• Energienotierungen fallen dank Friedenshoffnungen
  • Bundesrat will Heizungsgesetz und Offshore-Wind ändern
  • Deutscher Energiepark-Projektierer bestimmt Italienchef
  • Als die Turbine per Schwertransport kam
  • Kapazitätsreserve: Das Geschenk für Gasblöcke wird teurer
  • Kritik aus den eigenen Reihen am Kraftwerksgesetz
  • Das Heizgesetz ist in den Ausschüssen - Kritik von Verbänden
  • Borken nutzt die Wärme geklärten Abwassers
  • Erste Windkraftanlage für Offshorepark „Nordseecluster“
  • Alleingeschäftsführer in Rheinland-Pfalz
Enerige & Management > Bilanz - EnBW mit schwachem Start ins neue Jahr
45 von 64 Turbinen im Nordsee-Windpark He Dreiht sind schon installiert. Quelle: EnBW / Rolf Otzipka
BILANZ:
EnBW mit schwachem Start ins neue Jahr
Beim Energiekonzern EnBW ist der Gewinn in den ersten drei Monate des Jahres 2026 deutlich zurückgegangen.
 
Die Energie Baden-Württemberg AG meldet ein Adjusted Ebitda von knapp 1,2 Milliarden Euro (Vorjahr 1,4 Milliarden Euro). An der Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2026 hält EnBW fest: Das Adjusted Ebitda wird in einer Bandbreite von 4,6 bis 5,1 Milliarden Euro erwartet. Der Adjusted Konzernüberschuss ging im Vergleich zum 1. Vorjahresquartal um 39 Prozent auf 227,2 Millionen Euro zurück. Erklärt wird das mit geringeren Erlösen aus der Vermarktung der Erzeugungsmengen, dem Rückgang der Kohlekraftwerkskapazität sowie einer geringeren Stromproduktion in den Wasserkraftwerken. 

Thomas Kusterer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Finanzvorstand, erklärt dazu in einer Unternehmensmitteilung: „Der Großteil unseres Ergebnisses stammt aus den risikoarmen Geschäftsbereichen Netze und erneuerbare Energien. Bei Letzteren, etwa bei unseren Offshore-Windparks, sind die Erlöse größtenteils über langfristige Stromlieferverträge abgesichert, sogenannte PPA.“ Das aktuelle Windparkgroßprojekt „He Dreiht“ in der Nordsee kommt nach Angaben Kusterers gut voran: Bis heute wurden 45 von 64 Turbinen installiert. Für den Großteil der Kapazität habe man bereits PPA abgeschlossen. 
 
Der Block 7 (Mitte) ist jetzt in der Netzreserve und auf dem Gelände des Kohlekraftwerks Heilbronn entsteht ein Gaskraftwerk (vor dem Kühlturm).
Quelle: EnBW / Fotomontage SCG-Architekten

Auf dem Weg zur Klimaneutralität, die im Jahr 2035 angestrebt wird, hat EnBW mit Ablauf des ersten Quartals 2026 im Kraftwerk Stuttgart-Münster letztmals Strom und Wärme aus Kohle erzeugt. Darüber hinaus wurde am 1. März 2026 der Block 7 des Kohlekraftwerks Heilbronn mit einer Leistung von 778 MW in die Netzreserve überführt. Bereits Ende 2025 hatte das Unternehmen mit Sitz in Karlsruhe seine Geschäftsanteile am Braunkohlekraftwerk Lippendorf verkauft. 

Wegen des Ausstiegs aus der Braunkohle und des Rückgangs der Erzeugung aus Steinkohle sank der Umsatzanteil der Kohleverstromung am Gesamtumsatz in den ersten drei Monaten 2026 deutlich auf nur noch rund 3 Prozent. Parallel dazu hat sich die installierte Leistung aus erneuerbaren Energien von 3.700 MW oder 28 Prozent im Jahr 2018 auf zuletzt 7.400 MW oder 66 Prozent im Jahr 2025 mehr als verdoppelt. 

Ergebnisse in den einzelnen Geschäftsbereichen 

Im Segment Systemkritische Infrastruktur, das die Transport- und Verteilnetze für Strom und Gas umfasst, wurde in den ersten drei Monaten 2026 ein Adjusted Ebitda von rund 667 Millionen Euro erreicht (Vorjahr 684 Millionen Euro). Höhere Personalaufwendungen sowie ein temporärer Einmaleffekt, so heißt es, dämpften den Ergebnishochlauf. Wesentliche positive Effekte waren die Rückflüsse aus den hohen Investitionen in den Netzausbau. 

Das Segment Nachhaltige Erzeugungsinfrastruktur erzielte ein Adjusted Ebitda von 429 Millionen Euro. Das Ergebnis hatte im Vorjahreszeitraum noch 691 Millionen Euro betragen. Im Bereich Erneuerbare Energien lag das Ergebnis bei 275 Millionen Euro nach 303 Millionen Euro im Vorjahr. Witterungsbedingt gab es bei den Wasserkraftwerken eine geringere Stromerzeugung, während sich gute Windbedingungen und die teilweise Inbetriebnahme des Offshore‑Parks He Dreiht hier für ein Plus sorgte. 

Im Bereich Thermische Erzeugung und Handel lag das Adjusted Ebitda bei 154 Millionen Euro (Vorjahr 388 Millionen Euro). Der Ergebnisrückgang resultierte aus niedrigeren Erzeugungsmengen nach dem planmäßigen Ausstieg aus Braun- und Steinkohlekraftwerken, gesunkenen Margen bei der Vermarktung der Strommengen sowie rückläufigen Erträgen aus dem Handelsgeschäft. 

Das Adjusted Ebitda des Segments Intelligente Infrastruktur für Kundinnen und Kunden lag im ersten Quartal bei 143 Millionen Euro und verbesserte sich damit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit 120 Millionen Euro. Hier machte sich der Ausbau der Schnellladeinfrastruktur positiv bemerkbar.
 
Kennzahlen der EnBW
In Millionen Euro 1. Quartal 2026 1. Quartal 2025 +/- in Prozent
Adjusted Ebitda 1.158 1.410 -17,9
Adjusted Ebit 716 979 -26,8
Adjusted Konzernüberschuss 227 442 -48,6
Bruttoinvestitionen 1.167 1.480 -21,1
Quelle: EnBW
 

Günter Drewnitzky
Redakteur
+49 (0) 8152 9311 15
eMail
facebook
© 2026 Energie & Management GmbH
Dienstag, 12.05.2026, 16:52 Uhr

Mehr zum Thema