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Enerige & Management > Regenerative - EEG-Umlage soll 2022 stark sinken
Quelle: Fotolia / K-U Haessler
REGENERATIVE:
EEG-Umlage soll 2022 stark sinken
Offiziell wird es erst am 15. Oktober bekannt gegeben, doch schon einen Tag zuvor ist durchgesickert: Die EEG-Umlage sinkt wohl im Jahr 2022 von 6,5 auf 3,7 Cent pro Kilowattstunde.
 
Laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Reuters soll die EEG-Umlage im kommenden Jahr von 6,5 auf 3,7 Cent pro Kilowattstunde reduziert werden. Das hätten Regierungs- und Branchen-Vertreter der Agentur am 14. Oktober bestätigt. Die Deutsche Presse-Agentur sprach von einer geplanten Umlage von 3,72 Cent. 

Offiziell soll die Anpassung der Umlage am Freitag von den vier Übertragungsnetzbetreibern veröffentlicht werden. Noch-Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat für den 15. Oktober um 12 Uhr zu einer Pressekonferenz zu dem Thema eingeladen. 

Die energiewirtschaftliche Sprecherin der Grünen, Ingrid Nestle, hat die erwartete Senkung bereits kommentiert: "Die sinkende EEG-Umlage nimmt der nächsten Stromrechnung einen Teil des Schreckens." Die sinkende EEG-Umlage könne den Mehrkosten durch den steigenden Strompreis etwas entgegenwirken.

Dabei sei es aktuell der steigende Strompreis an den Börsen, getrieben durch das derzeit teure Erdgas, der zusätzliches Geld auf das EEG-Konto spüle und die Umlage sinken lässt. Zusätzlich habe die Deckelung der EEG-Umlage auf 6,5 Cent im vergangenen Jahr, finanziert durch die Einnahmen aus dem CO2-Handel, in diesem Jahr für ein dickes Plus von 4,7 Mrd. Euro auf dem EEG-Konto geführt.

Für die sinkende EEG-Umlage gibt es mehrere Gründe. Nach einer Analyse der Denkfabrik Agora Energiewende haben die hohen Gas-, Kohle- und CO2-Preise zu einem stark gestiegenen Börsenstrompreis geführt. Damit werde weitaus weniger Geld vom EEG-Konto gebraucht, um Differenzkosten der erneuerbaren Energien auszugleichen - die Erneuerbaren erzielten höhere Erlöse am Markt und die notwendige Fördersumme sinke. Dazu komme, dass die EEG-Anlagen der frühen Jahre, die noch vergleichsweise hohe Vergütungen erhalten hätten, seit diesem Jahr nach und nach das Ende ihrer 20-jährigen Förderdauer erreichten: "Der Kostenrucksack des EEG wird damit immer kleiner."

Allerdings wird in der Branche damit gerechnet, dass die sinkende Umlage die Strompreise zwar stabilisiert, aber kaum senken wird, da die Beschaffungspreise, die Energieversorger für Strom zahlen müssen, in diesem Jahr deutlich gestiegen sind. So ist etwa der Börsenstrompreis am EPEX-Spotmarkt für Deutschland/Luxemburg von August 2020 bis August 2021 von knapp 35 Euro auf mehr als 82 Euro pro Megawattstunde in die Höhe geschossen. Zuletzt wurden Day-ahead-Preise von 150 bis 200 Euro/MWh erzielt.

 
Entwicklung der Börsenstrompreise
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Quelle: Statista
 

Peter Koller
Redakteur
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Donnerstag, 14.10.2021, 14:26 Uhr

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