Abwärmetauscher im Boden. Quelle: Unocconi GmbH / Christof Seiler
EFFIZIENZ:
Unocconi hebt ungenutztes Abwärmepotenzial
Unocconi will mehr Abwasserwärme in Mehrfamilienhäusern zurückgewinnen. Das junge Unternehmen nutzt dafür Systeme europäischer Anbieter und entwickelt derzeit eigene Systeme.
Während Industrieunternehmen oder Gewerbebetriebe mit Wärmerückgewinnungssystemen bereits große Mengen an Energie einsparen,
sind solche Systeme in Mehrfamilienhäusern oder in Hotels hierzulande noch wenig anzutreffen, obwohl auch dort täglich viel
Warmwasser und damit viel Wärmeenergie wieder mit in den Abfluss fließen. Hier setzt die Idee des Start-ups Unocconi GmbH
aus Filderstadt an. Das Familienunternehmen hat sich auf die Wärmerückgewinnung von Duschwasser spezialisiert und vertreibt
dafür verschiedene Wärmeübertrager.
„Die Technologie ist in Ländern wie der Schweiz, den Niederlanden und Großbritannien seit Jahren verbreitet“, sagt Valentin Nittbaur, verantwortlich für Marketing & Vertrieb bei Unocconi. Sein Vater, Steffen Nittbaur, und er haben das Unternehmen 2023 gegründet. Sie wollen diese Technologie im deutschen und österreichischen Markt bekannter machen. „Die Idee ist eigentlich ganz einfach: Wir müssen nicht weniger duschen, sondern die vorhandene Wärme besser nutzen.“ Derzeit bauen sie ein Netzwerk aus SHK-Betrieben, Energieberatern, TGA-Planern und Fachhändlern auf. Auch für die Wohnungswirtschaft stelle die Technik vor allem bei Neubauten und umfassenden Sanierungen eine gute Option dar, um den Energiebedarf für die Warmwasserbereitung zu reduzieren.
Das Prinzip setzt unmittelbar an der Dusche an: Das warme Abwasser überträgt einen Teil seiner Wärme auf das zufließende kalte Trinkwasser. Beide Wasserströme bleiben voneinander getrennt. Das vorgewärmte Trinkwasser gelangt anschließend zur Duscharmatur, sodass weniger heißes Wasser für die gewünschte Mischwassertemperatur benötigt wird. Ein zusätzlicher Wärmespeicher ist dafür nicht erforderlich.
Einsparung hängt vom Nutzungsprofil ab
Wie groß der Effekt in einem Mehrfamilienhaus ausfällt, hängt jedoch vom Gebäude und vom Nutzungsprofil ab. Maßgeblich sind unter anderem Zahl und Belegung der Wohnungen, Duschdauer, Volumenstrom und Temperaturen sowie die Art der Warmwasserbereitung. Für Neubauten und größere Sanierungen bietet Unocconi unter anderem senkrecht installierte Duschrohre an. Dabei fließt das warme Abwasser nach unten, während das kalte Trinkwasser im Gegenstrom durch den Wärmeübertrager geführt wird. Je nach Ausführung nennt das Unternehmen zertifizierte Wirkungsgrade von bis zu 69 Prozent. Die Systeme kommen nach Anbieterangaben ohne Wartung aus.
Eine Alternative bilden Duschrinnen mit integriertem Wärmeübertrager. Sie werden horizontal in den Duschboden eingebaut und arbeiten nach dem Kreuzstromprinzip. Unocconi gibt je nach Ausführung zertifizierte Wirkungsgrade von bis zu 60 Prozent an.
Für Wohnungen, in denen keine umfassende Sanierung ansteht, hat Unocconi zudem eine Duschplatte zur Nachrüstung ins Sortiment aufgenommen. Der Wärmeübertrager wird auf einer vorhandenen ebenen Duschfläche platziert und zwischen einer Aufputzarmatur und dem Wandanschluss eingebunden. Wände müssen laut Unternehmen dafür nicht geöffnet werden. Der zertifizierte Wirkungsgrad beträgt nach Anbieterangaben 37,6 Prozent.
Berücksichtigung in der energetischen Gebäudebilanz
Zudem kommt ein weiterer Aspekt hinzu: Die Wärmerückgewinnung aus Duschabwasser lässt sich nach Angaben des Unternehmens im Rahmen der DIN V 18599 in der energetischen Gebäudebilanz berücksichtigen. Anforderungen an Systeme zur Wärmerückgewinnung aus Duschabwasser beschreibt zudem die DIN 94678. Für Wohnungsunternehmen und Planer sind dabei neben der energetischen Wirkung Anforderungen an Trinkwasserschutz, Hygiene, Zugänglichkeit und Revision relevant.
Die Förderung gilt laut dem Unternehmen sowohl bei Sanierungen als auch beim Neubau. Die Systeme können im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) als Teil einer Gesamtmaßnahme berücksichtigt werden. Zusätzlich besteht bei Bestandsgebäuden, die älter als zehn Jahre sind und saniert werden, über § 35c EStG die Möglichkeit, 20 Prozent der Investitionskosten steuerlich geltend zu machen.
Unocconi produziert die derzeit angebotenen Systeme nicht selbst. Das Unternehmen bezieht sie aus dem europäischen Ausland und arbeitet nach eigenen Angaben mit Herstellern zusammen, die zum Teil seit mehr als zehn Jahren in diesem Markt tätig sind. Parallel entwickelt Unocconi eigene Systeme. Das erste selbst entwickelte Produkt soll nach derzeitiger Planung Ende 2026 auf den Markt kommen. Langfristig will das Unternehmen sowohl Produkte seiner Partner als auch eigene Entwicklungen anbieten. (hr)
„Die Technologie ist in Ländern wie der Schweiz, den Niederlanden und Großbritannien seit Jahren verbreitet“, sagt Valentin Nittbaur, verantwortlich für Marketing & Vertrieb bei Unocconi. Sein Vater, Steffen Nittbaur, und er haben das Unternehmen 2023 gegründet. Sie wollen diese Technologie im deutschen und österreichischen Markt bekannter machen. „Die Idee ist eigentlich ganz einfach: Wir müssen nicht weniger duschen, sondern die vorhandene Wärme besser nutzen.“ Derzeit bauen sie ein Netzwerk aus SHK-Betrieben, Energieberatern, TGA-Planern und Fachhändlern auf. Auch für die Wohnungswirtschaft stelle die Technik vor allem bei Neubauten und umfassenden Sanierungen eine gute Option dar, um den Energiebedarf für die Warmwasserbereitung zu reduzieren.
Das Prinzip setzt unmittelbar an der Dusche an: Das warme Abwasser überträgt einen Teil seiner Wärme auf das zufließende kalte Trinkwasser. Beide Wasserströme bleiben voneinander getrennt. Das vorgewärmte Trinkwasser gelangt anschließend zur Duscharmatur, sodass weniger heißes Wasser für die gewünschte Mischwassertemperatur benötigt wird. Ein zusätzlicher Wärmespeicher ist dafür nicht erforderlich.
Einsparung hängt vom Nutzungsprofil ab
Wie groß der Effekt in einem Mehrfamilienhaus ausfällt, hängt jedoch vom Gebäude und vom Nutzungsprofil ab. Maßgeblich sind unter anderem Zahl und Belegung der Wohnungen, Duschdauer, Volumenstrom und Temperaturen sowie die Art der Warmwasserbereitung. Für Neubauten und größere Sanierungen bietet Unocconi unter anderem senkrecht installierte Duschrohre an. Dabei fließt das warme Abwasser nach unten, während das kalte Trinkwasser im Gegenstrom durch den Wärmeübertrager geführt wird. Je nach Ausführung nennt das Unternehmen zertifizierte Wirkungsgrade von bis zu 69 Prozent. Die Systeme kommen nach Anbieterangaben ohne Wartung aus.
Eine Alternative bilden Duschrinnen mit integriertem Wärmeübertrager. Sie werden horizontal in den Duschboden eingebaut und arbeiten nach dem Kreuzstromprinzip. Unocconi gibt je nach Ausführung zertifizierte Wirkungsgrade von bis zu 60 Prozent an.
Für Wohnungen, in denen keine umfassende Sanierung ansteht, hat Unocconi zudem eine Duschplatte zur Nachrüstung ins Sortiment aufgenommen. Der Wärmeübertrager wird auf einer vorhandenen ebenen Duschfläche platziert und zwischen einer Aufputzarmatur und dem Wandanschluss eingebunden. Wände müssen laut Unternehmen dafür nicht geöffnet werden. Der zertifizierte Wirkungsgrad beträgt nach Anbieterangaben 37,6 Prozent.
Berücksichtigung in der energetischen Gebäudebilanz
Zudem kommt ein weiterer Aspekt hinzu: Die Wärmerückgewinnung aus Duschabwasser lässt sich nach Angaben des Unternehmens im Rahmen der DIN V 18599 in der energetischen Gebäudebilanz berücksichtigen. Anforderungen an Systeme zur Wärmerückgewinnung aus Duschabwasser beschreibt zudem die DIN 94678. Für Wohnungsunternehmen und Planer sind dabei neben der energetischen Wirkung Anforderungen an Trinkwasserschutz, Hygiene, Zugänglichkeit und Revision relevant.
Die Förderung gilt laut dem Unternehmen sowohl bei Sanierungen als auch beim Neubau. Die Systeme können im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) als Teil einer Gesamtmaßnahme berücksichtigt werden. Zusätzlich besteht bei Bestandsgebäuden, die älter als zehn Jahre sind und saniert werden, über § 35c EStG die Möglichkeit, 20 Prozent der Investitionskosten steuerlich geltend zu machen.
Unocconi produziert die derzeit angebotenen Systeme nicht selbst. Das Unternehmen bezieht sie aus dem europäischen Ausland und arbeitet nach eigenen Angaben mit Herstellern zusammen, die zum Teil seit mehr als zehn Jahren in diesem Markt tätig sind. Parallel entwickelt Unocconi eigene Systeme. Das erste selbst entwickelte Produkt soll nach derzeitiger Planung Ende 2026 auf den Markt kommen. Langfristig will das Unternehmen sowohl Produkte seiner Partner als auch eigene Entwicklungen anbieten. (hr)
© 2026 Energie & Management GmbH
Freitag, 02.10.2026, 10:54 Uhr
Freitag, 02.10.2026, 10:54 Uhr
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