Erdgasspeicher Bernburg in Sachsen-Anhalt. Quelle: VNG
GAS:
Speicherbefüllung gerät wegen hoher Gaspreise ins Stocken
Die Rahmenbedingungen für die Wiederbefüllung der Gasspeicher in Deutschland sind schwierig. Zu dieser Einschätzung kommt der Speicherverband Ines.
Der deutsche Gasmarkt, so die „Initiative Energien Speichern“ (Ines) war im Zeitraum von Mai 2025 bis April 2026 von einem
spürbaren Verbrauchsanstieg und einer intensiven Nutzung der Gasspeicher im Winter geprägt. Trotz grundsätzlich ausreichender
technischer Kapazitäten zur Einspeicherung würden hohe Gaspreise und veränderte Marktbedingungen aktuell aber für erhebliche
Unsicherheiten mit Blick auf den Winter 2026/27 führen.
Modellrechnungen zeigten zwar, dass eine Befüllung der Speicher auf den aktuell vermarkteten Stand von 76 Prozent bis zum 1. November 2026 technisch möglich bleibe. Ob diese Kapazitäten tatsächlich genutzt werden, hänge jedoch wesentlich von der weiteren Preisentwicklung und vom Verhalten der Marktakteure ab.
Die wegen der Iran-Krise gestörten LNG-Lieferketten stark gestiegenen Gaspreise drehen den saisonalen Sommer-Winter-Spread nämlich ins Negative: Die Gaspreise für den kommenden Winter sind häufig niedriger als die für den Sommer. Damit fehlen aktuell wirtschaftliche Anreize zur Einspeicherung, die üblicherweise in der warmen Jahreszeit stattfindet.

Bereits in den Sommermonaten 2025 lag der Gasverbrauch mit durchschnittlich rund 1,6 TWh pro Tag über dem Niveau des Vorjahres. Mit Beginn der Heizperiode stieg er nochmal deutlich an. Und schon im Oktober 2025 überwogen die Ausspeicherungen erstmals die Einspeicherungen. Im November und Dezember nahm die Entnahme aus den Speichern weiter zu.
Zwar blieb der Verbrauch im Dezember aufgrund vergleichsweise milder Temperaturen unter den Werten zu Jahresbeginn 2025, dennoch schloss das Jahr 2025 insgesamt mit einem Gasverbrauch von 910 TWh – ein Anstieg von 6,9 Prozent gegenüber 2024. Besonders prägend für die Gasbilanz war der kalte Januar 2026: Die Temperaturen lagen unter dem Niveau des Referenzjahres im Normalszenario, wodurch sich die Ausspeicherungen gegenüber Dezember fast verdoppelten. Rund 38 Prozent des im Januar verbrauchten Erdgases stammten aus Speichern.

Wegen des erhöhten Verbrauchs leerten sich die bereits zuvor unterdurchschnittlich gefüllten Speicher bis Anfang März 2026 auf nur noch rund 21 Prozent. Zwar führten die milden Temperaturen im März und April 2026 dazu, dass Importe und inländische Produktion den Gasbedarf wieder vollständig decken konnten und erste Einspeicherungen möglich wurden.
Aufgrund stark gestiegener Gaspreise wegen der Sperrung der Straße von Hormus bleibt die Wiederbefüllung der Speicher jedoch deutlich hinter früheren Jahren zurück. Am 1. Mai 2026 lag der durchschnittliche Speicherfüllstand in Deutschland lediglich bei rund 26 Prozent – ein Niveau, das zuletzt im Krisenjahr 2021/2022 erreicht wurde.
Versorgungssicherheit bei kaltem Winter gefährdet
Nach den Modellrechnungen von Ines wäre ein Speicherfüllstand von 76 Prozent bei normalen oder milden Wintertemperaturen ausreichend, um die Versorgungssicherheit im Winter 2026/27 zu gewährleisten. In einem kalten Szenario mit einem Temperaturniveau des Referenzjahres 2010 zeigen die Analysen jedoch Versorgungsknappheiten.
In diesem Fall könnten nach Berechnungen von Ines in den Monaten Januar, Februar und März 2027 Unterdeckungen von insgesamt 20 TWh auftreten. In den Modellrechnungen könnte an einzelnen Tagen über 35 Prozent des Gasverbrauchs nicht mehr gedeckt werden.
Sebastian Heinermann, Geschäftsführer von Ines erklärte dazu: Um auch auf einen sehr kalten Winter vorbereitet zu sein, müssten Speicherkapazitäten nicht nur ausreichend gebucht, sondern auch befüllt sein. „Wir wissen bereits aus dem letzten Winter, dass eine Buchungs- und Befüllungssituation in Höhe von 76 Prozent nur reicht, wenn das Wetter mitspielt.“
Modellrechnungen zeigten zwar, dass eine Befüllung der Speicher auf den aktuell vermarkteten Stand von 76 Prozent bis zum 1. November 2026 technisch möglich bleibe. Ob diese Kapazitäten tatsächlich genutzt werden, hänge jedoch wesentlich von der weiteren Preisentwicklung und vom Verhalten der Marktakteure ab.
Die wegen der Iran-Krise gestörten LNG-Lieferketten stark gestiegenen Gaspreise drehen den saisonalen Sommer-Winter-Spread nämlich ins Negative: Die Gaspreise für den kommenden Winter sind häufig niedriger als die für den Sommer. Damit fehlen aktuell wirtschaftliche Anreize zur Einspeicherung, die üblicherweise in der warmen Jahreszeit stattfindet.

Gasaufkommen und Gasverbrauch in den vergangenen zwölf Monaten.
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Quelle: Ines
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Quelle: Ines
Bereits in den Sommermonaten 2025 lag der Gasverbrauch mit durchschnittlich rund 1,6 TWh pro Tag über dem Niveau des Vorjahres. Mit Beginn der Heizperiode stieg er nochmal deutlich an. Und schon im Oktober 2025 überwogen die Ausspeicherungen erstmals die Einspeicherungen. Im November und Dezember nahm die Entnahme aus den Speichern weiter zu.
Zwar blieb der Verbrauch im Dezember aufgrund vergleichsweise milder Temperaturen unter den Werten zu Jahresbeginn 2025, dennoch schloss das Jahr 2025 insgesamt mit einem Gasverbrauch von 910 TWh – ein Anstieg von 6,9 Prozent gegenüber 2024. Besonders prägend für die Gasbilanz war der kalte Januar 2026: Die Temperaturen lagen unter dem Niveau des Referenzjahres im Normalszenario, wodurch sich die Ausspeicherungen gegenüber Dezember fast verdoppelten. Rund 38 Prozent des im Januar verbrauchten Erdgases stammten aus Speichern.

Entwicklung der Speicherfüllstände in den vergangenen zwölf Monaten.
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Quelle: Ines
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Quelle: Ines
Wegen des erhöhten Verbrauchs leerten sich die bereits zuvor unterdurchschnittlich gefüllten Speicher bis Anfang März 2026 auf nur noch rund 21 Prozent. Zwar führten die milden Temperaturen im März und April 2026 dazu, dass Importe und inländische Produktion den Gasbedarf wieder vollständig decken konnten und erste Einspeicherungen möglich wurden.
Aufgrund stark gestiegener Gaspreise wegen der Sperrung der Straße von Hormus bleibt die Wiederbefüllung der Speicher jedoch deutlich hinter früheren Jahren zurück. Am 1. Mai 2026 lag der durchschnittliche Speicherfüllstand in Deutschland lediglich bei rund 26 Prozent – ein Niveau, das zuletzt im Krisenjahr 2021/2022 erreicht wurde.
Versorgungssicherheit bei kaltem Winter gefährdet
Nach den Modellrechnungen von Ines wäre ein Speicherfüllstand von 76 Prozent bei normalen oder milden Wintertemperaturen ausreichend, um die Versorgungssicherheit im Winter 2026/27 zu gewährleisten. In einem kalten Szenario mit einem Temperaturniveau des Referenzjahres 2010 zeigen die Analysen jedoch Versorgungsknappheiten.
In diesem Fall könnten nach Berechnungen von Ines in den Monaten Januar, Februar und März 2027 Unterdeckungen von insgesamt 20 TWh auftreten. In den Modellrechnungen könnte an einzelnen Tagen über 35 Prozent des Gasverbrauchs nicht mehr gedeckt werden.
Sebastian Heinermann, Geschäftsführer von Ines erklärte dazu: Um auch auf einen sehr kalten Winter vorbereitet zu sein, müssten Speicherkapazitäten nicht nur ausreichend gebucht, sondern auch befüllt sein. „Wir wissen bereits aus dem letzten Winter, dass eine Buchungs- und Befüllungssituation in Höhe von 76 Prozent nur reicht, wenn das Wetter mitspielt.“
© 2026 Energie & Management GmbH
Dienstag, 12.05.2026, 11:16 Uhr
Dienstag, 12.05.2026, 11:16 Uhr
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