlage für
Anlagenauslegungen und Forschungsprojekte darstellt.
Innovationen für effizienten Gaseinsatz
Auch Prozesse und Verfahren in der Produktion funktionieren oft nur mit präzise auf sie zugeschnittenen Energieversorgungssystemen.
Deswegen erweiterte die ASUE ihren Blick in die gesamte Branche der Gasanwendung und lobte im Jahr 1980 erstmals einen „Innovationspreis“
aus. Er bot mutigen Bewerbern eine Bühne und diente als Leuchtturm, um auch andere Großverbraucher zu Effizienzmaßnahmen zu
motivieren.
Die ASUE bedankt sich für die jahrzehntelange Treue aller Beteiligten und mahnt gleichzeitig an, das Ziel des sparsamen und
umweltfreundlichen Energieverbrauchs weiterhin hochzuhalten. Denn die Herausforderungen, die Klimawandel und Gesellschaft
stellen, sind nicht geringer geworden.

Quelle: DVGW/Franz-Josef Berlin
Montag, 05.01.2026, 16:06 Uhr
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