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Quelle: E&M
PPA-PREISINDEX:
Alte Windräder können 300 Euro pro MWh erzielen
Die nie dagewesenen Höhen im Strom-Terminmarkt haben im August auch die Erlöse von Ü20-Anlagen und neuer großer PV erhöht. Das ergibt der neue PPA-Preisindex von E&M und Enervis.
Die Rekordpreise im deutschen Strom-Terminmarkt haben im August auch die Marktpreise für Direktlieferverträge (Power Purchase
Agreements, PPA) von alten Onshore-Windenergieanlagen und neuen Photovoltaik-Freiflächenanlagen auf ein bisher ungekanntes
Niveau hochgezogen. Das ergeben Berechnungen des Analysehauses Enervis für den PPA-Preisindex mit Energie & Management.
Die Preise für die Graustrom-Terminmarktprodukte, von denen die PPA-Preise heruntergebrochen werden, sind demnach im August auf "nie dagewesene Höhen" angestiegen. Für das Frontjahr 2023 gab es an einem August-Tag Schlusspreise von knapp 1.000 Euro/MWh. Auch am langen Ende der Terminkurve sind die Preise für die ferner liegenden Jahresprodukte teilweise auf über 150 Euro/MWh gestiegen. Gegen Monatsende gingen Preisvolatilität und -niveau wieder etwas zurück. Diese Preisrallye hat laut Enervis auch einen "deutlichen Anstieg" der Absicherungsabschläge auf den Mischpreis wegen erhöhter Risiken und Unsicherheiten zur Folge.
Chart 1: Onshore-Wind
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Die Terminmarktprodukte, die PPA von Windenergieanlagen an Land mit zweijähriger Stromlieferzeit absichern, welche nach über 20 Jahren aus der EEG-Förderung ausgeschieden sind (Ü20-Anlagen), notierten im August-Mischpreis bei 474 Euro/MWh. Im Juli waren es erst 323,30 Euro gewesen.
Durch die Abschläge auf diesen Mischpreis kommt Enervis auf einen realistischen PPA-Preis zwischen 243 und 358 Euro/MWh, im arithmetischen Mittel also knapp 300 Euro/MWh. Im Juli hatten die Marktpreise noch in der Spitze bei etwa 239 Euro/MWh aufgehört. 210 Euro hatten die Bandbreite nach unten abgeschlossen.
Chart 2: Neue PV-Freiflächenanlagen
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Auch für den bei neuen großen Freiflächenanlagen üblichen PV-PPA mit zehnjähriger Lieferperiode haben die Preise zugelegt: Der dahinterstehende Terminmarkt-Mischpreis ergibt 213,30 Euro/MWh. Im Juli waren es noch 169,40 Euro gewesen. Auch hier erkennt Enervis im August eine "deutliche" Zunahme und größere Spannweiten bei den Abschlägen. Dies schlägt sich in einer PPA-Preisbandbreite von 127 bis 150 Euro/MWh nieder. Im Juli waren 124 Euro noch das Höchste der Gefühle gewesen.
Der niedrigere Terminmarkt-Mischpreis im Vergleich zu den Ü20-Wind-PPA ergibt sich - abgesehen von der Technologie - daraus, dass die PV-PPA unter anderem auch mit den Jahresprodukten für 2024 bis 2028 abgesichert werden, die niedriger notieren. Bei Ü20 steht hinter dem PPA-Preis nur das Jahresprodukt 2023 sowie verschiedene Terminmarktprodukte für September bis Dezember 2022 und für Januar bis August 2024.
Die Preise für die Graustrom-Terminmarktprodukte, von denen die PPA-Preise heruntergebrochen werden, sind demnach im August auf "nie dagewesene Höhen" angestiegen. Für das Frontjahr 2023 gab es an einem August-Tag Schlusspreise von knapp 1.000 Euro/MWh. Auch am langen Ende der Terminkurve sind die Preise für die ferner liegenden Jahresprodukte teilweise auf über 150 Euro/MWh gestiegen. Gegen Monatsende gingen Preisvolatilität und -niveau wieder etwas zurück. Diese Preisrallye hat laut Enervis auch einen "deutlichen Anstieg" der Absicherungsabschläge auf den Mischpreis wegen erhöhter Risiken und Unsicherheiten zur Folge.
Chart 1: Onshore-Wind
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Über 20 Jahre alte Windräder an Land konnten in den vergangenen zwölf Monaten in zweijährigen PPA diese Preis-Bandbreiten
erzielen – hat das Analysehaus Enervis für E&M ermittelt.
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Quelle: Enervis
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Quelle: Enervis
Die Terminmarktprodukte, die PPA von Windenergieanlagen an Land mit zweijähriger Stromlieferzeit absichern, welche nach über 20 Jahren aus der EEG-Förderung ausgeschieden sind (Ü20-Anlagen), notierten im August-Mischpreis bei 474 Euro/MWh. Im Juli waren es erst 323,30 Euro gewesen.
Durch die Abschläge auf diesen Mischpreis kommt Enervis auf einen realistischen PPA-Preis zwischen 243 und 358 Euro/MWh, im arithmetischen Mittel also knapp 300 Euro/MWh. Im Juli hatten die Marktpreise noch in der Spitze bei etwa 239 Euro/MWh aufgehört. 210 Euro hatten die Bandbreite nach unten abgeschlossen.
Chart 2: Neue PV-Freiflächenanlagen
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Neue Photovoltaik-Großanlagen konnten in den vergangenen zwölf Monaten in zehnjährigen PPA diese Preis-Bandbreiten erzielen.
Das hat das Analysehaus Enervis für E&M ermittelt.
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Quelle: Enervis
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Quelle: Enervis
Auch für den bei neuen großen Freiflächenanlagen üblichen PV-PPA mit zehnjähriger Lieferperiode haben die Preise zugelegt: Der dahinterstehende Terminmarkt-Mischpreis ergibt 213,30 Euro/MWh. Im Juli waren es noch 169,40 Euro gewesen. Auch hier erkennt Enervis im August eine "deutliche" Zunahme und größere Spannweiten bei den Abschlägen. Dies schlägt sich in einer PPA-Preisbandbreite von 127 bis 150 Euro/MWh nieder. Im Juli waren 124 Euro noch das Höchste der Gefühle gewesen.
Der niedrigere Terminmarkt-Mischpreis im Vergleich zu den Ü20-Wind-PPA ergibt sich - abgesehen von der Technologie - daraus, dass die PV-PPA unter anderem auch mit den Jahresprodukten für 2024 bis 2028 abgesichert werden, die niedriger notieren. Bei Ü20 steht hinter dem PPA-Preis nur das Jahresprodukt 2023 sowie verschiedene Terminmarktprodukte für September bis Dezember 2022 und für Januar bis August 2024.
Auf die Marktpreis-Bandbreiten von PPA kommt Enervis so: Sie nehmen vom ermittelten durchschnittlichen Preis der jeweils einschlägigen Terminmarkt-Lieferprodukte auf dem Graustrom-Terminmarkt der Börse EEX verschiedene Ab- und Zuschläge vor:
- für das technologie- und standortspezifische Einspeiseprofil
- sowie für energiewirtschaftliche Abwicklung und Risikoprämie
- Dann schlagen sie aktuelle Preis-Bandbreiten für Herkunftsnachweise (HKN) auf. (Näheres zur Methodik sowie Nutzungshinweise hier). Denn Strom aus grünen PPA erhält in der Regel im Gegensatz zur geförderten Direktvermarktung HKN und darf auch als Ökostrom verkauft werden.
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Dienstag, 06.09.2022, 16:48 Uhr
Dienstag, 06.09.2022, 16:48 Uhr
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