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BILANZ:
Geldregen für Gelsenwasser-Aktionäre
Der Konzernjahresüberschuss von Gelsenwasser ist, wie berichtet, gesunken, die Gewinnabführung steigt aber. Passt trotzdem zusammen. Was die Vorstände verdienten, wird auch ausgewiesen.
Wie kann die Gewinnabführung an die Aktionäre von Gelsenwasser steigen, wenn der Konzernjahresüberschuss sinkt? Beides ist
vertraglich geregelt und die Gewinnabführung hängt nicht vom Konzernergebnis, sondern vom Ergebnis der Gelsenwasser AG alleine ab, ohne ihre in die Konzernbilanz einbezogenen Töchter. Das ergeben Recherchen dieser Redaktion und Antworten
von Gelsenwasser.
So sank zwar 2024 der Konzernjahresüberschuss gegenüber dem Vorjahr von 133 auf 117 Millionen Euro. Dagegen stieg der Jahresüberschuss der AG „vor Gewinnabführung“ zeitgleich von 80 auf 84 Millionen Euro.
Von diesen 84 Millionen Euro gehen 80 Millionen Euro als Gewinnabführung an den 93-Prozent-Hauptaktionär. Der nennt sich „Wasser und Gas Westfalen“ (WGW), und dahinter stecken zu gleichen Teilen die Dortmunder Stadtwerke (DSW21) und die Stadtwerke Bochum Beteiligungsgesellschaft. Die Abführung entspricht einer Dividende von 24,76 Euro pro Aktie, das ist sogar weniger als die 24,87 Euro aus dem Jahr 2023.
Die Gewinnabführung beruht auf einem entsprechenden Vertrag zwischen Gelsenwasser und WGW. Der würde in schlechten Zeiten auch bedeuten, dass die WGW einen Verlust der Gelsenwasser AG ausgleichen müsste.
Die WGW müssen in dieser Konstruktion auch die Minderheitsaktionäre mit Streubesitz froh stimmen, die die restlichen 7 Prozent der Aktien halten. Deren vertragliche Garantierendite beträgt 21,16 Euro. Macht bei gut 240.000 Aktien eine Ausschüttung von gut 5 Millionen Euro.
Gewinn in die Rücklagen
Da die WGW die anderen Aktionäre befriedigt und nicht Gelsenwasser selbst, betrug der Gewinn der AG immer noch 4 Millionen Euro. Diese wandern in die Gewinnrücklage der AG, um die Eigenkapitalbasis zu stärken. Auf Konzernebene waren das 2024 sogar 32 Millionen Euro, sodass sich die Gewinnrücklagen Ende des Jahres auf 907 Millionen Euro summierten.
Der Finanzmittelfonds dagegen schmolz im Laufe des Jahres von 51 auf 26 Millionen Euro zusammen. Grund: Der operative Cashflow glich mit +128 Millionen Euro den Investitions-Cashflow (-112 Millionen Euro) und den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit (-31 Millionen Euro) nur teilweise aus.
Das verdienen Deters, Waider und die Aufsichtsräte
Gelsenwasser weist im Geschäftsbericht auch den Verdienst der beiden Vorstände einzeln auf und schlüsselt das Zustandekommen der variablen Bezugsanteile penibel auf. Laut Geschäftsbericht bekam Vorstandschef Henning Deters insgesamt 827.000 Euro. Davon waren 352.000 Euro variabel. Sie hängen weitgehend vom Konzernjahresergebnis im Vergleich zum Plan sowie von der mehrjährigen Entwicklung der Rendite aufs gebundene Kapital ab. Wie berichtet, wurde das Sollergebnis weit übertroffen. Der ROCE war dagegen auf Jahresbasis deutlich gesunken.
Grob 20.000 Euro überwies der Aufsichtsrat nach Ermessen an die beiden Vorstände, aber auch dies nach drei zuvor aufgestellten Kriterien. Nur eines davon, die Reduzierung der CO2-Emissionen, erfüllte der Vorstand, nicht jedoch die Verbesserung der Trinkwasser-Qualität und der Arbeitssicherheit.
Technikvorstand Dirk Waider erhielt 640.000 Euro. Davon waren 256.000 Euro variabel. Für sieben pensionierte Vorstände mussten insgesamt 1,5 Millionen Euro gezahlt werden. Für gegenwärtige und zwei während des Jahres ausgeschiedene Aufsichtsräte wurden insgesamt 478.000 Euro aufgewendet. Die Einzelzahlungen reichten nach klaren Kriterien von 18.000 bis 59.000 Euro.
So sank zwar 2024 der Konzernjahresüberschuss gegenüber dem Vorjahr von 133 auf 117 Millionen Euro. Dagegen stieg der Jahresüberschuss der AG „vor Gewinnabführung“ zeitgleich von 80 auf 84 Millionen Euro.
Von diesen 84 Millionen Euro gehen 80 Millionen Euro als Gewinnabführung an den 93-Prozent-Hauptaktionär. Der nennt sich „Wasser und Gas Westfalen“ (WGW), und dahinter stecken zu gleichen Teilen die Dortmunder Stadtwerke (DSW21) und die Stadtwerke Bochum Beteiligungsgesellschaft. Die Abführung entspricht einer Dividende von 24,76 Euro pro Aktie, das ist sogar weniger als die 24,87 Euro aus dem Jahr 2023.
Die Gewinnabführung beruht auf einem entsprechenden Vertrag zwischen Gelsenwasser und WGW. Der würde in schlechten Zeiten auch bedeuten, dass die WGW einen Verlust der Gelsenwasser AG ausgleichen müsste.
Die WGW müssen in dieser Konstruktion auch die Minderheitsaktionäre mit Streubesitz froh stimmen, die die restlichen 7 Prozent der Aktien halten. Deren vertragliche Garantierendite beträgt 21,16 Euro. Macht bei gut 240.000 Aktien eine Ausschüttung von gut 5 Millionen Euro.
Gewinn in die Rücklagen
Da die WGW die anderen Aktionäre befriedigt und nicht Gelsenwasser selbst, betrug der Gewinn der AG immer noch 4 Millionen Euro. Diese wandern in die Gewinnrücklage der AG, um die Eigenkapitalbasis zu stärken. Auf Konzernebene waren das 2024 sogar 32 Millionen Euro, sodass sich die Gewinnrücklagen Ende des Jahres auf 907 Millionen Euro summierten.
Der Finanzmittelfonds dagegen schmolz im Laufe des Jahres von 51 auf 26 Millionen Euro zusammen. Grund: Der operative Cashflow glich mit +128 Millionen Euro den Investitions-Cashflow (-112 Millionen Euro) und den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit (-31 Millionen Euro) nur teilweise aus.
Das verdienen Deters, Waider und die Aufsichtsräte
Gelsenwasser weist im Geschäftsbericht auch den Verdienst der beiden Vorstände einzeln auf und schlüsselt das Zustandekommen der variablen Bezugsanteile penibel auf. Laut Geschäftsbericht bekam Vorstandschef Henning Deters insgesamt 827.000 Euro. Davon waren 352.000 Euro variabel. Sie hängen weitgehend vom Konzernjahresergebnis im Vergleich zum Plan sowie von der mehrjährigen Entwicklung der Rendite aufs gebundene Kapital ab. Wie berichtet, wurde das Sollergebnis weit übertroffen. Der ROCE war dagegen auf Jahresbasis deutlich gesunken.
Grob 20.000 Euro überwies der Aufsichtsrat nach Ermessen an die beiden Vorstände, aber auch dies nach drei zuvor aufgestellten Kriterien. Nur eines davon, die Reduzierung der CO2-Emissionen, erfüllte der Vorstand, nicht jedoch die Verbesserung der Trinkwasser-Qualität und der Arbeitssicherheit.
Technikvorstand Dirk Waider erhielt 640.000 Euro. Davon waren 256.000 Euro variabel. Für sieben pensionierte Vorstände mussten insgesamt 1,5 Millionen Euro gezahlt werden. Für gegenwärtige und zwei während des Jahres ausgeschiedene Aufsichtsräte wurden insgesamt 478.000 Euro aufgewendet. Die Einzelzahlungen reichten nach klaren Kriterien von 18.000 bis 59.000 Euro.

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Dienstag, 01.04.2025, 15:31 Uhr
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