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Altholz. Quelle: E&M
BIOMASSE:
EEX und Baltpool starten Biomassehandel
Ein neuer Handelsansatz für Biomasse nimmt in Deutschland Gestalt an. Eine geplante Plattform soll Preise für Altholz erstmals systematisch erfassen und vergleichbar machen.
 
Die in Leipzig ansässige Energiebörse European Energy Exchange (EEX) und der litauische Biomassemarktplatzbetreiber Baltpool haben eine strategische Zusammenarbeit vereinbart. Ziel ist es, in Deutschland einen organisierten Handelsplatz für Biomasse aufzubauen. Dies geben sie in einer gemeinsamen Mitteilung bekannt.

Kern der Kooperation ist die Einführung einer wöchentlichen Auktion für Altholz. Baltpool soll diese Auktionen organisieren und durchführen, wie es weiter heißt. Die EEX will die dabei entstehenden Preisdaten nutzen, um einen Index zu berechnen. Dieser soll als Referenz für den deutschen Biomassemarkt dienen.

Baltpool betreibt nach eigenen Angaben seit mehr als zehn Jahren Biomassemärkte in den baltischen Staaten und in Skandinavien. Das Unternehmen entwickelt digitale Plattformen für standardisierte Handelsprozesse. Es gehört zum litauischen staatlichen Energiekonzern „EPSO-G“ und unterliegt der dortigen Regulierung.

Den geplanten Start der ersten Auktionen sehen die Partner für Ende 2026 vor. Beide verbinden mit dem Projekt die Erwartung, den bislang stark fragmentierten Markt stärker zu strukturieren. EEX-Chef Peter Reitz beschreibt den aktuellen Zustand des Biomassehandels als wenig standardisiert. Ein Großteil der Geschäfte werde bilateral abgewickelt. Die Handelsinfrastruktur von Baltpool könne hier zur Vereinheitlichung beitragen, erklärt er. Gleichzeitig sieht Reitz im Biomassemarkt eine wichtige Rolle für die Energiewende, die durch marktorientierte Instrumente unterstützt werden solle.

Auch Baltpool-CEO Andrius Smaliukas betont die Expansionsstrategie seines Unternehmens. Die Kooperation mit der EEX markiere einen nächsten Schritt, um die eigenen Marktlösungen in größeren und komplexeren Märkten einzusetzen. Gleichzeitig wolle Baltpool von der internationalen Reichweite und der Erfahrung der EEX profitieren.

Mehr Transparenz für Marktteilnehmer

Nach Angaben der Unternehmen soll ein organisierter Markt mehrere Effekte haben. Die Bündelung von Angebot und Nachfrage könnte die Liquidität erhöhen. Gleichzeitig sollen einheitliche Prozesse und digitale Abläufe den Handel vereinfachen und den administrativen Aufwand senken. Vor allem Betreiber von Altholzkraftwerken könnten von einer besseren Verfügbarkeit von Preisinformationen profitieren. Ein veröffentlichter Index würde erstmals eine transparente Preisreferenz für diesen Teilmarkt schaffen.

Darüber hinaus sehen die Partner Vorteile in der Standardisierung der Handelsprozesse. Diese könnten operative Risiken reduzieren und eine Skalierung des Marktes erleichtern. Damit zielt das Projekt auch auf eine breitere Nutzung von Biomasse im Energiesystem. Ob sich daraus ein liquider und breit genutzter Markt entwickelt, dürfte wesentlich davon abhängen, wie viele Marktteilnehmer sich an den geplanten Auktionen beteiligen.
 

Davina Spohn
Redakteurin
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