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Quelle: TH Köln
F&E:
Abwärme wird mit dem Lkw zum Abnehmer transportiert
Ein Forschungsprojekt will Abnehmer in ländlichen Regionen mit Abwärme-Anbieter aus der Industrie zuammenbringen. Ein Wärmespeicher auf Rädern soll es möglich machen. 
 
Gerade im ländlichen Raum liegen Abwärmequellen aus der Industrie und mögliche Abnehmer zu weit auseinander, als das sich ein Wärmenetz lohnen würde. Hier setzt nun das Forschungsprojekt „WärmeEngel“ an, das vom Cologne Institute for Renewable Energy (CIRE) der TH Köln gemeinsam mit dem Oberbergischen Kreis und dem Bergischen Abfallwirtschaftsverband (BAV) umsetzt wird.

„Mit unserem Vorhaben möchten wir eine lokal angepasste Lösung demonstrieren, wie klimaneutrale Wärme auch ohne fest installierte Netze flexibel zu den Abnehmern gelangen kann“, sagte Professor Thorsten Schneiders vom CIRE. Ziel des Projektes ist es, Abwärme aus Deponiegas-Blockheizkraftwerken des Entsorgungszentrums Leppe östlich von Köln mithilfe von neuen mobiler Latentwärmespeicher, also einem Speichersystem auf einem Lastwagen, zu einem rund 16 Kilometer entfernten Berufskolleg zu transportieren. 

Am Berufskolleg Dieringhausen, einer Liegenschaft des Oberbergischen Kreises mit einem Jahresheizwärmebedarf von 910.000 kWh, soll die Energie in das bestehende Heizsystem eingespeist werden. Der Be- und Entladevorgang wird laut der TH Köln dabei jeweils etwa acht Stunden dauern. 

Das Salz Natriumacetat-Trihydrat dient als Speichermedium

Die mobilen Latentwärmespeicher basieren auf dem Phasenwechselmaterial Natriumacetat-Trihydrat. Dieses Salz nimmt Wärme auf, wenn es den Aggregatzustand von fest zu flüssig wechselt. Bei einer Temperatur von 58 Grad Celsius findet der Phasenübergang statt, wodurch pro Speicher rund 2,5 MWh Abwärme „nahezu verlustfrei aufgenommen und transportiert werden können“, schreibt die TH Köln.

Der Bergische Abfallwirtschaftsverband stellt die Abwärme bereit und verantwortet die Logistik. Die TH Köln ist für die Messtechnik zuständig sowie die energetische Gesamtbewertung. Dazu wollen die Forschenden einen digitalen Zwilling des Systems und ein öffentlich zugängliches Dashboard entwickeln, das Parameter wie Wärmemenge, Leistungsabgabe und Emissionsbilanz in Echtzeit anzeigt.

Das Vorhaben Wärmeengel wird im Rahmen der „REGIONALE 2025 Bergisches RheinLand“ durchgeführt und vom Wirtschaftsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen sowie der EU mit 1,5 Millionen Euro gefördert.
 

Heidi Roider
Redakteurin und Chefin vom Dienst
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