Arbeiten am Verteilnetz. Quelle: Bayernwerk / Christian Poppe
STROMNETZ:
Bayernwerk beendet das Windhund-Prinzip
Das Bayernwerk beendet für große Anschlussvorhaben das Windhund-Prinzip und führt drei neue Instrumente ein: Kriterienvergabe, neuer Ausbauplan und flexible Netzanschlüsse.
Das Bayernwerk stellt die Vergabe von Netzkapazitäten auf eine neue Grundlage. Bei einer Pressekonferenz in Regensburg stellte
Vorstandsvorsitzender Egon Leo Westphal drei Instrumente vor, mit denen der Netzbetreiber auf knapper werdende Anschlusskapazitäten
reagieren will.
Hintergrund sind Prognosen des Unternehmens: Bis 2045 soll sich die installierte Leistung erneuerbarer Energien in Bayern verdreifachen und der Stromverbrauch verdoppeln. Treiber sind die Elektrifizierung von Industrie, Verkehr und Wärme, Großbatteriespeicher und Rechenzentren. „Die Energiewende-Logik der ersten Halbzeit hat darauf keine Antworten mehr“, sagte Westphal.
Kriterienbasiertes Zuteilungsverfahren
Erstes Instrument ist ein kriterienbasiertes Zuteilungsverfahren, das die Bayernwerk Netz GmbH pilotiert. Es gilt für Bezugskunden mit mehr als 1.000 kW Leistungsbedarf sowie für Batteriespeicher ab 300 kW. Für diese Projekte endet das bisherige Windhund-Prinzip. Die verfügbaren Kapazitäten werden stattdessen nach transparenten und nachvollziehbaren Kriterien vergeben, vorgesehen sind zwei Vergabezyklen pro Jahr. Das digitale Antragsportal geht am 12. Oktober 2026 erstmals an den Start. „Die Vergabe erfolgt anhand definierter, transparenter und diskriminierungsfreier Kriterien“, so Westphal.
Parallel entwickelt das Bayernwerk seinen Netzausbauplan weiter. Er soll nicht mehr nur theoretische Ausbaupfade beschreiben, sondern als strategischer „Bauplan für die Energiezukunft“ dienen. Grundlage sind regionale Entwicklungen, systemische Zusammenhänge sowie Effizienz- und Synergiepotenziale im Energiesystem. Netzausbau und Kapazitätsvergabe sollen dadurch besser verzahnt werden. Flexible Anschlüsse und Resilienz
Als drittes Instrument setzt das Unternehmen auf Flexible Connection Agreements (FCA). Sie ermöglichen Netzanschlüsse auch dort, wo die gewünschte Leistung nicht jederzeit uneingeschränkt bereitsteht. Im Gegenzug akzeptieren die Kunden bei Netzengpässen eine flexible Anpassung ihrer Leistungsaufnahme oder Einspeisung. So lassen sich, wie es heißt, vorhandene Kapazitäten effizienter nutzen − bei Bezug wie bei Einspeisung.
Die drei Instrumente sollen nach Darstellung des Bayernwerks nicht begrenzen, sondern Spielräume schaffen. Zugleich spricht sich der Netzbetreiber dafür aus, bei regelnden Eingriffen künftig nicht an der Einspeisung der Kunden anzusetzen, sondern am Netzanschlusspunkt. Verbraucher könnten so ihre Energiesysteme zum eigenen Nutzen betreiben. Dafür seien noch technische Festlegungen und gesetzliche Klarstellungen nötig.
Für den Ausbau der Verteilnetze plant das Bayernwerk von 2027 bis 2031 rund 13 Milliarden Euro ein. Als weitere Schlüsselaufgabe nennt das Unternehmen die Resilienz der Energieinfrastruktur. Cyberangriffe, Extremwetter, geopolitische Krisen und gezielte Angriffe auf kritische Infrastrukturen hätten die Sicherheitsanforderungen deutlich erhöht. Man setze auf enge Zusammenarbeit mit Sicherheitsbehörden, eigene Schutzmaßnahmen und Konzepte für eine schnelle Wiederherstellung der Versorgung. Gemeinsam mit Siemens Energy wird zudem ein Security Sensor für Freileitungen entwickelt, der Bewegungen im Umfeld kritischer Netzinfrastruktur erkennen soll. (gd)
Hintergrund sind Prognosen des Unternehmens: Bis 2045 soll sich die installierte Leistung erneuerbarer Energien in Bayern verdreifachen und der Stromverbrauch verdoppeln. Treiber sind die Elektrifizierung von Industrie, Verkehr und Wärme, Großbatteriespeicher und Rechenzentren. „Die Energiewende-Logik der ersten Halbzeit hat darauf keine Antworten mehr“, sagte Westphal.
Kriterienbasiertes Zuteilungsverfahren
Erstes Instrument ist ein kriterienbasiertes Zuteilungsverfahren, das die Bayernwerk Netz GmbH pilotiert. Es gilt für Bezugskunden mit mehr als 1.000 kW Leistungsbedarf sowie für Batteriespeicher ab 300 kW. Für diese Projekte endet das bisherige Windhund-Prinzip. Die verfügbaren Kapazitäten werden stattdessen nach transparenten und nachvollziehbaren Kriterien vergeben, vorgesehen sind zwei Vergabezyklen pro Jahr. Das digitale Antragsportal geht am 12. Oktober 2026 erstmals an den Start. „Die Vergabe erfolgt anhand definierter, transparenter und diskriminierungsfreier Kriterien“, so Westphal.
Parallel entwickelt das Bayernwerk seinen Netzausbauplan weiter. Er soll nicht mehr nur theoretische Ausbaupfade beschreiben, sondern als strategischer „Bauplan für die Energiezukunft“ dienen. Grundlage sind regionale Entwicklungen, systemische Zusammenhänge sowie Effizienz- und Synergiepotenziale im Energiesystem. Netzausbau und Kapazitätsvergabe sollen dadurch besser verzahnt werden. Flexible Anschlüsse und Resilienz
Als drittes Instrument setzt das Unternehmen auf Flexible Connection Agreements (FCA). Sie ermöglichen Netzanschlüsse auch dort, wo die gewünschte Leistung nicht jederzeit uneingeschränkt bereitsteht. Im Gegenzug akzeptieren die Kunden bei Netzengpässen eine flexible Anpassung ihrer Leistungsaufnahme oder Einspeisung. So lassen sich, wie es heißt, vorhandene Kapazitäten effizienter nutzen − bei Bezug wie bei Einspeisung.
Die drei Instrumente sollen nach Darstellung des Bayernwerks nicht begrenzen, sondern Spielräume schaffen. Zugleich spricht sich der Netzbetreiber dafür aus, bei regelnden Eingriffen künftig nicht an der Einspeisung der Kunden anzusetzen, sondern am Netzanschlusspunkt. Verbraucher könnten so ihre Energiesysteme zum eigenen Nutzen betreiben. Dafür seien noch technische Festlegungen und gesetzliche Klarstellungen nötig.
Für den Ausbau der Verteilnetze plant das Bayernwerk von 2027 bis 2031 rund 13 Milliarden Euro ein. Als weitere Schlüsselaufgabe nennt das Unternehmen die Resilienz der Energieinfrastruktur. Cyberangriffe, Extremwetter, geopolitische Krisen und gezielte Angriffe auf kritische Infrastrukturen hätten die Sicherheitsanforderungen deutlich erhöht. Man setze auf enge Zusammenarbeit mit Sicherheitsbehörden, eigene Schutzmaßnahmen und Konzepte für eine schnelle Wiederherstellung der Versorgung. Gemeinsam mit Siemens Energy wird zudem ein Security Sensor für Freileitungen entwickelt, der Bewegungen im Umfeld kritischer Netzinfrastruktur erkennen soll. (gd)
© 2026 Energie & Management GmbH
Donnerstag, 08.10.2026, 10:35 Uhr
Donnerstag, 08.10.2026, 10:35 Uhr
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