
Quelle: Fotolia / Ralf Urner
STROMMARKTDESIGN:
BDEW sieht eigenes Kapazitätsmarkt-Modell durch Studie bestätigt
Der „Integrierte Kapazitätsmarkt“ des BDEW könnte dezentrale Flexibilitäten sehr wohl einbinden. Besagt eine Auftragsstudie von Frontier Economics und wendet sich damit gegen das BMWK.
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hatte im September 2024 vorgeschlagen, in Deutschland einen „Integrierten
Kapazitätsmarkt“ (IKM) zu errichten. Er soll genügend Anreize setzen für ein Backup zu den spontan einspeisenden Erneuerbaren.
Das noch von Robert Habeck (Grüne) geführte Wirtschaftsministerium (BMWK) hatte am IKM bemängelt, es integriere zu wenig dezentrale
Flexibilitäten, wie etwa Lastverschiebung (DSM), bidirektionales Laden und kleinere Batteriespeicher auf Verteilnetzebene.
Im April 2024 hatte das BMWK im sogenannten Optionenpapier vier andere Kapazitätsmechanismen zur Diskussion gestellt: Spitzenpreis-Hedging, einen Dezentralen (DKM), einen Zentralen (ZKM) und einen Kombinierten Kapazitätsmarkt (KKM). Das Optionenpapier wiederum beruht auf dem Abschlussbericht der „Plattform Klimaneutrales Stromsystem“ (PKNS) vom selben Monat.
Durch eine Kurzstudie von Frontier Economics, die er an diesem 17. März veröffentlicht hat, sieht sich der Branchenverband nun darin bestätigt, dass sein IKM-Modell dezentrale Flexibilitäten ausreichend einbeziehen könnte. BDEW-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae: „Die Studie zeigt, dass ein Integrierter Kapazitätsmarkt durch eine kluge Ausgestaltung des Umlagesystems Flexibilitäten wirksam heben kann – ohne zusätzlichen Zertifikatehandel oder hohe administrative Komplexität.“ Der IKM ermögliche eine kosteneffiziente, technologieoffene Integration von Speichern, Demand-Side Management (DSM) und steuerbaren Erzeugungskapazitäten.
Portioniert, rollierend, verschiedene Vertragslaufzeiten
Der Integrierte Kapazitätsmarkt vereint fünf Elemente in einem Design: den überkommenen Erneuerbaren-Investitionsrahmen wie etwa das EEG, das Kraftwerkssicherheitsgesetz (KWSG), das Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWKG) sowie die vorhandenen Flexibilitätsanreize im Energy-only-Markt und in den Märkten für Systemdienstleistungen, wie etwa dem Regelenergiemarkt.
Kern des IKM-Konzepts ist eine staatlich festgelegte Absicherungsquote für die Versorgungssicherheit, im Gegensatz zu dezentralen Modellen, bei denen Bilanzkreisverantwortliche diese selbst bestimmen.
Die Frontier-Economics-Kurzstudie analysiert sowohl zentrale als auch dezentrale Ansätze zur Flexibilitätsintegration und zieht ausführlich Erkenntnisse aus fünf bestehenden europäischen Kapazitätsmärkten heran, nämlich aus Großbritannien, der Irischen Halbinsel, Frankreich, Belgien und Polen.
Die gesicherte Kapazität soll nach den Vorstellungen des BDEW portioniert, rollierend und mit unterschiedlichen Vertragslaufzeiten von einem bis zu 15 Jahren ausgeschrieben werden. So lieferten 15-Jahres-Verträge mit beispielsweise vierjährigem Vorlauf einen „wesentlichen Teil des Refinanzierungshorizontes“ für Neuanlagen und den Retrofit von Altanlagen, während ein- bis dreijährige Kapazitätsprodukte mit einem Vorlauf etwa von einem Jahr auf den Bestand und kleinere Flexibilitäten abzielten.
Was die Präqualifikation zu einem solchen Kapazitätsmarkt angeht, spricht sich der BDEW nicht nur für geringere Anforderungen aus, damit sich die Anstrengung auch für kleine Anbieter lohnt, sondern auch für den Vorrang der Eigeneinschätzung („Eigen-De-Rating“) bei Speicherbetreibern und DSM-Anbietern nach belgischem Vorbild, kombiniert mit Vertragsstrafen, wenn sie unter den selbstdefinierten Eigenschaften bleiben.
Strommarktdesign dürfte Thema zwischen Union und SPD sein
Der BDEW ruft mit der Kurzstudie seinen IKM für die anstehenden Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD in Erinnerung. In ihnen dürfte das künftige Strommarktdesign eine bedeutende Rolle spielen. Die CDU/CSU hatte 20.000 MW auszuschreibende Gaskraftwerks-Leistung im Rahmen des KWSG gefordert - fast das Dreifache der Kapazität, die das Habeck-Ministerium 2024 in Eckpunkten und Entwurf zum KWSG ausschreiben wollte. Aus dem Entwurf war durch das Ampel-Aus zunächst nichts geworden.
Der BDEW stellt die Kurzstudie von Frontier Economics samt Einführung auf seiner Website zur Verfügung.
Im April 2024 hatte das BMWK im sogenannten Optionenpapier vier andere Kapazitätsmechanismen zur Diskussion gestellt: Spitzenpreis-Hedging, einen Dezentralen (DKM), einen Zentralen (ZKM) und einen Kombinierten Kapazitätsmarkt (KKM). Das Optionenpapier wiederum beruht auf dem Abschlussbericht der „Plattform Klimaneutrales Stromsystem“ (PKNS) vom selben Monat.
Durch eine Kurzstudie von Frontier Economics, die er an diesem 17. März veröffentlicht hat, sieht sich der Branchenverband nun darin bestätigt, dass sein IKM-Modell dezentrale Flexibilitäten ausreichend einbeziehen könnte. BDEW-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae: „Die Studie zeigt, dass ein Integrierter Kapazitätsmarkt durch eine kluge Ausgestaltung des Umlagesystems Flexibilitäten wirksam heben kann – ohne zusätzlichen Zertifikatehandel oder hohe administrative Komplexität.“ Der IKM ermögliche eine kosteneffiziente, technologieoffene Integration von Speichern, Demand-Side Management (DSM) und steuerbaren Erzeugungskapazitäten.
Portioniert, rollierend, verschiedene Vertragslaufzeiten
Der Integrierte Kapazitätsmarkt vereint fünf Elemente in einem Design: den überkommenen Erneuerbaren-Investitionsrahmen wie etwa das EEG, das Kraftwerkssicherheitsgesetz (KWSG), das Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWKG) sowie die vorhandenen Flexibilitätsanreize im Energy-only-Markt und in den Märkten für Systemdienstleistungen, wie etwa dem Regelenergiemarkt.
Kern des IKM-Konzepts ist eine staatlich festgelegte Absicherungsquote für die Versorgungssicherheit, im Gegensatz zu dezentralen Modellen, bei denen Bilanzkreisverantwortliche diese selbst bestimmen.
Die Frontier-Economics-Kurzstudie analysiert sowohl zentrale als auch dezentrale Ansätze zur Flexibilitätsintegration und zieht ausführlich Erkenntnisse aus fünf bestehenden europäischen Kapazitätsmärkten heran, nämlich aus Großbritannien, der Irischen Halbinsel, Frankreich, Belgien und Polen.
Die gesicherte Kapazität soll nach den Vorstellungen des BDEW portioniert, rollierend und mit unterschiedlichen Vertragslaufzeiten von einem bis zu 15 Jahren ausgeschrieben werden. So lieferten 15-Jahres-Verträge mit beispielsweise vierjährigem Vorlauf einen „wesentlichen Teil des Refinanzierungshorizontes“ für Neuanlagen und den Retrofit von Altanlagen, während ein- bis dreijährige Kapazitätsprodukte mit einem Vorlauf etwa von einem Jahr auf den Bestand und kleinere Flexibilitäten abzielten.
Was die Präqualifikation zu einem solchen Kapazitätsmarkt angeht, spricht sich der BDEW nicht nur für geringere Anforderungen aus, damit sich die Anstrengung auch für kleine Anbieter lohnt, sondern auch für den Vorrang der Eigeneinschätzung („Eigen-De-Rating“) bei Speicherbetreibern und DSM-Anbietern nach belgischem Vorbild, kombiniert mit Vertragsstrafen, wenn sie unter den selbstdefinierten Eigenschaften bleiben.
Strommarktdesign dürfte Thema zwischen Union und SPD sein
Der BDEW ruft mit der Kurzstudie seinen IKM für die anstehenden Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD in Erinnerung. In ihnen dürfte das künftige Strommarktdesign eine bedeutende Rolle spielen. Die CDU/CSU hatte 20.000 MW auszuschreibende Gaskraftwerks-Leistung im Rahmen des KWSG gefordert - fast das Dreifache der Kapazität, die das Habeck-Ministerium 2024 in Eckpunkten und Entwurf zum KWSG ausschreiben wollte. Aus dem Entwurf war durch das Ampel-Aus zunächst nichts geworden.
Der BDEW stellt die Kurzstudie von Frontier Economics samt Einführung auf seiner Website zur Verfügung.

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Montag, 17.03.2025, 17:56 Uhr
Montag, 17.03.2025, 17:56 Uhr
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