Quelle: Fotolia / Cardaf
GEOTHERMIE:
Polen will sich bis 2040 als europäischer Großversorger etablieren
Nicht einmal ein Prozent der zurzeit in Polen erzeugten Fernwärme stammt aus geothermischen Quellen. Dennoch wird dem Land eine goldene Zukunft in puncto Geothermie prognostiziert.
2023 legte das Consultingunternehmen Mc Kinsey eine Studie vor, wonach 2045 gut ein Drittel des nationalen Bedarfs an Fernwärme
über Geothermie abgedeckt werden könnte. Das Ministerium für Klima und Umwelt will bis mindestens 2040 Geothermie sowohl im
Niedertemperatur- als auch im Mitteltemperaturbereich fördern.
Den Prognosen zufolge weist Geothermie das größte technische Potenzial aller in Polen verfügbaren erneuerbaren Energiequellen auf. Die Kapazität wird auf 1.512 PJ im Jahr geschätzt, was etwa 30 Prozent des polnischen Wärmebedarfs entspricht. Die geothermischen Ressourcen in 3 Kilometer Tiefe wiederum werden mit 625.000 PJ/Jahr veranschlagt, wobei sich der jährliche Bedarf Polens auf etwa 4.200 PJ beläuft. Daher heben die politisch Verantwortlichen gern hervor, dass Polen innerhalb der nächsten beiden Jahrzehnte zu einem europäischen Großversorger für Geothermie aufsteigen könnte.
Im Zuge einer Analyse von über 1.000 Bohrungen wurden digitale Karten der Geothermie-Ressourcen im ganzen Land erstellt. Dabei stellte sich heraus, dass sich viele von ihnen mit hoch urbanisierten und industriellen Gebieten wie Warschau, Posen, Lodz, Stettin oder Torun überschneiden.
Derzeit werden mit Torun, Zakopane, Stargard, Kolo, Sieradz, Mszczonow, Pyrzyce, Poddębice und Uniejow neun Städte mit Fernwärme aus geothermischen Quellen versorgt. Die Errichtung weiterer Heizwerke ist geplant, unter anderem soll eine Großanlage in der östlichen Metropole Krakau entstehen.
Von der Notlösung zum anerkannten Vorreiter
Als Vorreiter bei der Nutzung von Geothermie haben sich das Geothermie-Heizwerk im unweit von Stettin gelegenen Pyrzyce und die Geotermia Podhalanska in der Region Podhale nahe Krakau einen Namen gemacht.
Geotermia Podhalanska hat sich dem Ausbau der geothermischen Infrastruktur in der Region Podhale verschrieben. Dazu gehört unter anderem eine Produktionsbohrung namens Banska PGP-7, die voraussichtlich eine Tiefe von 4.052 Meter erreichen und eine Förderrate von rund 350 Kubikmeter/h sowie eine Wassertemperatur von etwa 85 Grad aufweisen wird. Umgerechnet mehr als 27 Millionen Euro investiert das Unternehmen zurzeit in Probebohrungen in ganz Polen.
Schon seit 1996 wird in Pyrzyce Geothermie zur Wärmeversorgung der 13.000 Einwohner zählenden Kommune genutzt. Der durchschnittliche jährliche Anteil der Geothermie an der gesamten Wärmeerzeugung liegt bei 59 Prozent. Das zwischen 1992 und 1997 errichtete Heizsystem umfasst ein Geothermie-Gasheizwerk mit einer Spitzenleistung von 48 MW, ein Fernwärmenetz aus vorisolierten Rohren mit einer Länge von 15 Kilometer, ein sich über 28 Kilometer erstreckendes Steuerungs- und Meldenetz sowie 66 vollautomatische Heizstationen.
Dabei war die Entstehung des heutigen Geothermie-Vorreiters finanzieller Not geschuldet. 1992 startete das Investitionsprojekt „Geothermie-Heizwerk Pyrzyce mit Fernwärmenetz“ auf Grundlage einer 1991 erstellten Wärmebilanz, im Zuge dessen die vorhandenen Fernwärmeanlagen überholt werden sollten. Wegen finanzieller Schwierigkeiten während der Projektlaufzeit sahen sich die Verantwortlichen in der Gemeinde aber gezwungen, nach Alternativen zu suchen.
Das Pilotprojekt wurde dann vom damaligen Ministerium für Umweltschutz, natürliche Ressourcen und Forstwirtschaft genehmigt, was in die Gründung der Geotermia Pyrzyce am 5. Dezember 1994 mündete. Anteilseigner sind der Nationale und Provinzielle Fonds für Umweltschutz und Wasserwirtschaft in Warschau, die Gemeinde Pyrzyce und der Fiskus Staatshaushalts. Die Investitionskosten beliefen sich auf umgerechnet 12 Millionen Euro.
Heute ist durch vier Geothermiebohrungen in Gestalt von zwei Förder- und zwei Injektionsbohrungen in einer Tiefe von rund 1.630 Meter gewährleistet, dass die Temperatur des geförderten Geothermalwassers nicht wesentlich absinkt. Durch die Nutzung der aus dem Geothermalwasser erzeugten Wärme werden jährlich rund 20.000 Tonnen konventioneller Brennstoff eingespart. Allerdings verursacht der hohe Mineralgehalt des zutage geförderten Wassers (122 g/l) erhebliche Probleme im Systembetrieb. Das Wasser ist reich an Natriumchlorid, Brom, Jod, Eisen, Mangan und Borverbindungen und wird derzeit in Miniatur-Salzwasser-Gradiertürmen verwendet.
Den Prognosen zufolge weist Geothermie das größte technische Potenzial aller in Polen verfügbaren erneuerbaren Energiequellen auf. Die Kapazität wird auf 1.512 PJ im Jahr geschätzt, was etwa 30 Prozent des polnischen Wärmebedarfs entspricht. Die geothermischen Ressourcen in 3 Kilometer Tiefe wiederum werden mit 625.000 PJ/Jahr veranschlagt, wobei sich der jährliche Bedarf Polens auf etwa 4.200 PJ beläuft. Daher heben die politisch Verantwortlichen gern hervor, dass Polen innerhalb der nächsten beiden Jahrzehnte zu einem europäischen Großversorger für Geothermie aufsteigen könnte.
Im Zuge einer Analyse von über 1.000 Bohrungen wurden digitale Karten der Geothermie-Ressourcen im ganzen Land erstellt. Dabei stellte sich heraus, dass sich viele von ihnen mit hoch urbanisierten und industriellen Gebieten wie Warschau, Posen, Lodz, Stettin oder Torun überschneiden.
Derzeit werden mit Torun, Zakopane, Stargard, Kolo, Sieradz, Mszczonow, Pyrzyce, Poddębice und Uniejow neun Städte mit Fernwärme aus geothermischen Quellen versorgt. Die Errichtung weiterer Heizwerke ist geplant, unter anderem soll eine Großanlage in der östlichen Metropole Krakau entstehen.
Von der Notlösung zum anerkannten Vorreiter
Als Vorreiter bei der Nutzung von Geothermie haben sich das Geothermie-Heizwerk im unweit von Stettin gelegenen Pyrzyce und die Geotermia Podhalanska in der Region Podhale nahe Krakau einen Namen gemacht.
Geotermia Podhalanska hat sich dem Ausbau der geothermischen Infrastruktur in der Region Podhale verschrieben. Dazu gehört unter anderem eine Produktionsbohrung namens Banska PGP-7, die voraussichtlich eine Tiefe von 4.052 Meter erreichen und eine Förderrate von rund 350 Kubikmeter/h sowie eine Wassertemperatur von etwa 85 Grad aufweisen wird. Umgerechnet mehr als 27 Millionen Euro investiert das Unternehmen zurzeit in Probebohrungen in ganz Polen.
Schon seit 1996 wird in Pyrzyce Geothermie zur Wärmeversorgung der 13.000 Einwohner zählenden Kommune genutzt. Der durchschnittliche jährliche Anteil der Geothermie an der gesamten Wärmeerzeugung liegt bei 59 Prozent. Das zwischen 1992 und 1997 errichtete Heizsystem umfasst ein Geothermie-Gasheizwerk mit einer Spitzenleistung von 48 MW, ein Fernwärmenetz aus vorisolierten Rohren mit einer Länge von 15 Kilometer, ein sich über 28 Kilometer erstreckendes Steuerungs- und Meldenetz sowie 66 vollautomatische Heizstationen.
Dabei war die Entstehung des heutigen Geothermie-Vorreiters finanzieller Not geschuldet. 1992 startete das Investitionsprojekt „Geothermie-Heizwerk Pyrzyce mit Fernwärmenetz“ auf Grundlage einer 1991 erstellten Wärmebilanz, im Zuge dessen die vorhandenen Fernwärmeanlagen überholt werden sollten. Wegen finanzieller Schwierigkeiten während der Projektlaufzeit sahen sich die Verantwortlichen in der Gemeinde aber gezwungen, nach Alternativen zu suchen.
Das Pilotprojekt wurde dann vom damaligen Ministerium für Umweltschutz, natürliche Ressourcen und Forstwirtschaft genehmigt, was in die Gründung der Geotermia Pyrzyce am 5. Dezember 1994 mündete. Anteilseigner sind der Nationale und Provinzielle Fonds für Umweltschutz und Wasserwirtschaft in Warschau, die Gemeinde Pyrzyce und der Fiskus Staatshaushalts. Die Investitionskosten beliefen sich auf umgerechnet 12 Millionen Euro.
Heute ist durch vier Geothermiebohrungen in Gestalt von zwei Förder- und zwei Injektionsbohrungen in einer Tiefe von rund 1.630 Meter gewährleistet, dass die Temperatur des geförderten Geothermalwassers nicht wesentlich absinkt. Durch die Nutzung der aus dem Geothermalwasser erzeugten Wärme werden jährlich rund 20.000 Tonnen konventioneller Brennstoff eingespart. Allerdings verursacht der hohe Mineralgehalt des zutage geförderten Wassers (122 g/l) erhebliche Probleme im Systembetrieb. Das Wasser ist reich an Natriumchlorid, Brom, Jod, Eisen, Mangan und Borverbindungen und wird derzeit in Miniatur-Salzwasser-Gradiertürmen verwendet.
Karin Rogalska
© 2026 Energie & Management GmbH
Donnerstag, 07.05.2026, 14:09 Uhr
Donnerstag, 07.05.2026, 14:09 Uhr
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