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Enerige & Management > Elektrofahrzeuge - Bonus-Modell vergütet Flexibilität
Quelle: Jonas Rosenberger
ELEKTROFAHRZEUGE:
Bonus-Modell vergütet Flexibilität
Rheinenergie und The Mobility House Energy verlängern ihre Kooperation bis Ende 2028. Mit ihrem Autostromtarif wechseln sie nach der Pilotphase in den kommerziellen Betrieb.
 
Rheinenergie und The Mobility House Energy führen ihre Zusammenarbeit beim intelligenten Laden für Elektroautos bis Ende 2028 fort. Nach einer rund einjährigen Erprobung wechseln sie mit dem gemeinsam entwickelten Autostromtarif mit der Bezeichnung „ChargeFlex“ in die kommerzielle Phase. Das Angebot richtet sich an Privatkunden und verlagert das Laden automatisiert in Zeitfenster, in denen viel erneuerbare Erzeugung im Netz zur Verfügung steht und der Börsenpreis für Strom günstiger ist.

In der bisherigen Pilotphase haben die Partner das Tarifmodell entwickelt und technisch umgesetzt. Grundlage ist eine White-Label-Lösung von The Mobility House Energy, die für den Versorger aus Köln angepasst wurde. Dabei wurden Ladelogik, Bonusberechnung und Vermarktung der gebündelten Ladeflexibilität verknüpft. Nach Angaben der Unternehmen wurde damit der Tarifbetrieb erprobt und der Übergang in die kommerzielle Phase vorbereitet. Erprobt wurden damit neben der Technik auch Vertrieb, Kundenbeziehung und Bonusmodell. Quantitative Angaben zur Zahl der Teilnehmer, zu verschobenen Strommengen oder zu erzielten Erlösen enthält die Mitteilung nicht.

Eine App steuert das Laden automatisch, so dass Kunden die schwankenden Börsenpreise nicht selbst verfolgen müssen. Arbeits- und Grundpreis sind für zwölf Monate festgelegt. Für jede automatisiert geladene Kilowattstunde wird ein Bonus von 10 Cent auf der Jahresrechnung gutgeschrieben. Bei einem jährlichen Ladeverbrauch von 2.500 kWh, der nach Angaben der Unternehmen etwa 15.000 Kilometern Fahrleistung entspricht, summiert sich der Bonus auf rund 250 Euro. Daneben können Nutzer das Fahrzeug über eine Sofortladefunktion zum regulären Tarif laden. Der flexible Tarif könne auch mit einer Photovoltaikanlage kombiniert werden, heißt es in einer Mitteilung der Partner.

Ausweitung auf bidirektionales Laden geplant

The Mobility House Energy stellt die technische Plattform und die Ladelogik bereit. Das Unternehmen bündelt die Flexibilität der Fahrzeuge in einem virtuellen Kraftwerk und vermarktet sie „an den Energie- und Leistungsmärkten“, wie es in der Mitteilung weiter heißt. Aus den dabei erzielten Erlösen werde der Bonus für die Kunden finanziert. Rheinenergie übernimmt Vertrieb, Kundenmanagement und Vermarktung des Tarifs. Beide Unternehmen wollen das Produkt gemeinsam weiterentwickeln.

Durch die zeitliche Verlagerung der Ladevorgänge sollen Lastspitzen vermindert und Zeiten mit höherer Wind- und Solarstromerzeugung besser genutzt werden. Welche flexible Last und welche flexible physikalische Arbeit die Partner tatsächlich erwarten, beziffern sie nicht. Der Tarif unterscheidet sich zudem von einem vollständig dynamischen Stromtarif: Arbeits- und Grundpreis seien für zwölf Monate garantiert bleiben für zwölf Monate garantiert, während die Flexibilität über den Bonus vergütet werde.

Als nächsten Entwicklungsschritt nennen die Partner das bidirektionale Laden, so dass die Fahrzeugbatterien künftig Strom nicht nur aufnehmen. Bei Vehicle-to-Grid würde Strom in das Netz zurückgespeist, während Vehicle-to-Home eine Nutzung der gespeicherten Energie im eigenen Haushalt ermöglichen würde. Einen konkreten Termin für die Einführung dieser Anwendungen nennen die Unternehmen nicht. Die verlängerte Kooperation soll jedenfalls das bestehende Modell ausweiten und weitere Anwendungen für die Vermarktung von Flexibilität entwickeln. (fw)
 

Fritz Wilhelm
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