Quelle: Jonas Rosenberger
ELEKTROFAHRZEUGE:
Unternehmen sehen E-Flotten wirtschaftlich im Vorteil
Erstmals sind batterieelektrische Pkw die häufigste Antriebsart bei Flotten-Neuzulassungen. Eine Dataforce-Studie sieht die Wirtschaftlichkeit als wichtigsten Treiber des Wandels.
Batterieelektrische Fahrzeuge lagen im ersten Halbjahr 2026 mit einem Anteil von 30 Prozent erstmals bei den Neuzulassungen deutscher Unternehmensflotten an der Spitze. Dies geht aus einer Studie des Marktforschungsunternehmens
Dataforce hervor, die im Auftrag der Initiative Klimaneutrales Deutschland erstellt wurde. Grundlage sind Daten des Kraftfahrt-Bundesamts
sowie eine Befragung von 255 Fuhrparkverantwortlichen.
Zusätzliche Dynamik könnte nach Einschätzung der Autoren die derzeit auf EU-Ebene verhandelte Clean Corporate Vehicles Regulation (CCVR) bringen. Der Verordnungsvorschlag sieht verbindliche Quoten für emissionsfreie Neuzulassungen großer Unternehmensflotten vor. Für Deutschland werden 54 Prozent bis 2030 und 95 Prozent bis 2035 diskutiert. Mit einem Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens wird spätestens Ende 2026 gerechnet.
Die Studie zeigt, dass insbesondere größere Unternehmen ihre Flotten bereits zügig elektrifizieren. Von den Unternehmen mit mindestens 50 Fahrzeugen verfügen bereits 94 Prozent über Elektroautos im Bestand; bis 2030 soll dieser Anteil auf 97 Prozent steigen. Gleichzeitig erwarten nahezu zwei Drittel dieser Unternehmen, ab 2035 überwiegend – mindestens 95 Prozent – emissionsfreie Pkw zu beschaffen. Mehr als die Hälfte der großen Flotten unterliegt bereits unternehmensinternen oder gesetzlichen Klimazielen. Von den Unternehmen mit entsprechenden Vorgaben rechnen 60 Prozent damit, ihre Ziele bis 2030 zu erreichen, weitere 36 Prozent erwarten, sie lediglich knapp zu verfehlen.
Kosten- und Einsparpotenziale mit höchster Gewichtung
Als wichtigster Treiber der Elektrifizierung erweist sich inzwischen die Wirtschaftlichkeit: 74 Prozent der Unternehmen mit Elektrofahrzeugen nennen Kosten- und Einsparpotenziale als entscheidenden Beweggrund für den Umstieg. Bei großen Flotten liegt dieser Wert sogar bei 75 Prozent. Zugleich bewerten 59 Prozent aller befragten Fuhrparkverantwortlichen die Gesamtkosten von Elektrofahrzeugen über den Lebenszyklus (Total Cost of Ownership) günstiger als bei Verbrennern. Bei Unternehmen mit mindestens 50 Fahrzeugen steigt dieser Anteil auf 64 Prozent. Besonders große Einsparpotenziale sehen die Befragten bei Energie- beziehungsweise Kraftstoffkosten (94 Prozent), gefolgt von Steuern und Abgaben (79 Prozent) sowie Wartungs- und Verschleißkosten (68 Prozent). Viele Unternehmen profitierten dabei inzwischen auch von selbst erzeugtem Solarstrom.
Gleichzeitig bleibt die Politik nach Einschätzung vieler Unternehmen ein wesentlicher Erfolgsfaktor, denn 54 Prozent der bereits elektrifizierenden Betriebe würden ihre Umstellung ohne Förderprogramme oder regulatorische Vorgaben verlangsamen oder sogar einstellen. Besonders gefragt sind Zuschüsse für die Fahrzeugbeschaffung (52 Prozent), steuerliche Vorteile für Unternehmen (49 Prozent), Förderprogramme für Ladeinfrastruktur (47 Prozent) sowie steuerliche Anreize für Dienstwagenfahrer (47 Prozent). Auch eine Senkung der Stromsteuer und der Abbau bürokratischer Hürden werden häufig genannt. Nach Einschätzung der Studienautoren bleibt zudem der Ausbau der Stromnetze erforderlich, um den steigenden Leistungsbedarf durch Ladeinfrastruktur decken zu können.
Bei den noch bestehenden Hemmnissen nennen Unternehmen vor allem Reichweiten- und Routenanforderungen sowie Kostenfragen. In der offenen Befragung steht ein weiterer Ausbau der Ladeinfrastruktur mit Schnellladepunkten an erster Stelle der gewünschten Verbesserungen. Ebenfalls gefordert werden transparentere öffentliche Ladetarife, mehr Netzkapazitäten und eine verlässliche politische Strategie. Mehrfach kritisieren die Befragten den unübersichtlichen „Ladekartendschungel“ mit unterschiedlichen Preisen und Bezahlsystemen. Sie wünschen sich eine einheitliche Preisauszeichnung an öffentlichen Ladepunkten sowie einfachere Bezahlmöglichkeiten ohne Vertragszwang.
Bei den Fahrzeugherstellern dominieren weiterhin deutsche Anbieter. Sie vereinen 73 Prozent der Elektro-Neuzulassungen im Flottenmarkt auf sich, wobei VW mit 21 Prozent Marktanteil an der Spitze liegt. Gleichzeitig wächst die Offenheit gegenüber neuen chinesischen Marken. 73 Prozent der Befragten halten diese für gleichwertig oder sogar besser als etablierte Hersteller, und 44 Prozent können sich vorstellen, sie künftig in ihre Fuhrparks aufzunehmen. (fw)
Zusätzliche Dynamik könnte nach Einschätzung der Autoren die derzeit auf EU-Ebene verhandelte Clean Corporate Vehicles Regulation (CCVR) bringen. Der Verordnungsvorschlag sieht verbindliche Quoten für emissionsfreie Neuzulassungen großer Unternehmensflotten vor. Für Deutschland werden 54 Prozent bis 2030 und 95 Prozent bis 2035 diskutiert. Mit einem Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens wird spätestens Ende 2026 gerechnet.
Die Studie zeigt, dass insbesondere größere Unternehmen ihre Flotten bereits zügig elektrifizieren. Von den Unternehmen mit mindestens 50 Fahrzeugen verfügen bereits 94 Prozent über Elektroautos im Bestand; bis 2030 soll dieser Anteil auf 97 Prozent steigen. Gleichzeitig erwarten nahezu zwei Drittel dieser Unternehmen, ab 2035 überwiegend – mindestens 95 Prozent – emissionsfreie Pkw zu beschaffen. Mehr als die Hälfte der großen Flotten unterliegt bereits unternehmensinternen oder gesetzlichen Klimazielen. Von den Unternehmen mit entsprechenden Vorgaben rechnen 60 Prozent damit, ihre Ziele bis 2030 zu erreichen, weitere 36 Prozent erwarten, sie lediglich knapp zu verfehlen.
Kosten- und Einsparpotenziale mit höchster Gewichtung
Als wichtigster Treiber der Elektrifizierung erweist sich inzwischen die Wirtschaftlichkeit: 74 Prozent der Unternehmen mit Elektrofahrzeugen nennen Kosten- und Einsparpotenziale als entscheidenden Beweggrund für den Umstieg. Bei großen Flotten liegt dieser Wert sogar bei 75 Prozent. Zugleich bewerten 59 Prozent aller befragten Fuhrparkverantwortlichen die Gesamtkosten von Elektrofahrzeugen über den Lebenszyklus (Total Cost of Ownership) günstiger als bei Verbrennern. Bei Unternehmen mit mindestens 50 Fahrzeugen steigt dieser Anteil auf 64 Prozent. Besonders große Einsparpotenziale sehen die Befragten bei Energie- beziehungsweise Kraftstoffkosten (94 Prozent), gefolgt von Steuern und Abgaben (79 Prozent) sowie Wartungs- und Verschleißkosten (68 Prozent). Viele Unternehmen profitierten dabei inzwischen auch von selbst erzeugtem Solarstrom.
Gleichzeitig bleibt die Politik nach Einschätzung vieler Unternehmen ein wesentlicher Erfolgsfaktor, denn 54 Prozent der bereits elektrifizierenden Betriebe würden ihre Umstellung ohne Förderprogramme oder regulatorische Vorgaben verlangsamen oder sogar einstellen. Besonders gefragt sind Zuschüsse für die Fahrzeugbeschaffung (52 Prozent), steuerliche Vorteile für Unternehmen (49 Prozent), Förderprogramme für Ladeinfrastruktur (47 Prozent) sowie steuerliche Anreize für Dienstwagenfahrer (47 Prozent). Auch eine Senkung der Stromsteuer und der Abbau bürokratischer Hürden werden häufig genannt. Nach Einschätzung der Studienautoren bleibt zudem der Ausbau der Stromnetze erforderlich, um den steigenden Leistungsbedarf durch Ladeinfrastruktur decken zu können.
Bei den noch bestehenden Hemmnissen nennen Unternehmen vor allem Reichweiten- und Routenanforderungen sowie Kostenfragen. In der offenen Befragung steht ein weiterer Ausbau der Ladeinfrastruktur mit Schnellladepunkten an erster Stelle der gewünschten Verbesserungen. Ebenfalls gefordert werden transparentere öffentliche Ladetarife, mehr Netzkapazitäten und eine verlässliche politische Strategie. Mehrfach kritisieren die Befragten den unübersichtlichen „Ladekartendschungel“ mit unterschiedlichen Preisen und Bezahlsystemen. Sie wünschen sich eine einheitliche Preisauszeichnung an öffentlichen Ladepunkten sowie einfachere Bezahlmöglichkeiten ohne Vertragszwang.
Bei den Fahrzeugherstellern dominieren weiterhin deutsche Anbieter. Sie vereinen 73 Prozent der Elektro-Neuzulassungen im Flottenmarkt auf sich, wobei VW mit 21 Prozent Marktanteil an der Spitze liegt. Gleichzeitig wächst die Offenheit gegenüber neuen chinesischen Marken. 73 Prozent der Befragten halten diese für gleichwertig oder sogar besser als etablierte Hersteller, und 44 Prozent können sich vorstellen, sie künftig in ihre Fuhrparks aufzunehmen. (fw)
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Freitag, 24.07.2026, 16:21 Uhr
Freitag, 24.07.2026, 16:21 Uhr
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