• Märkte bleiben richtungslos
  • Klimaneutrales Zementwerk entsteht in Schleswig-Holstein
  • „Auch Zuglinien mit grünem Wasserstoff versorgen“
  • Panasonic eröffnet neue Wärmepumpen-Fabrik in Tschechien
  • Deutschland und Frankreich legen Streit um Kernenergie bei
  • Osnabrücker Stadtwerke bieten PV und Speicher als Paket
  • Netzanschluss-Anfragen übersteigen 500.000 MW
  • Wechselservices für Strom und Gas ganz brauchbar
  • Bioenergieverbände fordern praxisnahe RED-III-Regeln
  • 240 Millionen Euro Kredit für Erneuerbaren-Projektierer
Enerige & Management > Photovoltaik - Verband: Eigene PV schlägt niedrigere Stromsteuer
Quelle: Jonas Rosenberger
PHOTOVOLTAIK:
Verband: Eigene PV schlägt niedrigere Stromsteuer
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sparen mehr, wenn sie sich eine PV aufs Dach setzen, als wenn auch sie die Stromsteuer-Senkung bekämen. Meint der BSW.
 
Kleine und mittelständische Unternehmen sollen sich nach Ansicht des Fachverbandes BSW-Solar nicht auf die Senkung der Stromsteuer fixieren, die sie doch nicht bekommen. Stattdessen würden sie mit eigener Photovoltaik-Erzeugung mehr Energiekosten sparen, als sie steuerlich entlastet werden könnten.

Die schwarz-rote Regierung hatte im Juli entschieden, die im Koalitionsvertrag für alle Verbrauchergruppen vorgesehene Senkung auf das EU-Mindestniveau auf die energieintensive Industrie zu beschränken (wir berichteten).

Nach Berechnungen des Bundesverbandes der Solarwirtschaft profitieren „gerade“ KMU von einer Kombination aus drei betriebswirtschaftlichen Umständen:
  • Der erste Umstand kam erst im Juli hinzu: Gewerbliche Anlagenbetreiber können seit einer entsprechenden Gesetzesänderung bereits im ersten Betriebsjahr einer PV-Anlage bis zu 30 Prozent der Errichtungskosten sonderabschreiben. Im Bündel mit einer Umstellung des Fuhrparks auf Elektro sind es gar bis zu 50 Prozent.
  • Der eigene PV-Strom vom gewerblichen Dach kostet das Unternehmen, umgelegt auf die kWh, nur 5,7 bis 12 Cent, zusammen mit einem Batteriespeicher zwischen 7,3 und 16 Cent, während der Netzstrom für KMU mit 18 Cent zu Buche schlägt.
  • Schließlich bekommen Mittelständler für PV-Strom, den sie doch einspeisen, EEG-Vergütung.
BSW-Solar-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig sagt die Fortsetzung des PV-Zubaus auf Industrie- und Gewerbedächern voraus, auch wenn er sich im ersten Halbjahr 2025 abgeflacht hat: „Allein schon aus wirtschaftlicher Vernunft werden immer mehr Unternehmen ihre Firmendächer nutzen, um sich kostengünstig und langfristig planbar mit Solarstrom zu versorgen.“

Zwischen diesem Januar und Juni war 7 Prozent mehr Solarleistung auf industriellen und gewerblichen Dächern in Deutschland installiert worden als im ersten Halbjahr 2024. Im Gesamtjahr 2024 betrug das Plus des Zubaus auf Jahresbasis 30 Prozent.

Auf Industriedächern sind 12.000 PV-Systeme verbaut, auf landwirtschaftlichen Dächern 81.000, so das Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur. Rein zahlenmäßig ist dies freilich nichts gegen die Gesamtzahl an PV-Anlagen in Deutschland: gut 5,4 Millionen, so eine Recherche dieser Redaktion im Register. Der springende Punkt ist aber, dass laut Fraunhofer-Institut für integrierte Schaltungen (IIS) nur 19 Prozent der Hallen im gewerblichen und logistischen Bereich von einer Solaranlage gekrönt werden. Der BSW-Solar schätzt, dass weit mehr als 100.000 KMU selbst PV-Strom erzeugen.
 

Georg Eble
Redakteur
+49 (0) 8152 9311 44
eMail
facebook
© 2025 Energie & Management GmbH
Mittwoch, 27.08.2025, 16:41 Uhr

Mehr zum Thema