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Enerige & Management > Stromnetz - Mehr als 700 E-Autos für Redispatch
Quelle: Pixabay / Gerd Altmann
STROMNETZ:
Mehr als 700 E-Autos für Redispatch
Transnet BW und Octopus Energy haben mit 700 Elektrofahrzeugen von Privathaushalten Redispatch erprobt. Die Lösung soll marktreif sein.
 
Mehr Netzflexibilität dank Elektromobilität: Der Netzbetreiber Transnet BW und Octopus Energy haben gemeinsam Prozesse entwickelt, mit denen sich das Flexibilitätspotenzial von E-Autos in den Redispatch integrieren lässt. Alle End-to-End-Prozesse für die Erbringung von Redispatch seien erfolgreich erprobt worden, teilt der Stromanbieter mit. Das Projekt schloss nach Unternehmensangaben mehr als 700 Fahrzeuge von Privathaushalten ein.

Mit den E-Autos sei eine tägliche Abrufmenge von 2.000 kWh erreicht worden. Auf Jahresbasis könnten eine Million Fahrzeuge bis zu 500 Millionen kWh zur Verfügung stellen und damit drei bis fünf Prozent des Redispatch-Bedarfs in Deutschland abdecken, so eine Hochrechnung der Projektpartner.

Technisch basiert die Lösung auf der IT-Plattform „Kraken Flex“ von Octopus Energy, die das Verschiebepotenzial der Ladevorgänge ermittelt und aggregiert. Diese Daten gelangen an die Plattform für Datenaustausch und Redispatch („DA/RE“) von Transnet BW. Bei prognostizierten Netzengpässen sende der Übertragungsnetzbetreiber ein Abrufsignal, das in Ladestrategien übersetzt wird, erklärt der Energieversorger.

Während der Testphase habe sich gezeigt, dass „die meisten Kunden die netzdienliche Steuerung gar nicht bemerkt haben“, heißt es. Sie hätten jederzeit angeben können, wann ihr Elektrofahrzeug wieder geladen sein soll. Wegen des flexiblen Stromtarifs wären die Ladepreise günstiger gewesen.

Folgeprojekt mit E-Autos und Heimspeichern

Mit der Integration der Elektrofahrzeuge aus Privathaushalten habe man gezeigt, „dass die von uns verfolgte marktliche Lösung für das Netzengpassmanagement einwandfrei funktioniert und für den Markthochlauf bereit ist“, wird Oliver Strangfeld, Mitglied der Geschäftsführung von Transnet BW, zitiert. Nun gelte es, das bestehende kostenbasierte Redispatch-Regime auf Basis der Erkenntnisse um eine marktbasierte Komponente − Redispatch 3.0 − für dezentrale Flexibilität zu erweitern.

In einem Folgeprojekt wollen die Unternehmen das Netzengpassmanagement mit mehr als 1.000 Fahrzeugen sowie Heimspeichern testen. Für den Markthochlauf wichtig sei ein regulatorischer Rahmen, der die Anerkennung der Abrufkosten für Übertragungsnetzbetreiber ermögliche, „um das Potenzial haushaltsnaher Flexibilitäten für das Gesamtsystem zu heben und damit perspektivisch die Netzentgelte zu senken“, schreiben sie.
 

Manfred Fischer
© 2026 Energie & Management GmbH
Donnerstag, 26.03.2026, 09:04 Uhr

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