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Enerige & Management > Klimaschutz - Deutschlands Emissionen übersteigen EU-Vorgabe deutlich
Quelle: Pixabay / Malte Reimold
KLIMASCHUTZ:
Deutschlands Emissionen übersteigen EU-Vorgabe deutlich
Deutschland lag im Jahr 2025 bei Verkehr, Gebäuden und weiteren Bereichen deutlich über der EU-Emissionsvorgabe. Das zeigt nun eine Mitteilung der Bundesregierung.
 
Neue Daten zur deutschen Emissionsbilanz hat die Bundesregierung mit der Unterrichtung „Übersicht nach § 7 Absatz 2 des Bundes-Klimaschutzgesetzes zu Durchführungsvorschriften zur Europäischen Klimaschutzverordnung“ (Drucksache 21/7680 ) vom 19. August 2026 vorgelegt.

Nach vorläufigen Berechnungen lagen die Emissionen Deutschlands im Jahr 2025 in den von der Europäischen Klimaschutzverordnung erfassten Bereichen bei rund 382,8 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten. Die für Deutschland vorgesehene Emissionsmenge betrug jedoch rund 349,2 Millionen Tonnen. Daraus ergibt sich vorläufig eine Überschreitung um rund 33,6 Millionen Tonnen.

Dass für 2025 zunächst nur vorläufige Zahlen vorliegen, hängt mit dem Verfahren zur Erfassung der Treibhausgasemissionen zusammen. Nach Angaben der Regierung stehen die bestätigten Emissionsdaten eines Jahres erst rund zwei Jahre später fest. Für 2025 soll dies gegen Ende 2027 der Fall sein. Bis dahin dient eine Vorjahresschätzung des Umweltbundesamtes (UBA) als Grundlage. Auch danach können Änderungen der Berechnungsmethoden noch zu Anpassungen führen.

Überschreitung zum zweiten Mal in Folge

Grundlage der Berechnung ist die Europäische Klimaschutzverordnung, die sogenannte „Effort-Sharing Regulation“ (ESR). Sie gibt den EU-Mitgliedstaaten verbindliche Emissionspfade für die Jahre 2021 bis 2030 vor. Erfasst werden Treibhausgasemissionen außerhalb des Europäischen Emissionshandels (ETS 1) sowie außerhalb des Bereichs Landnutzung und Forstwirtschaft.

Deutschland überschritt die jährliche Vorgabe bereits im Jahr 2024. Damals lagen die Emissionen nach den aktuellen Angaben der Bundesregierung um rund 5,2 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente über der Zuweisung. Für 2025 ergibt sich auf Basis der vorläufigen Daten nun eine deutlich größere Differenz.

In den ersten drei Jahren der laufenden ESR-Periode hatte Deutschland seine jeweiligen Vorgaben dagegen noch unterschritten. 2021 lagen die Emissionen um rund 20,5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente unter der Zuweisung, 2022 um 19 Millionen Tonnen und 2023 um 12,8 Millionen Tonnen.

Gleichzeitig sinken die Deutschland zur Verfügung stehenden jährlichen Emissionszuweisungen. Nach dem im April 2026 veröffentlichten EU-Durchführungsbeschluss standen der Bundesrepublik 2021 noch rund 427,3 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente zur Verfügung. Für 2025 sind es rund 349,2 Millionen Tonnen, für 2026 rund 338,8 Millionen Tonnen. Bis 2030 sinkt die Zuweisung auf rund 242,4 Millionen Tonnen.

Noch keine Zukäufe für aktuelle Periode

Zum Ausgleich von Überschreitungen in der laufenden ESR-Periode seit 2021 hat Deutschland laut der Bundesregierung bislang keine Emissionszuweisungen erworben.

Zukäufe gab es allerdings unter der früheren EU-Lastenteilungsentscheidung. Im Jahr 2022 erwarb Deutschland insgesamt rund 11,4 Millionen Emissionszuweisungen von Bulgarien, Tschechien und Ungarn. Damit glich der Bund fehlende Zuweisungen für Emissionen aus den Jahren 2019 und 2020 aus. Die Käufe gehörten damit noch zum Zeitraum 2013 bis 2020 und nicht zur aktuellen ESR-Periode.

Für die damaligen Käufe zahlte der Bund einschließlich der in Deutschland verbleibenden Umsatzsteuer rund 13,5 Millionen Euro. Auf die Verträge mit Bulgarien, Tschechien und Ungarn entfielen jeweils rund 3,8 Millionen Euro. (ds)
 

Davina Spohn
Redakteurin
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