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Enerige & Management > Windkraft Onshore - Bayern sieht sich bei Windkraft-Ausschreibungen benachteiligt
Quelle: Katia Meyer-Tien
WINDKRAFT ONSHORE:
Bayern sieht sich bei Windkraft-Ausschreibungen benachteiligt
Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger sieht den Freistaat bei den Windenergie-Ausschreibungen des Bundes benachteiligt.
 
„Bayern geht als großer Industriestandort mit hohem Strombedarf bei den Zuschlägen für Windkraft quasi leer aus − das darf so nicht weitergehen. Wir brauchen jetzt eine Sonderausschreibung und nicht erst 2027“, wird Aiwanger (Freie Wähler) in einer Mitteilung des Ministeriums zitiert. Er kritisiert damit die jüngsten Ergebnisse der Ausschreibungen der Bundesnetzagentur und fordert eine stärkere Berücksichtigung süddeutscher Standorte beim Ausbau der Windenergie. In der am 31. März beendeten Ausschreibungsrunde hatten bundesweit rund 440 Vorhaben einen Zuschlag erhalten, darunter nur fünf aus Bayern. 

„Es kann nicht sein, dass Bayern als großer Industriestandort mit hohem Strombedarf bei den Zuschlägen für Windkraft quasi leer ausgeht. Das derzeitige System benachteiligt den Süden strukturell, weil es einseitig auf hohe Winderträge setzt. Das ist energiepolitisch zu kurz gedacht“, so Aiwanger. 

Der Minister begrüßt zwar die im Klimaschutzprogramm des Bundes vorgesehenen zusätzlichen Ausschreibungen sowie die geplante Weiterentwicklung des Referenzertragsmodells: „Das sind richtige Schritte, weil sie endlich anerkennen, dass der Ausbau regional ausgewogener erfolgen muss – das senkt auch die Netzkosten.“

Zugleich ist er aber der Ansicht, dass die Maßnahmen nicht ausreichen und vor allem zu spät kommen. Die zusätzlichen Ausschreibungen erst ab 2027 würden aktuell nicht weiterhelfen. Man brauche jetzt eine Lösung, damit genehmigte Projekte zügig umgesetzt werden können. Aiwanger fordert eine vorgezogene Sonderausschreibung bereits im Jahr 2026 sowie eine stärkere regionale Steuerung der Vergaben. 

Der Minister verweist dazu auf eine bayerische Bundesratsinitiative, die die Einführung einer zusätzlichen EEG-Wind-Sonderausschreibung für 2026 mit einem Ausschreibungsvolumen von zusätzlich fünf Gigawatt fordert.
 

Günter Drewnitzky
Redakteur
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