Quelle: Fotolia / Ralf Urner
GASKRAFTWERKE:
Uniper: Dunkelflauten sind Normalzustand
In einer Kurzstudie hat Uniper den Mangel an Strom im System in den vergangenen zehn Jahren untersucht. Und leitet daher Forderungen nach entsprechenden Kraftwerkskapazitäten ab.
Dunkelflauten sind nach Einschätzung des Düsseldorfer Energieunternehmens Uniper kein Ausnahmeereignis. Sie gehören mittlerweile
zum deutschen Stromsystem dazu. Das ist das Ergebnis einer Kurzstudie des Unternehmens.
Sie untersuchte die Stromerzeugung aus Wind- und Solaranlagen in Deutschland zwischen 2016 und 2025. Demnach wurden in diesem Zeitraum 1.435 Dunkelflauten mit einer Dauer von mehr als zehn Stunden registriert. Damit trat eine solche Phase im Durchschnitt häufiger als alle drei Tage auf.
Für die Analyse wertete Uniper Zeitreihen der Wind- und Solarstromerzeugung aus. Als Dunkelflaute definieren die Autoren einen Zeitraum von mindestens zehn aufeinanderfolgenden Stunden, in denen Wind- und Solarenergie zusammen weniger als zehn Prozent ihrer installierten Leistung bereitstellen.
Die durchschnittliche Dauer der erfassten Dunkelflauten lag bei 12,9 Stunden. Längere Ereignisse traten seltener auf, waren nach Angaben von Uniper jedoch keineswegs ungewöhnlich. Eine Dunkelflaute von mindestens 24 Stunden komme nahezu monatlich vor, Ereignisse mit einer Dauer von drei Tagen etwa zweimal pro Jahr.
Phasen mit mehr als fünf Tagen Dauer seien zwar selten, treten statistisch aber immerhin alle dreieinhalb Jahre auf. Als längstes Ereignis innerhalb des Untersuchungszeitraums nennt die Studie eine Dunkelflaute im Jahr 2023, die 161 Stunden und damit nahezu eine Woche andauerte.
Nach Einschätzung der Autoren gewinnt das Thema mit dem Ausbau erneuerbarer Energien weiter an Bedeutung. Im Jahr 2025 stammten laut Studie rund 46 beziehungsweise 47 Prozent der öffentlichen Stromerzeugung aus Wind- und Solarenergie. Mit dem steigenden Anteil wetterabhängiger Erzeugung nehme die Volatilität im Stromsystem zu. Gleichzeitig würden Phasen mit geringer Einspeisung systemisch relevanter.
„Dunkelflauten sind ein wiederkehrendes Strukturelement“
Christian Brose, Leiter Meteorologie bei Uniper und Autor der Studie, erklärt: „Unsere Analyse zeigt klar: Dunkelflauten sind ein wiederkehrendes Strukturelement − keine Randerscheinung. Entscheidend ist, dass wir sie systematisch bei der Entwicklung des Energiesystems berücksichtigen.“ Kurzfristige Produktionsspitzen könnten zwar den Eindruck einer Entspannung vermitteln, änderten jedoch nichts an einer länger anhaltenden Unterdeckung der Erzeugung.
Aus den Ergebnissen leitet Uniper Konsequenzen für die Ausgestaltung des künftigen Energiesystems ab. Speicher seien ein wichtiger Bestandteil der Transformation, insbesondere zur Bereitstellung von Flexibilität und zur Abfederung kurzfristiger Preisschwankungen. Für die Überbrückung länger andauernder Dunkelflauten seien sie nach Auffassung des Unternehmens jedoch nicht ausreichend dimensioniert. Die Studie verweist darauf, dass die Speichertiefe heutiger Batteriespeicher nicht ausreiche, um Dunkelflauten von zehn Stunden oder mehr zuverlässig zu überbrücken.
Uniper sieht deshalb weiterhin Bedarf für gesicherte und flexible Erzeugungskapazitäten. Unternehmenschef Michael Lewis betont: „Ein verlässliches Energiesystem entsteht nur im Zusammenspiel aus erneuerbaren Energien, Flexibilitätsoptionen wie Batterien und gesicherten Kraftwerkskapazitäten − sie ersetzen sich nicht, sie ergänzen sich.“ Kraftwerke müssten auch künftig in der Lage sein, unabhängig von Wetterbedingungen längere Phasen geringer Wind- und Solarstromerzeugung zu überbrücken.
Die Studie „Dunkelflauten: Struktureller Bestandteil des deutschen Stromsystems “ kann auf der Internetseite von Uniper heruntergeladen werden.
Sie untersuchte die Stromerzeugung aus Wind- und Solaranlagen in Deutschland zwischen 2016 und 2025. Demnach wurden in diesem Zeitraum 1.435 Dunkelflauten mit einer Dauer von mehr als zehn Stunden registriert. Damit trat eine solche Phase im Durchschnitt häufiger als alle drei Tage auf.
Für die Analyse wertete Uniper Zeitreihen der Wind- und Solarstromerzeugung aus. Als Dunkelflaute definieren die Autoren einen Zeitraum von mindestens zehn aufeinanderfolgenden Stunden, in denen Wind- und Solarenergie zusammen weniger als zehn Prozent ihrer installierten Leistung bereitstellen.
Die durchschnittliche Dauer der erfassten Dunkelflauten lag bei 12,9 Stunden. Längere Ereignisse traten seltener auf, waren nach Angaben von Uniper jedoch keineswegs ungewöhnlich. Eine Dunkelflaute von mindestens 24 Stunden komme nahezu monatlich vor, Ereignisse mit einer Dauer von drei Tagen etwa zweimal pro Jahr.
Phasen mit mehr als fünf Tagen Dauer seien zwar selten, treten statistisch aber immerhin alle dreieinhalb Jahre auf. Als längstes Ereignis innerhalb des Untersuchungszeitraums nennt die Studie eine Dunkelflaute im Jahr 2023, die 161 Stunden und damit nahezu eine Woche andauerte.
Nach Einschätzung der Autoren gewinnt das Thema mit dem Ausbau erneuerbarer Energien weiter an Bedeutung. Im Jahr 2025 stammten laut Studie rund 46 beziehungsweise 47 Prozent der öffentlichen Stromerzeugung aus Wind- und Solarenergie. Mit dem steigenden Anteil wetterabhängiger Erzeugung nehme die Volatilität im Stromsystem zu. Gleichzeitig würden Phasen mit geringer Einspeisung systemisch relevanter.
„Dunkelflauten sind ein wiederkehrendes Strukturelement“
Christian Brose, Leiter Meteorologie bei Uniper und Autor der Studie, erklärt: „Unsere Analyse zeigt klar: Dunkelflauten sind ein wiederkehrendes Strukturelement − keine Randerscheinung. Entscheidend ist, dass wir sie systematisch bei der Entwicklung des Energiesystems berücksichtigen.“ Kurzfristige Produktionsspitzen könnten zwar den Eindruck einer Entspannung vermitteln, änderten jedoch nichts an einer länger anhaltenden Unterdeckung der Erzeugung.
Aus den Ergebnissen leitet Uniper Konsequenzen für die Ausgestaltung des künftigen Energiesystems ab. Speicher seien ein wichtiger Bestandteil der Transformation, insbesondere zur Bereitstellung von Flexibilität und zur Abfederung kurzfristiger Preisschwankungen. Für die Überbrückung länger andauernder Dunkelflauten seien sie nach Auffassung des Unternehmens jedoch nicht ausreichend dimensioniert. Die Studie verweist darauf, dass die Speichertiefe heutiger Batteriespeicher nicht ausreiche, um Dunkelflauten von zehn Stunden oder mehr zuverlässig zu überbrücken.
Uniper sieht deshalb weiterhin Bedarf für gesicherte und flexible Erzeugungskapazitäten. Unternehmenschef Michael Lewis betont: „Ein verlässliches Energiesystem entsteht nur im Zusammenspiel aus erneuerbaren Energien, Flexibilitätsoptionen wie Batterien und gesicherten Kraftwerkskapazitäten − sie ersetzen sich nicht, sie ergänzen sich.“ Kraftwerke müssten auch künftig in der Lage sein, unabhängig von Wetterbedingungen längere Phasen geringer Wind- und Solarstromerzeugung zu überbrücken.
Die Studie „Dunkelflauten: Struktureller Bestandteil des deutschen Stromsystems “ kann auf der Internetseite von Uniper heruntergeladen werden.
© 2026 Energie & Management GmbH
Dienstag, 02.06.2026, 09:20 Uhr
Dienstag, 02.06.2026, 09:20 Uhr
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