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Enerige & Management > Wärme - Enercity nutzt künftig mehr Abwärme aus Abfällen
Quelle: Enercity
WÄRME:
Enercity nutzt künftig mehr Abwärme aus Abfällen
Der Hannoveraner Energieversorger Enercity will gemeinsam mit dem Entsorger EEW Energy from Waste mehr Abwärme aus Abfällen für die Fernwärme gewinnen. 
 
Enercity will das bestehende Kohleheizkraftwerk in den nächsten Jahren ersetzen. An die Stelle eines großen Kraftwerks sollen künftig bis zu 14 dezentralen Anlagen die benötigte Fernwärme erzeugen. In diesem Jahr solle auch der erste Block des Kohlekraftwerks abgeschaltet werden.

Um künftig genügend „grüne“ Fernwärme bereitstellen zu können, ist der Versorger nun auch eine Kooperation mit dem Entsorgungsunternehmen EEW Energy from Waste eingegangen. Es soll mehr Abwärme aus einer bestehenden thermischen EEW-Abfallverwertungsanlage in Hannover gewonnen werden, teilte Enercity am 14. März mit. 

EEW Energy from Waste ist ein europaweit tätiger Entsorger mit insgesamt 17 Standorten − davon eine in Hannover. Die Abwärmeleistung dieser Anlage soll nun von 50 auf bis zu 85 MW erhöht werden. An diesem Standort kann sowohl Wärme als auch Strom produziert werden. Dies will Enercity auch so beibehalten, um flexibel auf den Bedarf reagieren zu können.

Durch die erhöhte Leistung kann die Anlage laut dem Versorger besonders an kalten Tagen zur Versorgungssicherheit der Fernwärme beitragen. Bei niedrigem Wärmebedarf im Sommer soll sie mit bis zu 20 MW Leistung erneuerbaren Strom erzeugen. Der Umbau der Anlage soll bis spätestens Anfang 2027 abgeschlossen sein. 

Auch an anderer Stelle investiert Enercity. So haben Anfang des Jahres die Bauarbeiten für eine Großwärmepumpe auf dem Gelände des städtischen Klärwerks in Hannover-Herrenhausen begonnen (wir berichteten). Die Anlage soll 2027 in das Strom- und Fernwärmenetz integriert werden und eine thermische Leistung von 30 MW bereitstellen. 

Die nachhaltige Fernwärmeversorgung gilt als Schlüsselprojekt der hannoverschen Wärmeplanung. Enercity setzt eigenen Angaben nach auf ein breites Portfolio erneuerbarer Technologien: Klärschlammverwertung, Flusswasser- und Klarwasser-Wärmepumpen, Biomethan-Blockheizkraftwerke, ein Biomasse-Heizkraftwerk und zukünftig auch Geothermie. Das Fernwärmenetz wächst von derzeit 360 auf 550 Kilometer und soll bis 2040 rund 18.000 Gebäude versorgen – fünfmal so viele wie heute.
 

Heidi Roider
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