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Enerige & Management > Braunkohle - Rheinenergie schließt das Kapitel Braunkohle in Köln
Die Braunkohle-Zeit am Kraftwerksstandort Köln-Merkenich ist vorbei. Quelle: Rheinenergie
BRAUNKOHLE:
Rheinenergie schließt das Kapitel Braunkohle in Köln
Rheinenergie hat das Kapitel Braunkohle beendet. Der Kölner Energiekonzern beendete die Verstromung des klimaschädlichen Brennstoffs mit dem Abschalten des Heizkraftwerks Merkenich.
 
Im Kölner Stadtteil Merkenich ist in der Nacht auf den 1. April die Geschichte der Braunkohle-Verstromung zu Ende gegangen. Rheinenergie hat den Kessel des Heizkraftwerks endgültig stillgelegt. Etwa 300.000 Tonnen Treibhausgase pro Jahr bleiben der Atmosphäre damit nach Angaben des Unternehmens erspart.

Wie der Kölner Energiekonzern mitteilt, kommt in ganz Köln bei der Wärme- und Stromerzeugung nun keine Braunkohle mehr zum Einsatz. Auf Nachfrage dieser Redaktion erklärte ein Sprecher des Unternehmens, dass das Zeitalter der Kohleverstromung im Konzern allerdings noch nicht ganz beendet sei. Am Steinkohlekraftwerk Rostock halten die Rheinischen nach wie vor knapp die Hälfte der Anteile, Haupteigner hier ist EnBW. 
Das Heizkraftwerk in Köln-Merkenich war im März 1990 ans Netz gegangen. Es erzeugte vorrangig thermische Energie, die als Prozessdampf der Industrie – zum Beispiel dem Autobauer Ford – zur Verfügung stand. Dazu wanderte Heizenergie ins Kölner Fernwärmenetz. Außerdem produzierte die Anlage Strom für den Norden und Westen der Domstadt.

GuD-Kraftwerk bleibt, Klärschlammverbrennung und Wärmepumpe in Planung

Als Parallelstruktur baute die Rheinenergie ab dem Jahr 2000 auf dem Kraftwerksgelände eine Gas-und-Dampfturbinen-Anlage (GuD) auf. Sie verwendet als Energieträger seither Erdgas, soll allerdings perspektivisch auf Wasserstoff zurückgreifen. Aktuell modernisieren die Kölner das GuD-Kraftwerk.

In Planung, teilt das Unternehmen mit, sei in Merkenich zudem eine Klärschlammverbrennungsanlage, die ab 2029 ihre Arbeit aufnehmen soll. Außerdem prüfe Rheinenergie dort den Einsatz einer Großwärmepumpe.

Dass der nun außer Dienst gestellte Wirbelschichtkessel aus einer anderen klimapolitischen Zeit stammt, verschweigt Rheinenergie in der Mitteilung nicht. Braunkohlegranulat aus dem benachbarten rheinischen Revier zu verwenden, galt in den Anfängen noch als Beispiel „modernster Umweltschutz in der Energieerzeugung“, sagt Rheinenergie-Chef Andreas Feicht. Durch die Verbrennungstechnik seien keine Stickoxide entstanden, Staub und Schwefeldioxid kamen in geringem Maße in die Umwelt. Weil Treibhausgase in der öffentlichen Diskussion immer mehr in den Blick gerieten, war es irgendwann allerdings um den schönen Schein geschehen. Rheinenergie hatte sich mit Forderungen auseinanderzusetzen, den Braunkohle-Kessel früher abzuschalten.

Eine Petition gegen den Braunkohle-Einsatz stammte bereits aus dem Jahr 2016. Gegen Formulierungen zu Todesfällen, die aufgrund der Braunkohle-Verfeuerung in Merkenich zu beklagen seien, ging der Konzern damals mit einer einstweiligen Verfügung juristisch vor, ließ sich dann aber auf einen Vergleich ein.
 

Volker Stephan
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Donnerstag, 03.04.2025, 12:54 Uhr

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