Einbau einer Wärmepumpe. Quelle: Shutterstock / JPC-PROD
WÄRME:
Wärmepumpen überzeugen im Gebäudebestand
95 Prozent der befragten Wärmepumpenbesitzer sind zufrieden. Laut einer Untersuchung des Öko-Instituts haben Hauseigentümer mit Gas- oder Ölheizung dagegen häufig Vorbehalte.
Zwischen den Erfahrungen von Wärmepumpenbesitzern und den Erwartungen anderer Hauseigentümer besteht eine deutliche Diskrepanz.
Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Öko-Instituts, des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg („ifeu“)
und der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft „co2online“. Wie das Öko-Institut mit Sitz in Freiburg, sind 95 Prozent der befragten Hauseigentümer, die in den vergangenen Jahren auf eine Wärmepumpe umgestellt haben, mit der Technik
zufrieden oder sehr zufrieden.
Die Ergebnisse stammen aus dem Forschungsprojekt „Wärmepumpe? Kann ich!“, das sich mit dem Einsatz der Heiztechnik in bestehenden Ein- und Zweifamilienhäusern beschäftigt. Die Wissenschaftler untersuchen insbesondere, wie Eigentümer die Eignung ihrer Gebäude einschätzen und welche Hindernisse einem Heizungswechsel entgegenstehen.
Dabei spielen wirtschaftliche Überlegungen eine wichtige Rolle. Mehr als 70 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass sich eine Wärmepumpe langfristig finanziell rechnet. Rund zwei Drittel stimmen darüber hinaus der Aussage zu, dass eine Wärmepumpe unabhängiger von schwankenden Energiepreisen macht.
Vorbehalte bei älteren Gebäuden
Insbesondere bei Eigentümern ohne Wärmepumpe bestehen nach Einschätzung der Wissenschaftler weiterhin falsche Vorstellungen über die technischen Voraussetzungen. So geht etwa die Hälfte der Befragten davon aus, dass ältere Einfamilienhäuser vor dem Einbau zunächst umfassend energetisch saniert werden müssen.
Knapp ein Drittel hält außerdem eine Fußbodenheizung für zwingend erforderlich, damit eine Wärmepumpe effizient arbeitet. Beide Annahmen treffen nach Darstellung der Forschungseinrichtungen nicht generell zu. Moderne Wärmepumpen lassen sich auch in vielen Bestandsgebäuden ohne umfassende Sanierung einsetzen. Ebenso ist eine Fußbodenheizung nicht grundsätzlich erforderlich.
Kosten und Förderunsicherheit als Hemmnisse
Neben technischen Bedenken spielen die Investitionskosten eine wesentliche Rolle. Rund 80 Prozent der Befragten empfinden die Anschaffungskosten einer Wärmepumpe als zu hoch. Hinzu kommt, dass bei etwa der Hälfte die vorhandene Heizung noch nicht das Ende ihrer Lebensdauer erreicht hat. Für diese Eigentümer besteht daher kein unmittelbarer Anlass zum Austausch.
Weitere Hindernisse sind der erwartete Installationsaufwand und die Förderbedingungen. Rund 20 Prozent der Befragten schätzen den Aufwand für den Einbau als zu hoch ein. 10 Prozent empfinden die Förderregelungen als zu komplex. Zugleich zeigt die Untersuchung eine erhebliche Verunsicherung mit Blick auf die politischen Rahmenbedingungen. Mehr als die Hälfte der Befragten bewertet die Förderbedingungen als überwiegend unsicher. Rund 10 Prozent befürchten außerdem, dass künftig steigende Strompreise die laufenden Kosten einer Wärmepumpe erhöhen könnten.
Die Wissenschaftler empfehlen deshalb kostenlose Erstberatungen, Hilfe beim Ausfüllen von Förderanträgen sowie einen Online-Eignungstest, mit dem Eigentümer die Voraussetzungen ihres Gebäudes überprüfen können. Zudem halten sie eine verlässliche finanzielle Förderung für notwendig.
„Fast alle, die heute eine Wärmepumpe besitzen, sind zufrieden“, erklärt Tanja Kenkmann, Gruppenleiterin Wärmewende und Effizienz am Öko-Institut. Die Technik sei ausgereift. Steigende Gas- und Ölpreise könnten weitere Hauseigentümer zum Heizungswechsel bewegen. Die Voraussetzung hierfür seien allerdings geeignete politische Rahmenbedingungen.
Das Forschungsvorhaben stützt sich neben der Eigentümerbefragung auf Literaturanalysen und Experteninterviews. Als nächsten Schritt planen die beteiligten Einrichtungen einen Feldtest mit 100 bis 200 Teilnehmern. Er soll Erkenntnisse darüber liefern, wie Eigentümer die Eignung ihrer Gebäude für Wärmepumpen besser selbst beurteilen können.
Das 78-seitige Working Paper „Wärmepumpen im Gebäudebestand: Eignung, Wahrnehmung und Unterstützungsbedarfe selbstnutzender Eigentümer*innen –
Ergebnisse des Projektes ‚Wärmepumpe? Kann ich!‘ “ ist über die Internetseite des Öko-Instituts aufrufbar. (ds)
Die Ergebnisse stammen aus dem Forschungsprojekt „Wärmepumpe? Kann ich!“, das sich mit dem Einsatz der Heiztechnik in bestehenden Ein- und Zweifamilienhäusern beschäftigt. Die Wissenschaftler untersuchen insbesondere, wie Eigentümer die Eignung ihrer Gebäude einschätzen und welche Hindernisse einem Heizungswechsel entgegenstehen.

Working Paper „Wärmepumpen im Gebäudebestand: Eignung, Wahrnehmung und Unterstützungsbedarfe selbstnutzender Eigentümer*innen
–
Ergebnisse des Projektes ‚Wärmepumpe? Kann ich!‘“
(zum Öffnen bitte auf das PDF klicken)
Quelle: Öko-Institut / Ifeu / co2online
Ergebnisse des Projektes ‚Wärmepumpe? Kann ich!‘“
(zum Öffnen bitte auf das PDF klicken)
Quelle: Öko-Institut / Ifeu / co2online
Dabei spielen wirtschaftliche Überlegungen eine wichtige Rolle. Mehr als 70 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass sich eine Wärmepumpe langfristig finanziell rechnet. Rund zwei Drittel stimmen darüber hinaus der Aussage zu, dass eine Wärmepumpe unabhängiger von schwankenden Energiepreisen macht.
Vorbehalte bei älteren Gebäuden
Insbesondere bei Eigentümern ohne Wärmepumpe bestehen nach Einschätzung der Wissenschaftler weiterhin falsche Vorstellungen über die technischen Voraussetzungen. So geht etwa die Hälfte der Befragten davon aus, dass ältere Einfamilienhäuser vor dem Einbau zunächst umfassend energetisch saniert werden müssen.
Knapp ein Drittel hält außerdem eine Fußbodenheizung für zwingend erforderlich, damit eine Wärmepumpe effizient arbeitet. Beide Annahmen treffen nach Darstellung der Forschungseinrichtungen nicht generell zu. Moderne Wärmepumpen lassen sich auch in vielen Bestandsgebäuden ohne umfassende Sanierung einsetzen. Ebenso ist eine Fußbodenheizung nicht grundsätzlich erforderlich.
Kosten und Förderunsicherheit als Hemmnisse
Neben technischen Bedenken spielen die Investitionskosten eine wesentliche Rolle. Rund 80 Prozent der Befragten empfinden die Anschaffungskosten einer Wärmepumpe als zu hoch. Hinzu kommt, dass bei etwa der Hälfte die vorhandene Heizung noch nicht das Ende ihrer Lebensdauer erreicht hat. Für diese Eigentümer besteht daher kein unmittelbarer Anlass zum Austausch.
Weitere Hindernisse sind der erwartete Installationsaufwand und die Förderbedingungen. Rund 20 Prozent der Befragten schätzen den Aufwand für den Einbau als zu hoch ein. 10 Prozent empfinden die Förderregelungen als zu komplex. Zugleich zeigt die Untersuchung eine erhebliche Verunsicherung mit Blick auf die politischen Rahmenbedingungen. Mehr als die Hälfte der Befragten bewertet die Förderbedingungen als überwiegend unsicher. Rund 10 Prozent befürchten außerdem, dass künftig steigende Strompreise die laufenden Kosten einer Wärmepumpe erhöhen könnten.
Die Wissenschaftler empfehlen deshalb kostenlose Erstberatungen, Hilfe beim Ausfüllen von Förderanträgen sowie einen Online-Eignungstest, mit dem Eigentümer die Voraussetzungen ihres Gebäudes überprüfen können. Zudem halten sie eine verlässliche finanzielle Förderung für notwendig.
„Fast alle, die heute eine Wärmepumpe besitzen, sind zufrieden“, erklärt Tanja Kenkmann, Gruppenleiterin Wärmewende und Effizienz am Öko-Institut. Die Technik sei ausgereift. Steigende Gas- und Ölpreise könnten weitere Hauseigentümer zum Heizungswechsel bewegen. Die Voraussetzung hierfür seien allerdings geeignete politische Rahmenbedingungen.
Das Forschungsvorhaben stützt sich neben der Eigentümerbefragung auf Literaturanalysen und Experteninterviews. Als nächsten Schritt planen die beteiligten Einrichtungen einen Feldtest mit 100 bis 200 Teilnehmern. Er soll Erkenntnisse darüber liefern, wie Eigentümer die Eignung ihrer Gebäude für Wärmepumpen besser selbst beurteilen können.
Das 78-seitige Working Paper „Wärmepumpen im Gebäudebestand: Eignung, Wahrnehmung und Unterstützungsbedarfe selbstnutzender Eigentümer*innen –
Ergebnisse des Projektes ‚Wärmepumpe? Kann ich!‘ “ ist über die Internetseite des Öko-Instituts aufrufbar. (ds)
© 2026 Energie & Management GmbH
Donnerstag, 08.10.2026, 13:22 Uhr
Donnerstag, 08.10.2026, 13:22 Uhr
Mehr zum Thema
teilen
teilen
teilen
teilen
Wärmewende als „Chance und Herausforderung“