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Enerige & Management > Bilanz - Bund erhält weitere 2,6 Milliarden Euro von Uniper zurück
Uniper-CEO Michael Lewis will schnell Gaskraftwerke bauen. Quelle: E&M / Volker Stephan
BILANZ:
Bund erhält weitere 2,6 Milliarden Euro von Uniper zurück
Bis Ende März will Uniper in Summe 3,1 Milliarden Euro an den Staat zurückgezahlt haben. Der Bund hatte den Düsseldorfer Konzern im Zuge der Übernahme mit 13,5 Milliarden Euro gestützt.
 
Nun fließt Geld zurück. Aufgrund guter Geschäfte 2023 und – in geringerem Maße – auch im vergangenen Jahr zahlt Uniper etwa ein Viertel der vom Bund erhaltenen Stabilisierungsmittel zurück. Im ersten Quartal will der Düsseldorfer Energiekonzern so 3,1 Milliarden Euro an die Bundesrepublik überweisen, die das Unternehmen 2022 mit ihrem Einstieg vor der Insolvenz bewahrt hatte.

Dies gab Uniper auf der Bilanzpressekonferenz am 25. Februar bekannt. Im Zuge der Verstaatlichung hatte es Stützungszahlungen in Höhe von 13,5 Milliarden Euro gegeben, weil Uniper nach dem Ausbleiben russischer Gaslieferungen teuren Ersatz beschaffen musste. Die EU-Kommission hatte die Beihilfe unter der Bedingung genehmigt, dass Uniper in der Folge Gewinne abtrete.

Schon im September 2024 wanderten 530 Millionen Euro in die Staatskasse zurück. Dieses Geld hatte Uniper nicht an Russlands Staatskonzern Gazprom überwiesen, sondern zunächst zurückgestellt. Nach einem für die Düsseldorfer erfolgreich ausgefallenen Schiedsgerichtsverfahren erfolgte der Übertrag an den Bund, der noch 99 Prozent am größten deutschen Gashändler und Gasspeicherbetreiber hält.

Möglichst schnell in neue Gaskraftwerke investieren

Uniper-Finanzchefin Jutta Dönges erwartet, dass der Bund im Zuge der Reprivatisierung „weitere Erlöse“ erzielen werde. Ende 2028 darf der Staatsanteil maximal noch 25 Prozent plus eine Aktie betragen. Mit der neuen Bundesregierung wolle er so schnell wie möglich das Gespräch über die entsprechenden Schritte führen, ergänzte CEO Michael Lewis. „Wir haben unsere Hausaufgaben für die Rückkehr an den Kapitalmarkt erledigt und sind bereit, sobald die neue Regierung das Thema angeht“, so der Uniper-Chef.

Das Unternehmen habe mit seiner Geschäftstätigkeit, minimierter Risiken und beigelegter Rechtsstreits die Grundlage für eine erfolgreiche Zukunft gelegt, so Jutta Dönges. 2030 werde Uniper profitabel, klimafreundlicher und nachhaltiger sein, sagte Michael Lewis. Dafür seien Ausgaben von etwa 8 Milliarden Euro vorgesehen, ein Großteil davon in Deutschland für den Ausbau der erneuerbaren Energien und weitere Gaskraftwerke.

Der CEO erhofft sich vom designierten Kanzler Friedrich Merz (CDU) Klarheit über die Kraftwerksstrategie der nächsten Koalition. Merz hatte im Wahlkampf eine Verdopplung auf 50 neue Gaskraftwerke angekündigt. „Wir wollen so schnell wie möglich Geld in neue Kraftwerke investieren“, so Michael Lewis.

Der für das operative Geschäft verantwortliche Vorstand Holger Kreetz hält es für „sehr ambitioniert“, neue Gaskraftwerke noch Ende 2030 in Betrieb nehmen zu wollen. Uniper hofft noch in diesem Jahr auf das neue Kraftwerksgesetz, dem sich eine erste Auktion Anfang 2026 anschließen könne. Fünf Jahre würden im Falle eines schnellen Genehmigungsverfahrens vergehen, ehe ein Kraftwerk am Netz sei.

Erneuerbare werfen noch keinen Gewinn ab

Mit den Erneuerbaren mache Uniper noch keine Gewinne, so Jutta Dönges. Bei Wind- und Solarenergie befinde das Unternehmen sich eher noch in der Investitionsphase. Uniper hat Investitionsentscheidungen in Höhe von 140 Millionen Euro für Solarenergie-Projekte in Deutschland, Großbritannien und Ungarn getroffen. Bis 2030 will das Unternehmen 10.000 MW an Erneuerbarenprojekten zur Baureife bringen.

Wie berichtet, kamen die Düsseldorfer im Geschäftsjahr 2024 auf 2,6 Milliarden Euro bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (adjusted Ebitda). Im Jahr davor waren es noch 7,2 Milliarden Euro gewesen.

Trotz des Ergebnisrückgangs spricht Michael Lewis von einem „außergewöhnlich guten Jahr“. Vor allem niedrige Preise im Gas- und Strombereich drückten die Zahlen. Das Segment „Green Generation“ trug durch Kernenergie und Wasserkraft aus Schweden etwas mehr zum Ergebnis bei: 498 Millionen Euro (zuvor: 476 Millionen Euro). Das fossile Geschäft („Flexible Generation“) sank auf 998 Millionen Euro, das mit Gas und Strom („Greener Commodities“) auf 1,5 Milliarden Euro.

Sinkende Preise und fehlende Ergebnisbeiträge aus erfolgreichen Absicherungsgeschäften sieht Uniper für 2025 voraus. Daher erwartet der Konzern einen deutlich niedrigeren bereinigten Gewinn zwischen 900 Millionen und 1,3 Milliarden Euro.
 

Volker Stephan
© 2025 Energie & Management GmbH
Dienstag, 25.02.2025, 15:04 Uhr

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