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Bei der Inbetriebnahme in Sehnde (v. l.): Bürgermeister Olaf Kruse, Rainer Schmittdiel (Avacon), Wolfgang Wirtnik (EnviaM), Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne. Quelle: Avacon
IT:
Energieversorger starten Rechenzentrum bei Hannover
Avacon und Envia Mitteldeutsche Energie haben in Niedersachsen ein Rechenzentrum mit Platz für bis zu 28.000 Server in Betrieb genommen.
 
18 Monate Bauzeit, 40 Millionen Euro Investitionskosten: Die Energieversorger Avacon und Envia Mitteldeutsche Energie (EnviaM) haben in Sehnde, südöstlich von Hannover, ein Rechenzentrum errichtet. Am 26. Februar ist die Anlage nach Unternehmensangaben in Betrieb gegangen.

Die Fläche der Anlage misst rund 2.000 Quadratmeter, bis zu 28.000 Server sollen darin Platz finden. Das neue Rechenzentrum sei „für den hochverfügbaren Betrieb geschäftskritischer IT-Anwendungen ausgelegt“, heißt es. Sämtliche Strom- und Glasfaseranbindungen seien redundant ausgeführt. Auch Netzersatzanlagen und unterbrechungsfreie Stromversorgungen gebe es redundant.

Massive Bauweise, mehrstufige Zutrittskontrollen sowie eine permanente technische Überwachung gewährleisten laut Unternehmen die physische Sicherheit des Gebäudes. Durch die baugleiche Ausführung zu bestehenden Rechenzentren des Tochterunternehmens „Envia TEL“ erfülle der Standort die Vorgaben des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik zur Geo-Redundanz, heißt es weiter.

Regionale Alternative zu internationalen Anbietern

Erste Unternehmen sollen dem Vernehmen nach im März dieses Jahres einziehen. Der Standort richtet sich an Unternehmen in der Region Hannover sowie darüber hinaus. Avacon und EnviaM sprechen von einer regionalen Alternative zu internationalen Rechenzentrumsanbietern.

Zur Inbetriebnahme waren zahlreiche Gäste aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung anwesend, darunter Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne und Sehndes Bürgermeister Olaf Kruse (beide SPD). „Leistungsfähige und sichere Rechenzentren sind heute eine Grundvoraussetzung für wirtschaftliche Entwicklung und digitale Wertschöpfung. Sie schaffen verlässliche Infrastruktur und stärken die Datensouveränität“, betonte der Wirtschaftsminister bei der Veranstaltung. Der Bürgermeister lobte das Projekt als „langfristige Investition, die Sicherheit, Nachhaltigkeit und technologische Kompetenz miteinander verbindet.“

Über ein Drittel aller Kapazitäten im Großraum Frankfurt

Der Rechenzentrumsmarkt wächst in Deutschland rasant. Nach einer Erhebung des Branchenverbandes Bitkom nahmen die installierten Kapazitäten aller Rechenzentren und kleineren IT-Installationen im Jahr 2025 um 250 MW auf insgesamt 2.980 MW zu – ein Plus von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Im Vergleich zu anderen europäischen Regionen verzeichnete der Verband vor allem in der Region Frankfurt/Rhein-Main eine hohe Dynamik am Rechenzentrumsmarkt. Mit 1.100 MW entfiel 2025 mehr als ein Drittel der nationalen Gesamtkapazität auf den Großraum Frankfurt. Den Jahresenergiebedarf aller Rechenzentren beziffert Bitkom auf 21,3 Milliarden kWh.

49 Prozent der deutschen Kapazitäten machten Cloud-Infrastrukturen aus. Für die kommenden Jahre wird erwartet, dass insbesondere Cloud- und KI-Anwendungen das Marktwachstum weiter beschleunigen. „Der Anteil von KI-Rechenzentren dürfte bis 2030 von derzeit etwa 15 Prozent auf rund 40 Prozent ansteigen“, so der Verband.
 

Manfred Fischer
© 2026 Energie & Management GmbH
Freitag, 27.02.2026, 14:11 Uhr

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